Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Rückenbeschwerden: Sport hilft oft besser als Pillen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Bei vielen Gesundheitsproblemen ist Sport die effektivere Therapie

Von Gesundheitsexperten wird immer wieder hervorgehoben, wie wichtig Sport für unseren Körper ist. Regelmäßige Bewegung kann nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern wirkt auch bei zahlreichen gesundheitlichen Problemen – und zwar oft effektiver als Medikamente.


Medikamentöse Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen

Dass Sport und Bewegung einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit haben, ist lange bekannt. Doch bei körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden greifen viele Menschen trotzdem schnell zu Arzneimitteln. Und das obwohl jede medikamentöse Behandlung auf Dauer auch zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann. In vielen Fällen lohnt es sich daher, andere Therapiemöglichkeiten einzusetzen. Darauf weist die HKK Krankenkasse auf ihrer Webseite hin. Insbesondere Sport ist in vielen Fällen auf Dauer die schonendere Therapie und manchmal auch effizienter als Arzneimittel.

Bei zahlreichen gesundheitlichen Problemen helfen Sport und Bewegung oft besser als Medikamente. (Bild: Mediteraneo/fotolia.com)

Bewegung gegen Kopfschmerzen

So empfiehlt beispielsweise die Schmerzklinik Kiel Migräne- und Verspannungskopfschmerz-Patienten regelmäßigen Ausdauersport.

Bereits 30 Minuten Training an drei Tagen die Woche konnte bei einer wissenschaftlichen Untersuchung schon nach sechs Wochen die Schmerzattacken halbieren – und auch die Intensität der Schmerzen ließ deutlich nach.

Gründe für die deutlich nachweisbare therapeutische Wirkung des Sports sind vor allem die bessere Durchblutung des Nervensystems, eine optimale Versorgung mit Sauerstoff und eine Aktivierung der körpereigenen Schmerzabwehrstoffe.

Denn laut der Krankenkasse produziert der Körper unter körperlicher Belastung verstärkt Endorphine – und zwar insbesondere in den Gehirnregionen, die für die Verarbeitung von Gefühlen und die Unterdrückung von Schmerzen verantwortlich sind.

Die Endorphine überlagern quasi den Schmerz – ein Effekt, den viele Schmerzpatienten nutzen können: Denn gerade bei ihnen treten oft Schmerzen auf, obwohl es keine direkte körperliche Ursache dafür gibt.

Rückenmuskulatur stärken

Auch typische Verspannungskopfschmerzen lassen sich sehr gut durch Sport behandeln, weil durch die Bewegung Muskeln und Sehnen gelockert werden und sich Verspannungen lösen.

Zudem kräftigt regelmäßiges Training die Muskulatur nachhaltig, so dass es erst gar nicht zu den starken Verspannungen kommen kann, die typischerweise Kopfschmerzen auslösen.

Gleiches gilt auch für Rückenbeschwerden, denn eine untrainierte Rückenmuskulatur neigt schneller zu schmerzhaften Verspannungen.

Früher wurden Rückenschmerzen oft mit Spritzen behandelt, doch heute setzen viele Ärzte eher darauf, gezielt die Rückenmuskeln zu stärken, da dadurch die meisten Beschwerden automatisch verschwinden.

Bandscheibenvorfällen lässt sich so ebenfalls am besten vorbeugen: Denn je kräftiger die Muskeln sind, umso weniger Last muss die Wirbelsäule tragen.

Damit sinkt die Belastung für die Bandscheiben, die für die „Federung“ zwischen den einzelnen Wirbelknochen sorgen.

Zur Vorbeugung und Behandlung von Bluthochdruck

Auch das Herz-Kreislauf-System profitiert von regelmäßiger Bewegung. Vor allem Blutdruckwerte lassen sich durch moderate Ausdauer-Belastung beeinflussen.

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Bei Bluthochdruck ist zwar oft eine medikamentöse Einstellung unabdingbar, damit der hohe Blutdruck die Gefäße oder das Herz nicht schädigen kann.

Dennoch ist Sport ein wirksames Mittel, um die Blutdruckwerte auf natürliche Weise zu senken. Vor allem bei nur leicht erhöhtem Blutdruck kann ein Bewegungsprogramm die sinnvollste Therapie sein.

Doch auch als Ergänzung zu einer Arzneimitteltherapie macht Sport – unter ärztlicher Kontrolle – meist Sinn.

Die HKK erklärt den Grund dafür: Jede körperliche Belastung führt zu einem Anstieg des Blutdrucks – auch Sport. Nach der Anstrengung kommt es aber zu einem deutlichen Absinken des Blutdrucks.

Gerade bei Personen mit Blutdruckproblemen hat man dabei festgestellt, dass der Blutdruck unter den ursprünglichen Ruhewert sinken kann – und zwar schon nach moderaten 15-minütigen Ausdauer-Belastungen für bis zu einer Stunde!

Durch regelmäßiges Training verlängert sich dieser Effekt sogar. Der Blutdruck pendelt sich so auf Dauer auf einem insgesamt niedrigeren Wert ein. Und auch die Belastungswerte werden deutlich gesenkt, wodurch das Schlaganfall– und Herzinfarkt-Risiko deutlich gesenkt werden.

Ideal sind Ausdauer-Sportarten wie Laufen, Walken oder Radfahren. In jedem Fall gilt aber für Blutdruck-Patienten, dass sie mit dem Arzt besprechen, wie sie das Trainingsprogramm gestalten sollten, um mögliche Risiken durch eine Überlastung zu vermeiden.

Nicht zuletzt ist Sport auch zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck bestens geeignet. So konnte eine wissenschaftliche Studie der Universität von Minnesota in den USA zeigen: Wer in jüngeren Jahren intensiv trainierte, hat im weiteren Lebensverlauf meist keine Probleme mit Bluthochdruck.

Kein Sport bei Erkältungen

Bei solchen Gesundheitsproblemen sollten Sie daher nicht nur an Medikamente denken, sondern auch prüfen, ob Bewegung dazu beitragen kann, den Körper fit zu halten.

Bei akuten Erkältungen und ähnlichen Infektionskrankheiten ist Sport jedoch tabu, weil der Körper dann alle Kräfte braucht , um die Viren bzw. Bakterien zu bekämpfen.

Körperliche Anstrengung erhöht in diesem Fall nur das Risiko, die Erkrankung zu verschleppen. (ad)