Zahnfleischerkrankungen können Typ-2-Diabetes auslösen

Alexander Stindt

Ist Parodontitis ein Anzeichen für Typ-2-Diabetes?

Die Symptome von Typ-2-Diabetes sind nicht immer einfach zu bemerken. Das frühzeitige Erkennen der Warnzeichen kann jedoch helfen, schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Ein wichtiges Anzeichen für Typ-2-Diabetes sind Zahnfleischerkrankungen.


Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Körper nicht richtig auf Insulin anspricht. Insulin ist ein Hormon, das die Menge an Zucker (Glukose) im Blut kontrolliert. Häufig leiden Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit unter Typ-2-Diabetes. Oft erkennen die Betroffenen die Symptome der Krankheit jedoch nicht, weil sie sich nicht wirklich krank fühlen. Wenn Typ-2-Diabetes unbehandelt bleibt, können ernsthafte Komplikationen auftreten, wie beispielsweise Nierenprobleme und Nervenschäden.

Zahnfleischerkrankungen können als frühes Anzeichen von Typ-2-Diabetes auftreten. (Bild: K.-U. Häßler/fotolia.com)

Typ-2-Diabetes kann zu Parodontitis führen

Typ-2-Diabetes kann zu Zahnfleischerkrankungen führen, die auch als Parodontitis bekannt sind. Menschen mit Diabetes leiden häufiger an Zahnfleischerkrankungen, wenn sie über einen längeren Zeitraum einen schlechten Blutzuckerspiegel haben. Ein ungesunder Blutzuckerspiegel kann Nerven, Blutgefäße, Herz, Nieren, Augen und Füße schädigen. Auf die gleiche Weise kann das Zahnfleisch auch betroffen sein.

Warum erhöht einer hoher Blutzuckerspiegel das Risiko für Parodontitis?

Da ein hoher Blutzuckerspiegel zu einer Schädigung der Blutgefäße führt, verringert dies die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen für das Zahnfleisch, wodurch Infektionen des Zahnfleischs und der Knochen wahrscheinlicher werden, erklären Experten von Diabetes.co.uk laut der englischsprachigen Zeitschrift „Express“. Ein unkontrollierter Blutzuckerspiegel kann dazu führen, dass Glukosespiegel im Speichel ansteigen, und dies schafft einen Nährboden für Bakterien, was wiederum das Risiko für Zahnfleischerkrankungen und Karies erhöht.

Zahnfleischerkrankungen können zu Diabetes führen

Eine schwere Zahnfleischerkrankung kann sich negativ auf die Blutzuckerkontrolle auswirken und die Wahrscheinlichkeit von Diabetes erhöhen. Die Entzündung, die im Zahnfleisch auftritt, entweicht in den Blutkreislauf und stört das Abwehrsystem des Körpers, was wiederum die Blutzuckerkontrolle beeinflusst. Mit anderen Worten, Zahnfleischerkrankungen und Diabetes sind in beide Richtungen miteinander verbunden. Die Europäische Föderation für Parodontologie empfiehlt deswegen, dass Sie nach einer Diagnose von Diabetes Ihren Zahnarzt informieren sollten, um sich einer umfassenden zahnärztlichen Untersuchung zu unterziehen.

Symptome für Zahnfleischerkrankungen

  • Bluten im Mund beim Putzen oder Essen,
  • geschwollenes und rotes Zahnfleisch,
  • anhaltender Mundgeruch,
  • Parodontose,
  • Lücken zwischen den Zähnen
  • Zahnverlust,
  • das Vorhandensein von Eiter um den Zahnfleischsaum (Abszesse).

Typische Symptome für Diabetes

  • Häufiges Wasserlassen,
  • Gewichtsverlust,
  • Müdigkeit,
  • Juckreiz der Genitalien,
  • Wundheilung benötigt länger als üblich,
  • verschwommene Sicht.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung

    Wenn Menschen an Typ-2-Diabetes leiden oder diese Erkrankung vermeiden wollen, sollten sie besonders auf eine gesunde Ernährung achten. Beispielsweise sollte dabei die Menge der zu sich genommenen Kohlenhydrate nicht außer Acht gelassen werden. Eine gesunde Ernährung hilft, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Forscher fanden außerdem vor einiger Zeit heraus, dass grüner Tee die Entstehung von Typ-2-Diabetes verhindern kann. (as)