Der regelmäßige Verzehr von Kakao, Zimt, Weintrauben und anderen pflanzlichen Lebensmitteln, die Procyanidin C1 (PC1) enthalten, kann die neuronalen Funktionen beeinflussen und die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Entscheidend scheint dabei ein bislang unbekannter Signalweg.
Welche Auswirkungen das über die Nahrung aufgenommene Procyanidin C1 auf die kognitiven Funktionen hat und welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen, haben Forschende der Kyushu University (Japan) in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ veröffentlicht.
Flavonoid mit vorteilhafter Wirkung
Natürlicherweise ist das Flavonoid Procyanidin C1 (ein sogenannter Epicatechin-Trimer) unter anderem in unreifen Äpfeln, Kakao, Zimt und Weintrauben enthalten und frühere Forschungsarbeiten haben bereits darauf hingedeutet, wie Procyanidine die Gesundheit schützen.
Demnach sind insbesondere die positiven Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem und die kognitiven Funktionen hervorzuheben. Doch blieben die konkreten molekularen Mechanismen, über die PC1 seine vorteilhaften Wirkungen entfaltet, unklar.
Wie verbessert PC1 die neuronalen Funktionen?
Anhand von Mäusen überprüften die Forschenden daher nun, wie PC1 die neuronalen Funktionen und die kognitiven Fähigkeiten beeinflusst, und wodurch die Effekte vermittelt werden. Auch stellten sie sich die Frage, ob die niedrige Absorptionsrate möglicherweise eine Wirkung verhindert.
Die Ergebnisse belegen, dass PC1 das räumliche Arbeitsgedächtnis sowie die kognitiven Fähigkeiten verbessert, wobei die Wirkung durch die Erhöhung einer bestimmten MicroRNA (miR-181a-5p) vermittelt wird, erläutert das Forschungsteam.
Entscheidender Signalweg identifiziert
PC1 habe eine Hochregulation von miR-181a-5p über den 67-kDa-Lamininrezeptor induziert, der wiederum den sogenannten Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) sowie dessen nachgeschalteten Signalweg moduliere.
Die Schlüsselrolle der MicroRNA bestätigte sich auch dadurch, dass bei Anwendung eines Inhibitors für miR-181a-5p die positiven neuronalen Veränderungen im Hippocampus und die Verbesserung der kognitiven Leistung durch PC1 nicht auftraten, erklären die Forschenden.
Nachweisbare Vorteile für die kognitiven Funktionen
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse, dass PC1 trotz der niedrigen Absorptionsrate die Hirnfunktionen modulieren und die kognitiven Fähigkeiten verbessern kann, so das Fazit des Forschungsteams. Interessant sei zudem die Identifizierung des bislang unbekannten Signalwegs, über den die Achse Darm–PC1–miRNA die kognitive Funktionen beeinflusst.
Der regelmäßige Verzehr von Weintrauben, Zimt, Kakao und anderen Lebensmitteln mit PC1 erscheint angesichts der neuen Erkenntnisse auch als vielversprechender Ansatz zum Schutz der kognitive Gesundheit im Alter, wobei die Wirkung nun allerdings noch in Studien. (fp)
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