Alkoholkonsum ist mit einem erhöhten Risiko für Demenz verbunden

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Demenz durch den Konsum von Alkohol?

Der Konsum von Alkohol ist im späteren Leben mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Demenz verbunden. Dies ist ein weiterer guter Grund dafür, keinen Alkohol zu trinken oder zumindest den Konsum von Alkohol so weit wie möglich zu minimieren.


Bei der aktuellen Studie der University of Washington wurde festgestellt, dass Alkoholkonsum im späteren Leben mit dem Risiko für Demenz verbunden ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „JAMA Neurology“ veröffentlicht.

Alkohol kann abhängig machen, schwerwiegende körperliche Erkrankungen auslösen und steht im gehobenen Alter mit einem erhöhten Risiko für Demenz in Verbindung. (Bild: Syda Productions)

Negative Auswirkungen des Konsums von Alkohol

Alkohol hat viele negative Auswirkungen auf Körper und Geist. Dazu gehören kurzfristige Auswirkungen, wie beispielsweise Übelkeit und der sogenannte Kater am nächsten Morgen. Langfristig kann der Konsum von Alkohol schwerwiegende Krankheiten auslösen und Menschen sogar abhängig machen. Generell könnte man sagen, dass es mehr als genug Gründe gibt, um den Konsum von Alkohol zu vermeiden. Sollten die oben genannten Faktoren nicht ausreichen, überzeugt Sie vielleicht das Ergebnis einer neuen Studie, welche besagt, dass der Konsum von Alkohol im späteren Leben mit der Entstehung von Demenz in Verbindung steht.

Zusammenhang zwischen Trinkgewohnheiten und Gesundheit schwer einschätzbar

Es gibt einen gut untersuchten Zusammenhang zwischen starkem Alkoholkonsum und dem Risiko einer Demenz. Aber es ist schwer zu beurteilen, ob bereits ein mäßiger Alkoholkonsum einen Einfluss auf die Gesundheit des Gehirns hat, verglichen mit dem vollständigen Verzicht auf Alkohol. Auch kann es sein, dass eine Vorgeschichte mit hohem Alkoholkonsum bestand, bei Menschen, die heute nicht mehr trinken. Dies macht es sehr schwierig den Zusammenhang zwischen Trinkgewohnheiten und der Gesundheit einzuschätzen.

Lebensstil im mittleren Alter ausschlaggebend für Demenzrisiko?

Die aktuelle Studie untersuchte ausschließlich den Alkoholkonsum von Menschen im späteren Leben, leider ist aber nichts über deren Trinkgewohnheiten in ihre frühen Lebensjahren bekannt. Die Forschungsarbeit deutet jedoch darauf hin, dass der Lebensstil im mittleren Alter die größten Auswirkungen auf unser zukünftiges Risiko für Demenz haben könnte.

Wie viel Alkohol kann täglich getrunken werden?

Es gibt eine Menge gesundheitlicher Gründe, warum wir nicht zu viel Alkohol konsumieren sollten. Doch Richtlinien zum Konsum von Alkohol unterscheiden sich teilweise von Land zu Land. „Bei vorsichtiger Abwägung der in der Literatur beschriebenen Wirkungen verschiedener Alkoholmengen werden zur Zeit als maximal tolerierbare Alkoholzufuhr 10 g/Tag für gesunde Frauen und 20 g/Tag für gesunde Männer angesehen“, berichtet beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. zu diesem Thema.

Wie halte ich mein Gehirn auch im Alter fit?

Demenz wird durch körperliche Erkrankungen des Gehirns verursacht, aber es ist möglich das Risiko für Demenz zu reduzieren. Die aktuellen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass neben dem Trinken innerhalb der empfohlenen Richtlinien auch die Aufrechterhaltung der körperlichen und geistigen Aktivität, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, das Rauchen aufgeben, normales Körpergewicht und gesunde Werte von Cholesterin und Blutdruck gute Möglichkeiten sind, um das Gehirn auch im gehobenen Alter noch gesund zu halten. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Manja Koch, Annette L. Fitzpatrick, Stephen R. Rapp, Richard L. Nahin, Jeff D. Williamson et al.;: Consumption and Risk of Dementia and Cognitive Decline Among Older Adults With or Without Mild Cognitive Impairment, in JAMA Neurology (Abfrage: 02.10.2019), JAMA Neurology
  • Alkohol, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Abfrage: 02.10.2019), Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.