Richtige Lagerung von Arzneimitteln bei Hitze beachten

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Rekordhitze kann zu Schäden an Medikamenten führen

Der Deutsche Wetterdienst gab kürzlich bekannt, dass der Juni 2019 der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung ist. Angesichts der hohen Temperaturen sollte auf eine richtige Lagerung von Medikamenten geachtet werden, denn Hitze und Sonneneinstrahlung können manche Arzneimittel unbrauchbar machen.


Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) macht darauf Aufmerksam, dass die momentanen Temperaturen vielen Medikamenten schaden können. Die meisten Arzneien seien am besten in einer kühlen und trockenen Umgebung aufgehoben. Was bei der Aufbewahrung von Arzneimitteln bei den Rekordtemperaturen zu beachten ist, erklärt Dr. Elmar Kroth, der Geschäftsführer Wissenschaft des BAH.

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller gibt Auskunft über die richtige Lagerung von Arzneien, da es bei hohen Temperaturen schnell zu Schäden kommen kann. (Bild: denisismagilov/fotolia.com)

Arzneimittel bei Hitze nicht im Auto lassen

„Arzneimittel sind empfindliche Produkte“, betont der Experte. Zu hohe Lagertemperaturen und direkte Sonneneinstrahlung können ihre Qualität beeinträchtigen. Deshalb sollte man Medikamente nicht an Orten lagern, die direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Auch von der Lagerung im Auto rät der Fachmann ab. Dort werden teilweise Temperaturen erreicht, die zu Schäden an den Mitteln führen können.

Nicht alle Medikamente sind im Kühlschrank gut aufgehoben

Ebenfalls sollte man davon absehen, einfach alle Medikamente in den Kühlschrank zu packen, denn viele Arzneien vertragen dies nicht. Dr. Kroth zufolge gehören nur die Medikamente in den Kühlschrank, bei denen ausdrücklich eine solche Lagerung auf dem Beipackzettel empfohlen wird. Andere Arzneimittel können bei zu niedrigen Lagertemperaturen und Feuchtigkeit im Kühlschrank Schaden nehmen.

Veränderungen nicht ignorieren

Sollte sich ein Medikament in irgendeiner Weise verändert haben, ist von der Einnahme abzuraten, empfiehlt der BAH. Im Zweifelsfall könne das Fachpersonal in einer Apotheke befragt werden. Bei folgenden beispielhaften Veränderungen, die bei einer Lagerung aufgetreten sind, sollten die Medikamente nicht mehr eingenommen werden:

  • Tabletten: Verfärbungen, Risse oder Geruchsentwicklung.
  • Säfte und Injektionslösungen: Ausflockung oder Trübung.
  • Salben und Gele: Verflüssigung, Verfärbungen oder Geruchsbildung.

Packungsbeilage beachten

Die meisten Medikamente sind bei einer Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius am besten aufgehoben. „Angaben zur sachgerechten Aufbewahrung – auch zur Aufbewahrungstemperatur – befinden sich auf der Umverpackung des Arzneimittels und in der Packungsbeilage“, so Dr. Kroth. (vb)

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Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH): Rekordhitze in Deutschland: Arzneimittel richtig lagern (Abruf: 30.06.2019), bah-bonn.de