Schock-Diagnosen: Kind kommt mit Kopf- und Bauchschmerzen in die Klinik – kurz danach ist sie tot

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Vierjährige klagt über Bauch- und Kopfschmerzen – und stirbt nach wenigen Tagen

In Großbritannien ist ein vierjähriges Mädchen, das über Bauch- und Kopfschmerzen klagte, nur wenige Tage nach der Einlieferung in ein Krankenhaus gestorben. Die Ärzte stellten fest, dass sich das Kind mit Meningokokken Typ B infiziert hatte.


Mädchen wurde nur vier Jahre alt

In England ist ein vierjähriges Mädchen an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Das Kind war nur wenige Tage zuvor mit relativ harmlosen Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Wenn die kleine Evie etwas später auf die Welt gekommen wäre, könnte sie womöglich noch leben, weil Kinder in Großbritannien seit 2015 gegen Meningokokken geimpft werden.

In England ist ein vierjähriges Mädchen an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Eine Impfung hätte ihr womöglich das Leben retten können. (Bild: Wolfilser/fotolia.com)

Es fing mit harmlosen Symptomen an

Wie die englische Zeitung „Daily Mail“ berichtet, fing die Tragödie damit an, dass die vierjährige Evie aus Radcliffe in der Nähe von Manchester, eines Morgens im Haus einer Freundin nicht frühstücken wollte.

„Sie sagte, sie habe Kopfschmerzen“, erklärte ihre Mutter Cortney, die ihre Tochter daraufhin nach Hause brachte. „Als wir aus dem Auto stiegen, sagte sie, sie hätte Bauchschmerzen“, so die 20-Jährige.

„Ich habe sie ins Haus gebracht und ihre Temperatur gemessen. Die lag bei 40,1 ° C.“ Die junge Mutter alarmierte sofort den Notruf und ein Krankenwagen brachte die Kleine und ihre besorgte Mutter zum Manchester Children’s Hospital.

Auf dem Weg dorthin hatte das Mädchen, wie schon zuhause, immer wieder Krampfanfälle. Zudem waren ihre Pupillen riesengroß.

Im Krankenhaus stellten die Ärzte schnell fest, dass die Vierjährige an einer Meningokokken-Infektion erkrankt war. Eine CT-Untersuchung zeigte, dass die Krankheit bereits einen Hirnschaden verursacht hatte, weshalb das Kind ins künstliche Koma versetzt wurde.

Doch Evie erholte sich nicht mehr und starb nur wenige Tage nach der Einlieferung in die Klinik.

Übertragung per Tröpfcheninfektion

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln und dort laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung ohne Anhalt klinischer Symptome nachweisbar sind.

Übertragen werden sie am häufigsten per Tröpfcheninfektion. Die Bakterien gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinen Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum in die Luft und können aus kurzer Entfernung eingeatmet werden.

Zudem können die Erreger auch bei engem Kontakt mit Erkrankten als Schmierinfektion übertragen werden, beispielsweise durch Berührung des Nasensekrets. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien schnell ab.

Verschiedene Verlaufsformen

Gesundheitsexperten zufolge können zwei Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung einzeln oder zusammen auftreten:

„Meningokokken-Erkrankungen verlaufen in ca. zwei Drittel der Fälle als Meningitis. In ca. einem Drittel der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet“, schreibt das RKI auf seiner Webseite.

Der Krankheitsbeginn ist meistens sehr plötzlich und schnell fortschreitend.

Bei Symptomen schnell ins Krankenhaus

Bei einer Infektion kann es unter anderem zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Übelkeit kommen.

Weitere Beschwerden einer Hirnhautentzündung sind Fieber, Lichtempfindlichkeit, Schüttelfrost und eine getrübte Bewusstseinslage, wie zum Beispiel eine starke Schläfrigkeit oder Benommenheit.

An einer Meningokokken-Infektion kann grundsätzlich jeder erkranken. Am häufigsten trifft es jedoch Säuglinge im ersten Lebensjahr, Kleinkinder oder Jugendliche.

„Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage, sie kann allerdings auch zwischen 2 und 10 Tagen liegen“, so das RKI.

Bereits bei Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion müssen Erkrankte sofort ins Krankenhaus! Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Seit einigen Jahren steht eine Impfung gegen die tödliche Erkrankung zur Verfügung.

Impfstoffe verfügbar

Es gibt verschiedene Meningokokken-Typen. In Deutschland sind die Serogruppen B und C am häufigsten.

Gegen alle fünf hierzulande vorkommenden Serogruppen – A, B, C, W135 und Y – sind Impfstoffe verfügbar. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken C ab dem zwölften Lebensmonat.

Personen mit eingeschränkter Immunfunktion oder engem Kontakt zu einem an Meningokokken Erkrankten empfiehlt die STIKO zusätzlich eine Impfung gegen die Serogruppe B. Eine generelle Empfehlung steht zurzeit noch aus.

Impfung hätte ihr Leben retten können

Der Impfstoff hätte womöglich auch der kleinen Evie das Leben retten können. Doch das Mädchen, dass sich mit Meningokokken Typ B infiziert hatte, wurde vor 2015 geboren, dem Jahr in dem in Großbritannien die Impfung gegen die Infektion eingeführt wurde.

Ihre Mutter will nun andere Eltern aufklären. „Ich bin 20 Jahre alt und habe noch nie von Meningokokken Typ B gehört“, sagte die junge Frau.

„Ich möchte sicherstellen, dass die Leute davon wissen. Ich dachte, ein Ausschlag wäre normalerweise ein Zeichen einer Meningitis. Aber acht von zehn Menschen bekommen keinen Ausschlag.“

Ein wenig Trost erfahre die Mutter beim Gedanken daran, dass der Tod ihrer Tochter einem anderen Kind das Leben gerettet hat.

Denn ein drei Jahre altes Mädchen habe ihr Herz in einer lebensrettenden Transplantation erhalten. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.