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Freigesetztes Gas: Familie durch Aquarium-Reinigung lebensbedrohlich vergiftete

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
8. April 2018
in News
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Reinigung von Aquarium setzt Palytoxin frei

Wenn Sie Besitzer eines Aquariums sind, kennen Sie das Problem sicherlich: Ein Aquarium sieht zwar sehr schön aus, macht aber auch eine Menge Arbeit. Gerade eine regelmäßige Reinigung erfordert viel Zeit und Mühe. Dass die Reinigung eines Aquariums aber auch zu einer Vergiftung und eventuell sogar zu Tod der Betroffenen führen kann, dürfte für die meisten Menschen neu sein. Doch ein britischer Mann hat sich, seine Familienmitglieder und vier Feuerwehrleute durch die Reinigung seines Aquariums vergiftet und in Lebensgefahr gebracht.

Chris Matthews, ein 27 Jahre alter Brite, wollte eigentlich nur sein Aquarium reinigen. Dabei vergiftete er sich selbst, seine Familie, zwei Hunde und vier Feuerwehrmänner. Chris schabte bei der Reinigung an einem mit Korallen bedeckten Felsen, dies löste die Freisetzung von giftigen Dämpfen aus. Zunächst blieb der Vorgang unbemerkt, doch am nächsten Tag erkrankten Chris, seine Freundin, seine Mutter, sein Vater, seine Schwester und ihr Freund an grippeähnlichen Symptomen. Sogar die Hunde der Familie erkrankten an Atemnot, Husten und Fieber. Die Symptome wurden so schlimm wie bei einer Lungenentzündung, berichtet Chris Matthews laut Fox News. Chris bekam Angst, dass seine Familie vergiftet sein könnte, er rief den Notruf an und die Familie wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Es folgte eine großangelegte Notfallmaßnahme, bei der die betroffene Straße für die Öffentlichkeit geschlossen und eine Polizeisperrung errichtet wurde.

Reinigung von Korallen setzte tödliche Substanz Palytoxin frei

Bei der Reinigung kratze Chris einen von Korallen besetzten Felsen sauber. Versehentlich setzte er dadurch die tödliche Substanz Palytoxin frei. Nach der vollendeten Reinigung ging Chris schlafen. Am folgenden Tag erlitt die ganze Familie grippeähnliche Symptome, und sogar ihre beiden Hunde erkrankten. Chris litt unter Kurzatmigkeit, Husten und Fieber. Im Laufe des Tages erkrankten auch seine Mutter, seine Schwester und ihr Freund in unterschiedlich starkem Ausmaß. Durch die eingeatmeten giftigen Dämpfe mussten alle Familienangehörigen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sogar die Hunde mussten nach dem Einatmen des Giftes behandelt werden.

Vier Feuerwehrleute wurden ebenfalls vergiftet

Vier Feuerwehrleute, welche als Erste vor Ort waren, wurden später ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert. Sie wurden dann nach einiger Zeit zusammen mit drei Familienangehörigen wieder entlassen. Die anderen Mitglieder der Familie wurden über Nacht im Krankenhaus behalten, um dort Bluttests durchzuführen.

Eine weitere Nacht in dem vergifteten Haus hätte zum Tod führen können

Die Symptome waren schlimmer als bei einer Grippe, die Familienangehörigen konnten sich auf nichts mehr konzentrieren, erklärt Chris. Die Temperatur stieg an, und die Mitglieder der Familie hatten Probleme zu atmen und litten unter starkem Husten. Die Familie wachte am nächsten Morgen auf und fühlte sich benommen. Dadurch gingen sie davon aus, dass sie an der Grippe erkrankt seien. Als dann aber auch die beiden Hunde ähnliche Symptome entwickelten, bemerkten die Familienangehörigen, dass etwas nicht stimmte. Wenn die Familie noch eine weitere Nacht in ihrem Schlafzimmer verbracht hätten, wäre dies wahrscheinlich lebensgefährlich gewesen.

Was ist Palytoxin?

Die Situation ist sehr beunruhigend- denn was hätte passieren können, wenn ein kleines Kind oder eine ältere Person sich in dem Haus aufgehalten hätte. Das Haus wurde eine Nacht lang durchgelüftet, während speziell ausgebildete Mitarbeiter der Oxfordshire Feuerwehr mit Public Health England zusammenarbeiteten, um den Rest der Korallen zu entfernen. Diese hatten sogenanntes Palytoxin freigesetzt. Palytoxin kann zu Rhabdomyolyse führen, welche den Zerfall von Skelettmuskulatur auslöst. Mit anderen Worten: Der Inhalt von Muskelzellen, wie z.B. Kalium und Kalzium, Myoglobin, sowie andere Proteine wird in das Blutplasma freigesetzt. Das Gift kann zu einem bitteren und metallischen Geschmack führen und Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Lethargie, Parästhesien, Bradykardie, Nierenversagen, Empfindungsstörungen, Muskelkrämpfe, Tremor Myalgie, Zyanose und Atemnot verursachen. Letztendlich kann es sogar zum Tod des Erkrankten führen. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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