Osteoporose: Was gegen die Knochenerkrankung wirklich hilft

Alfred Domke

Wenn die Knochen dünn und brüchig werden: Wissenswertes über Osteoporose

Gesundheitsexperten zufolge ist Osteoporose weltweit die häufigste Knochenerkrankung. Allein in Deutschland sind über sechs Millionen Menschen von der Krankheit, die auch als „Knochenschwund“ bezeichnet wird, betroffen. Und es werden immer mehr. Doch das müsste nicht sein. Experten erklären, wie man Osteoporose vorbeugen kann.


Eine der häufigsten Krankheiten weltweit

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Krankheiten weltweit. Allein in Deutschland leiden nach Expertenschätzungen rund sechs Millionen Menschen daran, Tendenz steigend. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die dabei helfen, sich vor Osteoporose zu schützen.

Osteoporose ist weltweit die häufigste Knochenerkrankung. Hierzulande sind über sechs Millionen Menschen betroffen. Und es werden mehr. Doch es gibt Möglichkeiten, der Krankheit vorzubeugen. (Bild: crevis/fotolia.com)

Was ist Osteoporose?

Osteoporose bedeutet wörtlich übersetzt „poröser Knochen“ und wird deshalb im Volksmund häufig als „Knochenschwund“ bezeichnet. Die Stoffwechselkrankheit, bei der der Körper verstärkt Knochensubstanz abbaut, betrifft überwiegend ältere Menschen.

Die Knochenmasse nimmt in der Regel bis zum 30. Lebensjahr zu. Ab dann verlieren gesunde Menschen pro Jahr 0,5 bis ein Prozent.

„Das ist aber völlig normal“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung in einer Mitteilung, in der über Osteoporose und mögliche Therapiemaßnahmen aufgeklärt wird.

„Bei Osteoporose-Patienten geht die Knochendichte, also die Knochenmasse pro Volumeneinheit, pro Jahr im Extremfall bis zu sechs Prozent zurück“, so der Mediziner.

Als Folge können dann schon bei geringen Belastungen oder einfachen Stürzen die Knochen brechen.

Ursachen und Risikofaktoren

Ärzte unterscheiden zwei Formen der Osteoporose: die primäre und die sekundäre. Erstere tritt in 95 Prozent der Fälle auf.

Den Experten zufolge entsteht sie einerseits bei Frauen in den Wechseljahren durch einen Mangel an Östrogen, das für den Knochenaufbau wichtig ist.

Andererseits kann sich bei Männern und Frauen gleichermaßen mit zunehmendem Alter der Knochenabbau erhöhen, insbesondere ab dem 70. Lebensjahr. Mediziner sprechen dann auch von seniler Osteoporose.

In den übrigen Fällen liegt eine sekundäre Osteoporose vor. Dabei tritt der Knochenschwund als Folge anderer Erkrankungen – etwa Arthrose, Schilddrüsenüberfunktion – oder aufgrund einer dauerhaften Einnahme von Medikamenten, wie Kortison oder Antidepressiva, auf.

Zusätzlich werden beide Formen der Osteoporose von weiteren Faktoren begünstigt: Zum Beispiel sind Frauen aufgrund ihrer feiner gebauten Knochen generell häufiger betroffen. Die erbliche Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle.

„Hatte ein Elternteil bereits mit Knochenschwund zu kämpfen, ist das Risiko für die Kinder erhöht“, erklärt Reuter.

Nicht zuletzt kann auch ein ungesunder Lebensstil mit ungesunder Ernährung, Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht Osteoporose begünstigen.

Symptome und Diagnose

Das Tückische an Osteoporose ist, dass sie schleichend auftritt und lange ohne Symptome bleibt.

„Ein ungewollter Gewichtsverlust um mehr als zehn Prozent oder Knochenbrüche bei geringen Belastungen können erste Anzeichen sein“, so Reuter.

Dann kommt es oft zu einem Oberschenkelhalsbruch oder zu einer Fraktur von Wirbelkörpern. Um derart schwerwiegende Folgen zu vermeiden, ist es wichtig, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen.

Wie die Experten erklären, ist die Knochendichtemessung (DXA) ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik. Dabei durchleuchten Röntgenstrahlen die Lendenwirbelsäule und den Oberschenkelhals.

Auf diese Weise ermitteln die Ärzte den sogenannten T-Wert. „Er gibt an, um wie viele Einheiten die Knochendichte vom Standard T-Wert 0 – dem Wert einer 30-jährigen Person – abweicht. Ab einem T-Wert von -2,5 liegt eine Osteoporose vor“, erklärt Reuter.

Osteoporose vorbeugen

Um der Krankheit vorzubeugen, rät der DKV Experte zu einem gesunden Lebensstil. Die Basis dafür ist eine ausgewogene Ernährung. Insbesondere Kalzium und Vitamin D sind wichtig für starke Knochen.

„Gute Kalzium-Lieferanten sind zum Beispiel Milchprodukte, Spinat oder Brokkoli“, so Reuter.

„Gute Quellen für Vitamin D sind fettreicher Fisch, Eier oder Butter. Zudem ist Sonnenlicht sehr hilfreich. Denn mithilfe der Sonne bildet der Körper Vitamin D von selbst.“

Darüber hinaus hilft regelmäßige Bewegung gegen Osteoporose. Beispielsweise Spazieren gehen oder Schwimmen wirken sich positiv auf die Knochenstruktur aus und fördern Muskelkraft und Koordination.

Weil Rauchen dem Knochenaufbau schadet, sollte besser ganz darauf verzichtet werden. Wer bereits die Diagnose Osteoporose erhalten hat, sollte spätestens dann auf eine gesunde Lebensweise setzen.

Bei einer fortgeschrittenen Osteoporose verschreiben Ärzte Patienten meist Medikamente, die die Knochen stärken und den Abbau aufhalten. Schmerzen lassen sich zum Beispiel durch Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac lindern.

Physikalische Therapiemaßnahmen wie Massagen sowie Kälte- oder Wärmebehandlungen können ebenfalls helfen.

„Wer Symptome bei sich bemerkt, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto weniger beeinträchtigt sie den Alltag und das Lebensgefühl“, schließt der DKV Experte ab. (ad)