Auf der Suche nach Ernährungsoptionen, die bei Brustkrebs einen positiven Beitrag zur Behandlung leisten können, entdeckten Forschende stattdessen einen äußerst negativen Einfluss bestimmter Ernährungsformen. So scheint eine fettreiche Ernährung das Tumorwachstum und die Invasion von Krebszellen zu beschleunigen.
Forschende der Princeton University (USA) haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie die Konzentrationen der im Blut zirkulierenden Nährstoffe das Tumorwachstum, die Invasion von Krebszellen und den gesamten Tumorstoffwechsel beeinflussen. Die überraschenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „APL Bioengineering“ veröffentlicht.
Ernährung ein wichtiger Faktor
Sowohl bei dem Erkrankungsrisiko als auch bei der Behandlung von Brustkrebs kann die Ernährung eine wichtige Rolle spielen, wobei dies in positiver und negativer Hinsicht gilt.
Beispielsweise deutete eine Studie aus dem Jahr 2023 darauf hin, dass Leinsamen das Brustkrebsrisiko senken können und erst kürzlich berichteten Forschende in dem „British Journal of Cancer“, dass eine vegetarische Ernährung das Risiko für fünf Krebsarten senkt, darunter auch Brustkrebs.
Anderseits kann beispielsweise eine Ernährung mit vielen hochverarbeiteten Lebensmittel das Risiko tödlicher Krebserkrankungen erhöhen, wobei dies in besonderer Weise für Eierstockkrebs und Brustkrebs gilt, so das Ergebnis einer weiteren Forschungsarbeit aus dem Jahr 2023.
Komplexes Zusammenspiel schwer zu erfassen
Viele frühere Studien, die den Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Tumorwachstum untersuchten, konnten die Komplexität der vernetzten Systeme im Körper jedoch nicht ausreichend berücksichtigen, so die Fachleute der Princeton University.
Das Zusammenspiel zwischen Immunsystem, am Stoffwechsel beteiligten menschlichen Geweben und dem Mikrobiom aus Billionen von Mikroorganismen im Körper beeinflusse das Verhalten von Krebszellen und die Reaktion auf bestimmte Nährstoffe. Zusätzlich spiele auch die sogenannte Interstitialflüssigkeit, die die Körperzellen umgibt, eine Rolle.
Neue Tumormodell zur Analyse
Die Forschenden entwickelten daher ein neues „dreidimensionales mikrofluidisches Tumormodell mit physiologisch relevanten Kulturmedien“, um den Einfluss verschiedener Nährstoffe auf die Krebszellen zu analysieren.
Das neue Tumormodell schaffe eine realistischere Mikroumgebung um die Tumore herum, so dass sich die biochemischen Wirkungen von Nährstoffen aus der Nahrung besser nachvollziehen lassen.
„Wir haben identische, künstlich hergestellte Tumore entwickelt und sie unter Bedingungen kultiviert, die die Blutzusammensetzung von Patientinnen mit unterschiedlicher Ernährung nachbilden“, erklärt die Studienautorin Celeste M. Nelson.
„Zellen werden üblicherweise in Medien kultiviert, die mit Zucker und anderen biochemischen Substanzen in Konzentrationen gesättigt sind, die nicht den Bedingungen im menschlichen Körper entsprechen“, so Nelson weiter.
Doch Tumorzellen verhalten sich anders, wenn sie in Medien kultiviert werden, die der biochemischen Zusammensetzung des menschlichen Plasmas entsprechen, ergänzt die Expertin.
Die Forschenden verglichen anhand des neuen Modells die Auswirkungen hoher Insulinspiegel, hoher Glukosespiegel, hoher Ketonspiegel und hoher Fettgehalte auf die Zellen von dreifach negativen Brustkrebs.
Fettreiche Ernährung beschleunigt Tumorwachstum
Die Hoffnung war, Ernährungsbedingungen zu identifizieren, die das Tumorwachstum verlangsamen, doch „stattdessen fanden wir heraus, dass eine fettreiche Ernährung das Tumorwachstum beschleunigt“, berichtet Nelson. Ein hoher Fettgehalt habe zudem die Invasion von Krebszellen gefördert.
Demnach könnte eine fettreiche Ernährung bei Brustkrebs eine äußerst negative Wirkung entfalten und obwohl weitere Studien erforderlich bleiben, um den Zusammenhang eindeutig zu bestätigen, sollten Betroffene gegebenenfalls vorsorglich auf fettreiche Kost verzichten. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- American Institute of Physics: High-fat diet accelerates breast cancer tumor growth and invasion (veröffentlicht 03.03.2026), eurekalert.org
- Maryam Kohram, Carolina Trenado-Yuste, Molly C. Brennan-Smith, Evelyn S. Navarro Salazar, Pengfei Zhang, Jasmine E. Hao, Xincheng Xu, Bharvi Chavre, William Oh, Sherry X. Zhang, Susan E. Leggett, Rolf-Peter Ryseck, Joshua D. Rabinowitz, Celeste M. Nelson: Fat promotes growth and invasion in a 3D microfluidic tumor model of triple-negative breast cancer; in: APL Bioengineering (veröffentlicht 03.03.2026), pubs.aip.org
- Diana Wu, Lilian U. Thompson, Elena M. Comelli: Cecal microbiota and mammary gland microRNA signatures are related and modifiable by dietary flaxseed with implications for breast cancer risk; in: Microbiology Spectrum (veröffentlicht 07.12.2023), journals.asm.org
- Yashvee Dunneram, Jia Yi Lee, Cody Z. Watling, Izabella Lawson, Mahboubeh Parsaeian, Gary E. Fraser, Fayth M. Butler, Dorairaj Prabhakaran, Krithiga Shridhar, Dimple Kondal, Viswanathan Mohan, Mohammed K. Ali, K. M. Venkat Narayan, Nikhil Tandon, Tammy Y. N. Tong, Ruth C. Travis, Tina H. T. Chiu, Ming-Nan Lin, Chin-Lon Lin, Hsin-Chou Yang, Yu-Jen Liang, Darren C. Greenwood, Gillian K. Reeves, Keren Papier, Sarah Floud, Rashmi Sinha, Linda M. Liao, Erikka Loftfield, Janet E. Cade, Timothy J. Key & Aurora Perez-Cornago: Vegetarian diets and cancer risk: pooled analysis of 1.8 million women and men in nine prospective studies on three continents; in: British Journal of Cancer (veröffentlicht 27.02.2026), nature.com
- Kiara Chang, Marc J. Gunter, Fernanda Rauber, Renata B. Levy, Inge Huybrechts, et al.: Ultra-processed food consumption, cancer risk and cancer mortality: a large-scale prospective analysis within the UK Biobank; in: eClinicalMedicine (veröffentlicht 31.01.2023), thelancet.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









