Basische Körperpflege

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Susanne Waschke

Die Basische Körperpflege findet immer mehr Anhänger. Zahlreiche Hersteller werben mit ihren Basischen Pflegeprodukten, die einen Säureschutzmantel um die Haut legen sollen. Wie sinnvoll ist die Basische Hautpflege aus Sicht der Naturheilkunde und welche Vorteile bietet sie?

Inhaltsverzeichnis:
Basische Körperpflege
Aufgaben der Haut
Der Säureschutzmantel der Haut
Basische Pflege der Haut
Basenbäder
Basen von innen
Basen von außen

Basisches Bad
Basische Bäder haben einen positiven Effekt auf die Haut. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Aufgaben der Haut

Die Haut ist mit ihrer Fläche von circa 1,7 Quadratmetern, einer Dicke von 1,5 bis 4 Millimeter und einem Gewicht von 3,5 bis 10 Kilogramm, das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie schützt den Körper vor Einflüssen, wie Hitze, Kälte, Umwelt, Erregern und trennt das Innen vom Außen.

Die Haut zählt zu den Sinnesorganen. Sie ist ausgestattet mit Tastkörperchen und Sinneszellen. Somit kann sie Schmerzen und Temperaturveränderungen wahrnehmen. Die Haut gibt mithilfe ihrer Schweißdrüsen Flüssigkeit ab und durch Verengung oder Weitung der Hautgefäße ist sie an der Regelung der Körpertemperatur beteiligt. Die Haut atmet, bringt über den Schweiß Schlackenstoffe nach draußen, und speichert die Vorstufe des Vitamins D3.

Ganzheitliche betrachtet, ist die Haut der sogenannte „Spiegel der Seele“. Dies bedeutet, dass sich Empfindungen, seelische Probleme und Belastungen an der Haut ablesen lassen. Die Haut spiegelt die organischen und seelischen Befindlichkeiten wider. Jeder kennt das Erröten eines Menschen bei Überraschung, Scham oder Schüchternheit. Sprüche, wie „sich der eigenen Haut erwehren“ oder „es geht unter die Haut“, machen auf den sensiblen Anteil der Haut aufmerksam. Die Haut ist ebenso ein Spiegelbild organischer Störungen. So kommt es zum Beispiel bei Lebererkrankungen zu Juckreiz, bei einem Gallestau zur Gelbverfärbung der Haut, bei Herzklappenfehlern zu roten Wangen und bei massiven Nierenerkrankungen zu einer fahl-grauen Gesichtsfarbe.

Der Säureschutzmantel der Haut

Der sogenannte Säureschutzmantel hat einen pH-Wert zwischen 5,2 und 5,9, er liegt also im sauren Bereich. Schaut man um mehr als 50 Jahr zurück, so lag damals der Mittelwert höher, im Bereich von 6,2. Das Baby im Mutterleib verweilt neun Monate im Fruchtwasser, welches absolut basisch ist. Wer möchte nicht eine solch zarte Haut haben, wie sie bei den Babys vorkommt. Die Säure, die sich in späteren Jahren dann auf der Haut befindet und als Säureschutzmantel bezeichnet wird, entsteht mitunter durch die Säuren, die im Körper sind, nach außen dringen und sich dann auf der Hautoberfläche ablagern. Der pH-Wert der Haut rutscht immer mehr in den sauren Bereich und gleichzeitig steigt die Anzahl an Allergien und Hauterkrankungen. Dieser Wert hat nichts mit eigentlichem Schutz zu tun, sondern gibt nur den Anteil an Säure wieder. Schon bei Neugeborenen ist darauf zu achten, dass die zarte Babyhaut nicht zu viel gepflegt, nicht zu stark und zu häufig gereinigt wird, damit das natürliche Gleichgewicht der Haut erhalten bleibt.

Basische Pflege der Haut

Vor mehr als 50 Jahren war es völlig normal, die Haut mit natürlichen, basischen Pflegeprodukten zu unterstützen. Ein bekanntes Beispiel ist hierfür die Kernseife, deren pH-Wert zwischen 8,5 und 8,0 liegt, das heißt vollkommen im basischen Bereich. Doch diese „Naturseife“ wurde jahrelang verbannt und durch saure Pflegeprodukte, dem sogenannten Säureschutzmantel nachempfunden, ersetzt. Leider sind die modernen sauren Pflegemittel oft auf Erölbasis mit Zusatz chemischer Verbindungen hergestellt, was die Haut noch obendrein belastet.

Basische Körperpflege versucht mit Mitteln der Osmose, Säure zu lösen und diese abzutransportieren. Zusätzlich wird die Haut angeregt, die Schlacken abzugeben und eine natürliche Rückfettung einzuleiten.

Basenbäder

Basische Körperpflege beginnt mit regelmäßigen Basenbädern. Entweder als Vollbad und/oder als Fußbad. Vor dem Basenbad sollte mindestens ein halber Liter Wasser oder Tee getrunken werden, um den Körper beim anschließend Entschlackungsprozess zu unterstützen.

Ein Basenbad hat vor Beginn einen pH-Wert von mindestens 8,4. Dies kann mit Hilfe eines Indikatorpapiers nachgemessen werden. Dem Wannenbad mit der Temperatur von ca. 38 Grad Celsius wird das Basenpulver zugegeben, und zwar soviel, dass mindestens ein pH-Wert von 8,4 erreicht wird. Die Badedauer sollte 45 Minuten nicht unterschreiten, aber auch nicht mehr als zwei Stunden betragen. Mit zunehmender Badedauer sinkt der pH-Wert ab, bis auf ca. 7,5. Das geschieht durch die Säuren, die über die Osmosewirkung des Basenbades aus dem Körper gelöst werden und dann ins Badewasser gelangen.

Die Dauer für ein Basenfussbad beträgt zwischen 30 und 60 Minuten mit ungefähr gleicher Temperatur. Nach dem Basenbad sollte unbedingt geruht und viel getrunken werden. Hier ist reines Wasser oder Kräutertee zu empfehlen. Unterstützt werden kann der ganze Prozess durch einen Basentee, dem verschiedenen Heilpflanzen zugesetzt sind, die entschlackend und auch Basen bildend wirken. Basen Vollbäder werden ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt, wobei Fußbäder häufiger stattfinden dürfen. Nach einem Basenbad wird der Körper nicht eingecremt, da der Vorgang der Entsäuerung eine körpereigene rückfettende Wirkung hat.

Basen von innen

Ohne Innen kein Außen und ohne Außen kein Innen. So unterstützt man die Haut von innen mit basischer Kost. Dazu gehört die Trinkmenge reinen Wassers von mindestens zwei Litern am Tag ebenso, wie gesunde, basenreiche Kost. Bei basischer Kost gilt es, alles Tierische (Fleisch Wurst, Milchprodukte, Fisch) zu meiden beziehungsweise stark zu reduzieren und vor allem Gemüse und Obst zu essen.

Um den Körper noch zusätzlich von innen heraus zu unterstützen können basische Mineralien in Form von Tabletten oder Pulver eingenommen werden. Dies ist vor allem von Vorteil, wenn die Mahlzeiten außer Haus stattfinden müssen und sie nicht selbst zusammengestellt werden können. Basentage unterstützen die basische Körperpflege. An diesen Tagen werden zum Beispiel ausschließlich Obst oder gekochte Kartoffeln gegessen.

Basen von außen

Da der pH-Wert der Haut überwiegend sauer ist, wurden über Jahre hinweg Pflegeprodukte hergestellt, die ebenfalls einen sauren pH-Wert haben. Damit trifft sauer auf sauer und die Situation der sauren Haut, die eigentlich durch die Verschlackung des Menschen entstanden ist, wird dadurch noch verschlechtert. Der sogenannte Säureschutzmantel ist kein Schutz im gewöhnlichen Sinn, sondern stellt mit seinem sauren pH-Wert nur die Situation der Haut dar. Je mehr der Körper mit Säuren bombardiert wird, desto saurer wird auch der pH-Wert der Haut werden.

Basische Körperpflege hat einen heilenden Effekt und kann dazu beitragen, Säuren zu neutralisieren. Schon bei den Römern und den Griechen wurde basische Körperpflege betrieben. So badete Kleopatra in Eselsmilch, um zarte Haut zu bekommen. Vor ungefähr 70 Jahren war die basische Körperpflege eine ganz normale Angelegenheit. Es wurde Kernseife benutzt, die einen basischen pH-Wert von ca. 8,5 hat.

Basische Körperpflegeprodukte, die auch wirklich basisch sind, besitzen einen pH-Wert im basischen Bereich, das heißt, dass der Wert größer als 7 sein muss. Zusätzlich sollten basische Körperpflegemittel aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden, frei von tierischen Produkten, Konservierungsstoffen, und Erdöl sein und keine synthetischen Zusatzstoffe enthalten. Basische Körperpflege beruhigt die Haut, reinigt sie, macht sie weich, wirkt ausgleichend und erneuernd. (sw)