Schnarchen und Schlafapnoe kann Krebs auslösen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Wie sich gestörter Schlaf auf das Krebsrisiko auswirkt

Schlaf ist extrem wichtig für die menschliche Gesundheit. Zu wenig Schlaf und gestörter Schlaf erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ernsthaft zu erkranken. Nächtliches Schnarchen und Erschöpfung oder Müdigkeit nach dem Schlafen können darauf hindeuten, dass ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Krebs vorliegt.


Bei der aktuellen Untersuchung der Aristotle University of Thessaloniki in Griechenland konnte festgestellt werden, dass Schnarchen bei Frauen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Diagnose von Krebs verbunden ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „European Respiratory Journal“ veröffentlicht.

Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf sind oftmals nicht nur für die Betroffenen eine Belastung, auch die Partner leiden. Wenn Frauen schnarchen, kann dies zudem auf ein erhöhtes Risiko für Krebs hinweisen. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Sind nur Frauen von dem Risiko betroffen?

Wenn Frauen an Schlafapnoe leiden, haben sie eine höhere Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, verglichen mit nicht an dieser Krankheit leidenden Frauen. Wenn bei Frauen mit Schlafapnoe nachts der Blutsauerstoffspiegel stark absank, war dies mit einem höheren Krebsrisiko verbunden. Allerdings war der gleiche Trend bei Männern nicht zu beobachten, berichten die Autoren der Studie. Jüngste Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass niedrige Blutsauerstoffwerte während der Nacht und Schlafstörungen, welche beide bei obstruktiver Schlafapnoe häufig auftreten, eine wichtige Rolle in der Biologie verschiedener Krebsarten spielen können. Der Forschungsbereich ist jedoch noch relativ neu und die Auswirkungen des Geschlechts auf den Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Krebs wurden zuvor nicht im Detail untersucht.

Mehr als 19.000 Menschen nahmen an der Studie teil

Für die aktuelle Studie wurden mehr als 19.000 Menschen untersucht, welche ihr Alter, ihren BMI, ihren Raucherstatus und ihren Konsum von Alkohol aufzeichneten. Die Forschenden analysierten anschließend, wie oft jeder Proband eine teilweise oder vollständige Schließung seiner Atemwege pro Stunde Schlaf erlebte und wie oft sein Blutsauerstoffgehalt unter 90 Prozent abfiel. Krebs trat bei Frauen mit Schlafapnoe häufiger auf und auch wenn alle anderen Faktoren berücksichtigt wurden, waren Männer mit den selben Beschwerden seltener von Krebs betroffen. Bei 388 Personen wurde Krebs diagnostiziert, davon 160 Frauen und 228 Männer. Die häufigste Form von Krebs bei Frauen waren Brustkrebserkrankungen, während Männern oft von Prostatakrebs betroffen waren. Die Verbindung zwischen Krebs und Schlafapnoe war besonders stark bei den untersuchten Frauen und weniger ausgeprägt bei den Männern, berichten die Autoren der Studie. Dies deutet darauf hin, dass schwere Schlafapnoe ein Indikator für Krebs bei Frauen sein könnte, obwohl weitere Forschung erforderlich ist, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Welche Symptome deuten auf Schlafapnoe hin?

Die klassischen Symptome von Schlafapnoe wie beispielsweise Schläfrigkeit, Schnarchen und Atemstillstand in der Nacht treten bei Männern häufiger auf, während andere weniger bekannte Symptome wie Depressionen und morgendliche Kopfschmerzen öfter Frauen betreffen.

Wie können wir uns vor Schlafapnoe schützen?

Ärzte sollten weiterhin wachsam sein, wenn sie Menschen mit möglicher Schlafapnoe untersuchen, insbesondere Frauen, bei denen oft weniger eindeutige Symptome auftreten. Sowohl weiblichen als auch männlichen Patienten mit Schlafapnoe sollte geraten werden, sich an die Therapie zu halten und einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Sie sollten auf ausreichende körperlicher Aktivität und Bewegung, Erreichen des idealen Körpergewichts und eine Einschränkung des Alkoholkonsums achten und gegebenenfalls das Rauchen aufgeben. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.