Künstlich gesüßte Getränke verringern das Risiko tödlicher Dickdarmkrebs-Erkrankungen

Alexander Stindt

Schützen künstlich gesüßte Getränke vor Krebs?

Der Konsum von künstlich gesüßten Getränken ist scheinbar mit einem signifikant niedrigeren Risiko für das Wiederauftreten von Dickdarmkrebs und den Tod durch Krebs verbunden. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie des Yale Cancer Center.


Die Wissenschaftler stellten im Verlauf ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass das Trinken von künstlich gesüßten Getränken mit einem niedrigeren Risiko für das Wiederauftreten von Dickdarmkrebs und dem Tod durch Krebs in Verbindung zu stehen scheinen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „PLOS ONE“.

Sogenannte Softdrinks sind häufig künstlich gesüßt. Mediziner stellten jetzt fest, dass künstlich gesüßte Getränke vor dem Tod durch Dickdarmkrebs schützen können. (Bild: Jag_cz/fotolia.com)

Sind künstlich gesüßte Getränke wirklich ungesund?

Künstlich gesüßte Getränke haben einen eher schlechten Ruf. Ihnen wird nachgesagt, dass der Konsum zu verschiedenen Gesundheitsrisiken führen kann, welche allerdings nie wirklich dokumentiert werden, erklärt der Studienautor Dr. Charles S. Fuchs vom Yale Cancer Center.

Künstlich gesüßte Getränke können Wiederauftreten von Krebs verhindern

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass das Wiederauftreten von Krebs und mit Krebs zusammenhängende Tode bei Patienten, die wegen fortgeschrittenem Dickdarmkrebs behandelt wurden, durch den Konsum von künstlich gesüßten Getränken reduziert wird. Dies ist ein wirklich spannender Befund, sagen die Wissenschaftler.

Experten untersuchten über 1.000 Teilnehmer

Dr. Fuchs und sein Forscherteam stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass bei der Analyse von insgesamt 1.018 Patienten diejenigen Teilnehmer, die pro Tag eine oder mehrere 12-Unzen-Portionen (Etwa 340 Gramm) künstlich gesüßter Getränke zu sich nahmen, das Risikos eines Wiederauftretens von Krebs oder eines Todes durch Krebs um 46 Prozent reduzierten, verglichen mit Patienten, welche keine solchen Getränke konsumierten. Die sogenannten Softdrinks umfassten beispielsweise koffeinhaltige Cola, koffeinfreie Cola und andere kohlensäurehaltige Getränke.

Zucker durch Süßstoff ersetzen?

Eine zweite Analyse ergab dann, dass etwa die Hälfte dieses Nutzens auf die Substitution eines mit Zucker gesüßten Getränks durch ein künstlich gesüßtes Getränk zurückzuführen ist, erläutern die Experten. Während der Zusammenhang zwischen dem Wiederauftreten von Dickdarmkrebs und dem Tod etwas stärker war, als eigentlich von den Forschern vermutet wurde, passt der Befund zu allem, was über das Darmkrebsrisiko im Allgemeinen bekannt ist, erklären die Autoren der Studie.

Künstliche gesüßte Getränke sind eine gesündere Alternative

Faktoren wie beispielsweise Fettleibigkeit, sesshafte Lebensweise und eine Ernährung, welche mit Diabetes in Verbindung gebracht wird, führen zu einem Überschuss der Energiebilanz und sind bereits bekannte Risikofaktoren. Die Mediziner fanden heraus, dass die Verwendung von künstlich gesüßten Getränken hinsichtlich des Wiederauftretens und Überlebens von Dickdarmkrebs kein Gesundheitsrisiko darstellt, sondern eher einen gesundheitlichen Nutzen hat, fügen die Forscher hinzu. (as)