Wenn Deine Erkältung überhaupt nicht verschwindet: Diese Superinfektion kann gefährlich werden

Alfred Domke

Atemwegsinfektionen: Bei einer Superinfektion am besten schnell zum Arzt

Schnupfen, Kopfschmerzen, Heiserkeit: Im Herbst fangen sich viele Menschen eine Erkältung ein. Meist verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen Bettruhe wieder. Doch wenn die Symptome länger anhalten, könnte eine Superinfektion die Ursache dafür sein. Dann ist es ratsam, schnell einen Arzt aufzusuchen.


In der kalten Jahreszeit sind viele Menschen krank

Eine laufende Nase, Halsschmerzen, Fieber: Es ist nicht ungewöhnlich, sich bei nasskaltem Wetter einen Infekt einzufangen. Da sich die Symptome ähneln, ist manchen Menschen nicht ganz klar, ob sie an einer „einfachen“ Erkältung (grippaler Infekt) oder doch an einer Grippe leiden. Welche Erkrankung vorliegt, ist unter anderem daran zu erkennen, wie schnell sich die Beschwerden einstellen, denn eine echte Grippe tritt ganz plötzlich auf. Zudem sind die Symptome meist intensiver. Wichtig bei beiden Infekten ist, sie immer richtig auszukurieren. Denn sonst steigt das Risiko für eine Superinfektion.

Lassen die Beschwerden bei einer Grippe oder Erkältung nicht nach einer Woche nach, sondern werden sogar stärker, könnte eine Superinfektion die Ursache dafür sein. Dann sollte man am besten einen Arzt aufsuchen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Durch Viren verursacht

Erst kürzlich wurde berichtet, dass etwa jeder vierte Patient mit einer Erkältung vom Arzt Antibiotika verschrieben bekommt. Und das obwohl solche Medikamente bei einem grippalen Infekt gar nicht wirken.

Denn eine Erkältung, ebenso wie die Grippe, wird durch Viren verursacht. Doch Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.

Dennoch kann es sein, dass Patienten, denen Erkältungssymptome zu schaffen machen, ein Antibiotikum brauchen. Und zwar dann, wenn es zu einer Superinfektion gekommen ist.

Infekte immer richtig auskurieren

Viele Menschen machen bei einer Erkältung den Fehler, sich zu früh wieder anzustrengen und den Infekt nicht richtig auszukurieren.

Dann kann es aufgrund des durch Erkältungs- oder Grippeviren geschwächten Immunsystems leicht zu einer Superinfektion (auch Sekundärinfektion genannt) kommen.

Von einer Superinfektion wird gesprochen, wenn zusätzlich zu den Viren, die die Krankheit ausgelöst haben, auch noch ein bakterieller Infekt kommt.

Dann wird man nicht nur die Beschwerden einer Grippe oder Erkältung nicht mehr so schnell los, sondern es kommt mitunter auch zu einer bakteriellen Bronchitis, einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung oder schlimmstenfalls zu einer bakteriellen Lungenentzündung.

Woran eine bakterielle Superinfektion zu erkennen ist

Doch wie kann man eine Superinfektion erkennen? Zum einen daran, dass die Beschwerden einer Grippe oder Erkältung nicht wie üblich nach etwa einer Woche abklingen, sondern sogar schlimmer werden.

Des Weiteren können gelbliches oder grünliches Nasensekret, eitriger Husten-Auswurf, Nasenbluten, verstärkte Kopfschmerzen und anhaltendes Fieber möglich Warnsignale sein.

In solchen Fällen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, der mit einem speziellen Bluttest, dem PCT-Test, feststellen kann, ob eine Superinfektion vorliegt.

Dann kann eine Antibiotikum-Therapie sinnvoll sein, manchmal reicht es jedoch auch aus, die Beschwerden mit Medikamenten, Hausmitteln und viel Ruhe zu lindern. (ad)