Warnung: Hochansteckende Masern-Erkrankungen breiten sich verstärkt aus

Vermehrt Masernfälle gemeldet: Köln warnt vor hochansteckenden Viren

Gesundheitsexperten wiesen vor kurzem auf die steigende Zahl der Masernfälle in Deutschland hin. Auch in Köln erkranken aktuell immer mehr Menschen an der hochansteckenden Infektionskrankheit – insbesondere Erwachsene, aber auch Kindern. Das Gesundheitsamt der Stadt ruft dazu auf, den Impfschutz überprüfen zu lassen.


Deutlich mehr Masernfälle als im Vorjahr

Masern werden von manchen Menschen noch immer als harmlose Kinderkrankheit abgetan. Doch die Krankheit befällt auch Erwachsene. In Köln häufen sich derzeit die Erkrankungen. Seit Anfang des Jahres 2018 gingen beim Gesundheitsamt der Domstadt 16 bestätigte Meldungen ein, das sind doppelt so viele Masern-Meldungen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

In Köln häufen sich derzeit die Masern-Erkrankungen. Das Gesundheitsamt ruft dazu auf, den Impfschutz überprüfen zu lassen. (Bild: Trueffelpix/fotolia.com)

Ernstzunehmende Erkrankung

„Masern sind eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch Viren hervorgerufen wird. Dabei handelt es sich nicht um eine harmlose Kinderkrankheit“, heißt es in einer Mitteilung des Kölner Gesundheitsamtes.

Die Krankheit kann zu erheblichen Komplikationen und Spätfolgen führen. Masern beginnen in der Regel mit hohem Fieber, Husten und Schnupfen.

Innerhalb einiger Tage bildet sich der charakteristische Ausschlag im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Körper aus.

Lindern sich die Beschwerden nach acht Tagen nicht, wächst die Gefahr ernster Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündung oder Infektionen des Kehlkopfs und der Luftröhre.

„Als schlimmste Folgen einer Masernerkrankung können in seltenen Fällen eine Gehirnhaut- und Gehirnentzündung auftreten, die gegebenenfalls zum Tod führt“, warnt das Gesundheitsamt.

Übertragung per Tröpfcheninfektion

„Ungeschützte Personen können sich sehr leicht anstecken, wenn eine infizierte Person in der Nähe ist“, heißt es in der Mitteilung.

„Schon fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlages sowie vier Tage, nachdem die Hautflecken sichtbar geworden sind, sind Masern ansteckend.“

Die Krankheitserreger werden über Tröpfchen, beispielsweise beim Sprechen, Husten und Niesen übertragen.

Gesundheitsexperten raten zur Schutzimpfung

Eine zweifache Impfung bietet den besten Schutz gegen die Viruserkrankung. Daher ist es laut dem Amt wichtig, dass Erwachsene jetzt ihren eigen Impfschutz und den ihrer Kinder von einem Arzt überprüfen und bei Bedarf vervollständigen lassen.

Masern-Schutzimpfungen werden als Kombinationsimpfungen, den sogenannten Masern-Mumps-Röteln-Impfungen, durchgeführt – heute oftmals in Kombination mit einem Impfstoff gegen die Windpocken. Grundsätzlich sind zwei Impfungen erforderlich, um vollständig geschützt zu sein.

In Deutschland wird die Masernimpfung für Kinder ab dem elften Lebensmonat empfohlen, für Säuglinge in einer Kindertagesstätte schon ab dem neunten Monat.

Und: „Eine einmalige Impfung gegen Masern ist generell für alle Erwachsenen empfohlen, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite.

„Personen, die vor 1970 geboren wurden, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern bereits durchgemacht“, so die Experten. (ad)