Herzschrittmacher und Insulinpumpen können von Hackern angegriffen werden

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Unsichere Medizinprodukte: Herzschrittmacher von Hackern angreifbar

Immer mehr Patienten mit Typ-1-Diabetes tragen eine Insulinpumpe. Zudem werden allein in Deutschland jedes Jahr über 100.000 Herzschrittmacher implantiert. Die beiden Medizinprodukte können zwar einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Betroffen leisten, doch die Geräte sind auch von Hackern angreifbar.


Elektrische Geräte können Funktion von Herzschrittmachern stören

Gesundheitsexperten zufolge werden in Deutschland jedes Jahr über 100.000 Herzschrittmacher implantiert. Betroffenen Patienten wird dazu geraten, bei bestimmten Elektrogeräten vorsichtig zu sein, da dadurch die Funktion der Schrittmacher gestört werden kann. So wird beispielsweise häufig dazu geraten, Smartphones von Schrittmachern fernzuhalten. Gefahr könnte auch durch Hacker bestehen. Denn diese könnten Hilfsmittel wie Herzschrittmacher oder Insulinpumpen angreifen.

Herzschrittmacher und Insulinpumpen könnten von Hackern angegriffen werden. Für die betroffenen Patienten könnte dies tödlich enden. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Drahtlose Datenübertragung

Herzschrittmacher senden per Funk oder Mobilfunknetz zahlreiche Informationen auf den Bildschirm des Arztes.

Und auch Patienten mit Diabetes profitieren von der drahtlosen Datenübertragung zwischen Blutzuckermessgerät und Insulinpumpe.

Wie der IT-Sicherheitsexperte Wolfgang Hommel von der Universität der Bundeswehr München in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erläuterte, ist dies für Patienten oftmals sehr komfortabel.

„Aber dass man damit, wenn es ganz blöd läuft, auch um die Ecke gebracht werden kann, ist den meisten nicht bewusst“, so der Fachmann.

Sicherheitslücken sind seit Jahren bekannt

Auch die Hersteller solcher Geräte haben in der Vergangenheit auf diese Sicherheitslücken hingewiesen.

So teilte etwa der US-Pharmahersteller Johnson & Johnson seinen Kunden in den USA und Kanada mit, dass eine seiner Insulinpumpen gehackt werden könnte.

Und in den USA wurden fast eine halbe Million Menschen dazu aufgerufen, sich ins Krankenhaus zu begeben, um ihren Herzschrittmacher des Herstellers Abbott sicher gegen Hackerangriffe zu machen.

Noch ist kein konkreter Fall bekannt

Wie es in der Agenturmeldung heißt, ist zwar bislang noch kein einziger konkreter Fall bekannt.

Es gibt jedoch zahlreiche Beispielhacks mit konkreten Medizinprodukten, bei denen Fachleute etwa Herzschrittmacher starke Stromimpulse abgeben oder Insulinpumpen hohe Dosen spritzen ließen.

Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney kannte dieses Risiko und ließ deshalb vor vielen Jahren die Fernsteuerungsfunktion an seinem Herzschrittmacher deaktivieren, um möglichen Attacken und Manipulationen von außen vorzubeugen. (ad)