Tödliches West-Nil-Fieber breitet sich in Europa aus – schon 17 Todesfälle

Volker Blasek

231 Fälle von West-Nil-Fieber in der EU gemeldet

Das „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) warnt derzeit vor ungewöhnliche vielen Fällen von West-Nil-Fieber innerhalb der Europäischen Union. Nach Angaben der Agentur wurden zwischen dem 3. und 9. August 2018 120 Krankheitfälle in EU Mitgliedsstaaten gemeldet. Bereits elf Personen vielen der gefährlichen Krankheit, die über den Stich der Tigermücke übertragen wird, zum Opfer.


Die ECDC informiert in einer Wochenmitteilung über die erhöhte Erkrankungsgefahr im EU-Ausland. Italien hat es besonders schwer getroffen. Hier wurden 72 Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet. In Griechenland wurden 16 Personen infiziert, drei Menschen starben an den Folgen. Auch Rumänien meldet 16 Fälle. In Ungarn kam es zu 13 Infektionen und in Frankreich zu drei. In EU-Nachbarländern kam es ebenfalls zu Ausbrüchen. Serbien meldete 32 Infektionen und fünf Todesfälle und Kosovo berichtet von zwei Fällen, wobei es zu einem tödlichen Verlauf kam.

Dieses Jahr wurden besonders viele Fälle des gefährlichen West-Nil-Fiebers in Europa gemeldet. Bislang kam es zu 335 gemeldeten Infektionen mit insgesamt 17 Todesfällen. (Bild: mycteria/fotolia.com)

Dieses Jahr besonders viele Fälle

Insgesamt berichtet die ECDC von bislang 231 Fällen in EU-Mitgliedstaaten und 104 Fällen in EU-Nachbarländern. Es kam zu insgesamt 17 Todesfällen. Damit ist dies bereits der heftigste Ausbruch der letzten Jahre.

Kommen Tropenkrankheiten in Europa immer häufiger vor?

Schon seit einiger Zeit wurde davor gewarnt, dass sich gefährliche Erreger an der Adria stark verbreiten. Auch Experten geben immer wieder zu bedenken, dass eingewanderte Tiger-Mücken Übertäger schwerer Infektionsrankheiten sein können. Das Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin bestätigte kürzlich, dass sich das tropische Chikungunya-Virus beispielsweise auch in Deutschland ausbreiten könnte.

Wie äußert sich das West-Nil-Fieber?

Mücken gelten hauptsächlich als Überträger des West-Nil-Fiebers. Die Infektion läuft bei vielen Betroffenen unbemerkt und symptomfrei ab. Nur etwa einer von fünf Infizierten zeigt grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei manchen Betroffenen kommen auch Lymphknotenschwellungen hinzu. Des Weiteren entwickeln etwa ein Drittel aller Patienten Hautausschläge. In selten Fällen kann es zu einer Hirnhautentzündung kommen.

Wie gefährlich ist das West-Nil-Fieber?

Besonders für ältere Menschen stellt das Virus eine Gefahr dar. Es kann zu schweren Komplikationen kommen, die mitunter tödlich enden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet, dass durchschnittlich eine von 150 Erkrankungen tödlich verläuft. In dem aktuellen Fällen kam es aber bereits zu 17 Todesfällen aus 335 gemeldeten Erkrankungen. Da es aber nicht bei jedem Infizierten zu Symptomen kommt, ist es wahrscheinlich, dass ein großer Teil der Infektionen gar nicht gemeldet wurde.

Mückenschutz gilt als beste Prävention

Die beste Prävention vor West-Nil-Fieber und anderen Krankheiten, die von Mücken übertragen werden, ist, sich nicht stechen zu lassen. Dabei gibt es neben den gängigen Mückensprays noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, die lästigen Plagegeister mit natürlichen Hausmitteln zu vertreiben. Moskitonetze vor den Fenstern halten die Mücken davon ab, ins Haus zu gelangen. Lange und helle Kleidung schützt ebenso vor Stichen. Ebenso können Gerüche wie Knoblauch oder auch bestimmte ätherische Öle die ungebetenen Gäste vertreiben. (vb)