Folgen der Mückenplage – Steigende Arztbesuche wegen Infektionen durch Mückenstiche

Volker Blasek

Starke Schwellungen und schwere Entzündungen durch Mückenstiche

Der Mai zeigte sich dieses Jahr von seiner sonnigen Seite mit hohen Temperaturen. Was bei vielen Menschen verfrühte Hochsommergefühle auslöste, sorgte bei den Mücken für eine rasante Vermehrung. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) warnt nun vor den Folgen der massenhaften Verbreitung, denn Mückenstiche sind nicht nur lästig, sondern können auch starke Schwellungen und schwere Entzündungen hervorrufen. Ein Experte der KKH klärt auf.


Laut KKH müssen entzündete Mückenstiche immer häufiger von einem Arzt behandelt werden. Dies liege unter anderem daran, dass mit jedem Stich Erreger, Keime oder Umweltgifte in den menschlichen Organismus gelangen können. Auch Bakterien, die von tierischem Exkrementen stammen, können so übertragen werden. Besonders bedenklich sei, dass bereits Borreliose-Erreger und das Sindbis-Virus in Mücken nachgewiesen wurden. Schon im Jahr 2016 zeigte eine Studie: Mücken können offenbar auch Borreliose übertragen.

Der warme Mai hat gute Vermehrungsbedingungen für Mücken geschaffen. Die KKH warnt vor einer deutlichen Zunahme von Infektionen durch Mückenstiche. (Bild: Captain Adama/fotolia.com)

Kratzen verboten

Wer sich einen Mückenstich zuzieht, sollte nicht dem Drang des Kratzens nachgeben, denn dies kann laut KKH dazu führen, dass noch mehr Keime in die Wunde gelangen. „Hat eine Mücke zugestochen, auf keinen Fall kratzen“, rät Heiko Langer vom KKH-Serviceteam in Bergisch Gladbach in einer Pressemitteilung zur Mückenplage. Sonst könne es zu einer bakteriellen Infektion kommen. Laut Langer sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, sobald die Hautpartie um den Stich herum dick und heiß wird sowie stark gerötet ist oder schmerzt. Dies gelte auch, wenn nach Mückenstichen während oder nach einem Urlaub in Risikogebieten hohes Fieber und Begleitsymptome auftreten.

Erste Hilfe bei Mückenstichen

Doch was hilft bei Mückenstichen? Statt zu kratzen sollte man ein mit kaltem Wasser getränktes Tuch auf den Stich legen. Bei Bedarf kann dieses auch mit kaltem Wasser nachgetränkt werden, bis der Juckreiz nachlässt. Auch kühlende Salben aus der Apotheke können Abhilfe schaffen. Noch besser ist es, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Diese wirksamen Hausmittel gegen Mücken können dazu beitragen, sich die lästigen Plagegeister vom Leib zu halten:

Eingewanderte Exoten

Im Zuge des Klimawandels und der Globalisierung werden auch in Deutschland immer mehr exotische Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke eingeschleppt. Dies könnte dazu führen, dass Tropenkrankheiten wie Gelbfieber, Dengue und Zika bald auch in Deutschland verbreitet werden. Erst kürzlich wurde bei Mücken in Tschechien das gefährliche West-Nil-Virus gefunden.

(Noch) Kein Grund zur Panik

„Ein Grund zur Panik besteht trotzdem nicht“, beruhigt Heiko Langer. Bislang würden nur wenige Mücke gefährliche Erreger übertragen. Laut KKH können folgende Maßnahmen dazu beitragen, die lästigen Blutsauger fernzuhalten:

  • Mückenschutzmittel nutzen.
  • Keine stark duftenden Deodorants, Parfums und Kosmetika auftragen.
  • Lange Kleidung aus hellem, dicht gewebten Stoff tragen.
  • Fliegengitter an den Fenstern anbringen.
  • Vor Auslandsreisen einen Arzt über mögliche Gefahren durch Insektenstiche befragen.
  • Schwangere sollte besser nicht in Länder (z.B. Brasilien) fahren, wo das Zika-Virus stark verbreitet ist, da dies Fehlbildungen bei Ungeborenen auslösen kann.

(vb)