Die besten Tipps und Hausmittel bei Potenzstörungen

Jeanette Vinals Stein

Natürliche Hausmittel gegen Potenzprobleme

Wenn von Potenzstörungen die Rede ist, denken die meisten von uns unwillkürlich an eine männliche Erektionsstörung. Mangelnde sexuelle Kraft und fehlende Lust auf Sex zählen jedoch ebenso dazu, was Frauen mindestens genauso oft betrifft wie Männer. Die Sexualenergie (Libido) lässt sich durch natürliche Hausmittel ebenso stärken wie die Potenz – sofern nicht organische Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken, die dann eine ärztliche Abklärung benötigen.

Gerade weil das Lebensalter neben organischen Störungen und Stress die Hauptrolle bei der Verursachung von Potenzproblemen spielt, sollte der Griff zu stärkenden Hausmitteln vorbeugend schon in jungen Jahren erfolgen.

Natürliche Aphrodisiaka

Der Begriff „Aphrodisiaka“ stammt aus dem Griechischem und bedeutet „zur Liebe gehörig“. Darunter werden zumeist pflanzliche und tierische Heil- und Nahrungsmittel zusammengefasst, die sowohl das sexuelle Erleben steigern als auch die Sexualorgane in ihrer Funktion stärken sollen. Nicht zuletzt aufgrund der frühen christlichen und damit sexualitätsverneinenden Prägung der traditionellen westlichen Medizin entstammen die meisten bekannten Hausmittel zur Potenzsteigerung der Erfahrungsmedizin fernöstlicher und indigener Traditionen. Sie werden eingesetzt, um die Libido und Fortpflanzungsfähigkeit beider Geschlechter zu stärken und möglichst lange zu erhalten.

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Potenzprobleme können zu einer Belastung für die Beziehung werden. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Heimische Küchenkräuter

Die Natur bietet einige heimische Küchenkräuter zur Potenzsteigerung. Diese können in die tägliche Küche integriert oder als Tee, Tinktur und Frischsaft genommen werden. Im Falle des Liebstöckel beschreibt schon der Name die Hauptfunktion der Pflanze als „Liebeskraut“. Bei diesem wird heute vermutet, dass es lediglich die sexuelle Erregung durch seinen maggieähnlichen Duft zu entfachen vermag, nicht aber potenzsteigernd im eigentlichen Sinne wirkt.

Kraut und Wurzeln der Petersilie sollen vorwiegend anregend auf die weiblichen Geschlechtsorgane wirken, während vor allem die Männer in Südeuropa von jeher auf den sexualsteigernden Effekt des Knoblauchs schwören.

In Ungarn haben Brennnesselsamen den Ruf eines wirkungsvollen Potenz- und Sexualmittels – was möglicherweise auf die enthaltenen hormonartigen Verbindungen zurückzuführen ist.

So bereiten Sie einen anregenden Brennnesselsamen-Wein zu:

    1. Legen Sie 50 Gramm Samen (selbst gesammelt oder aus der Apotheke) in 0,75 Liter qualitativ hochwertigen
      Weißwein ein
    2. Nun die Flasche fest verschließen und drei Wochen stehen lassen, dabei täglich mehrmals gut schütteln
    3. Nach dem Abseihen geben Sie 100 Gramm kaltgeschleuderten Blütenhonig hinzu

Wichtig: Der Wein sollte kühl aufbewahrt und inerhalb eines Monats aufgebraucht werden.

Natürliche Potenzmittel aus China

Als wahrscheinlich berühmteste Heilpflanze Chinas zählt die Ginseng-Wurzel zu den pflanzlichen Potenzmitteln. Die beste Qualität wird dabei seit jeher den Wurzeln aus Korea und der Mandschurei nachgesagt. Nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Ginseng als Stärkungsmittel der fünf Eingeweideorgane, welches den Geist beruhigt, den Körper stärkt und das Leben verlängert. Vor allem die chinesischen Männer bauen bis heute auf seine starke potenzsteigernde Wirkung. Ginseng-Präparate sind in Apotheken und Reformhäuser in guter Qualität erhältlich.

Als Mittel mit stärkender Wirkung auf die weiblichen Sexualorgane und hervorragendem Einfluss auf die Empfängnisbereitschaft ist die Angelikawurzel bekannt. Ihr chinesischer Name lautet „tang-kuei“, was übersetzt etwa „muss zurückkehren“ bedeutet. Nach alter Überlieferung wendet sich nämlich eine Frau durch die Einnahme von Angelika „ihrem Manne vermehrt zu“, was wohl als Zeichen gesteigerter Lust zu verstehen ist. Die Pflanze kann als Abkochung mit Wasser oder Milch zubereitet werden. Dazu werden 2 TL geschnittene Wurzel (aus der Apotheke) in 0,25 l Wasser oder Milch für 30 Minuten auf kleiner Flamme gekocht.

Die Kalmuswurzel gilt als traditionelle Heilpflanze zur Steigerung der Libido. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)
Die Kalmuswurzel gilt als traditionelle Heilpflanze zur Steigerung der Libido. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Die ursprünglich aus Asien stammende Kalmus (Acorus calamus) ist bekannt dafür, dass sie einen positiven Einfluss auf die Durchblutung hat und entspannend wirkt. Die alte Heilpflanze wird daher schon seit Jahrtausenden in Asien und der arabischen Welt zur Steigerung der Liebeskraft eingesetzt.

Für einen Kalmus-Tee wird die Wurzel der Heilpflanze mit kaltem Wasser aufgegossen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe enthalten bleiben.

  1. Gießen Sie einen Teelöffel der zerkleinerten Kalmuswurzel mit einem viertel Liter kaltem Wasser auf
  2. Lassen Sie den Ansatz acht Stunden lang ziehen und seihen ihn dann ab
  3. Trinken Sie täglich zwei bis drei Tassen des Kaltgetränks

Achtung: Kalmus ist aufgrund einer möglichen karzinogenen Wirkung nicht für den Dauergebrauch geeignet und sollte bei Durchfallerkrankungen nicht zum Einsatz kommen.

Tierische Aphrodisiaka

Im alten China fanden auch verschiedene Vertreter aus dem Tierreich Eingang in die Rezepturschriften berühmter Ärzte. Die Libelle zählte zu den Aphrodisiaka, welches die männliche Erektion beschleunigen sowie die Ejakulation verzögern sollen.

Im giftigen weißen Sekret aus den Kopfdrüsen bestimmter Kröten, das im chinesischen als „ch´an-su“ bezeichnet ist, soll neben Adrenalin der darin enthaltene Wirkstoff Bufagin für die aphrodisierende Wirkung verantwortlich sein. Als homöopathische Zubereitung kann Bufo D6 bei Impotenz Abhilfe schaffen.

Ayurvedische „Liebes-Rezepte“

Wer es indisch mag und gerne kocht, kommt bei der Zubereitung eines zehngängigen Liebesmenüs gleich dreifach auf seine Kosten. In Martin Suters Roman „Der Koch“ dreht sich fast alles um die Entwicklung eines ayurvedischen „Love Menue“, dessen Rezepte er zum Nachkochen im Anhang des Buches bereitstellt.

Etwas einfacher – auch für Ungeübte – gestalten sich folgende ayurvedische Rezepte, die eine anregende Wirkung entfalten sollen:

Joghurt-Aphrodisiakum

  1. Lösen Sie je einen 1 TL Vollrohrzucker und kaltgeschleuderten Honig in 100 g Biojoghurt durch langsames Rühren auf
  2. Zerstoßen Sie drei schwarze Pfefferkörner und 3 Kardamomkapseln (wenn diese frisch sind)
  3. Geben Sie die Gewürze kurz vor dem Servieren in den Jogurt und genießen Sie diesen bei Zimmertemperatur

Weiterhin sind im Auyurveda zum Beispiel Spargel, Weintrauben, reife Mangos, Mandeln, Datteln, Kokosmark, Kürbis und Erbsen als aphrodisierende Nahrungsmittel bekannt. Safran, Muskatnuss, Kardamom, Süßholz und Honig zählen hingegen zu den potenzsteigernden Gewürzen.

Zur Mahlzeit sollte ein Räucherstäbchen mit Sandelholzduft nicht fehlen, um auch dem Geruchssinn ein kräftiges Aphrodisiakum anzubieten.

Rezept für ein Spargel-Aphrodisiakum

  1. Kochen Sie je 500g weißen und grünen Spargel 30 Minuten lang sprudelnd in 2 Liter Wasser
  2. Nehmen Sie die Stangen heraus und kochen die restliche Flüssigkeit bei kleiner Flamme auf die Hälfte ein
  3. Anschließend wird der Sud mit etwas Rohrzucker und Kardamompulver gewürzt und lauwarm getrunken

Heilsteine gegen Sexualprobleme

Der tiefrote Granat wird auf das Wurzelchakra und den Solarplexus aufgelegt, um seine aktivierende Wirkung auf die inneren und äußeren Sexualorgane zu entfalten. Regelmäßig angewendet soll er Potenzprobleme abschwächen. Der Granat ist nicht nur im Bereich der Sexualität dafür bekannt, das Durchhaltevermögen zu stärken.

Auch der Dioptas wird traditionell bei Sexualitätsproblemen eingesetzt. Als „Stein der Fülle“ vermag er nicht nur die physische Regenerationskraft sondern auch Phantasie und Gefühlstiefe zu stärken. Der Dioptas entfaltet seine Wirkung am besten über das Herzchakra und kann dazu in einem kleinen Beutel oder als Kette auf der Brust getragen werden.

Ätherische Öle können entspannend und anregend zugleich wirken. (Bild: Daniel Schmid/fotolia.com)
Ätherische Öle können entspannend und anregend zugleich wirken. (Bild: Daniel Schmid/fotolia.com)

Aromatherapie gegen Potenzprobleme

Gerüche haben eine starke Wirkung auf unser Unterbewusstsein, daher hat sich in vielen Fällen von Potenzstörungen und sexueller Unlust die Aromatherapie bewährt. Zu den Düften, die beim Mann für Entspannung und Anregung sorgen, zählen vor allem Ingwer, Kümmel, Sandelholz und Kardamom. Frauen, die ihr sexuelles Verlangen steigern möchten, sollten hingegen zu Iris, Neroli oder Jasmin greifen.

Die in den Gewürzen enthaltenen ätherischen Öle erhalten Sie in der Drogerie oder Apotheke. Träufeln Sie zwei bis fünf Tropfen (je nach Raumgröße) in das Wasser einer Aromalampe – die Sie für eine optimale Wirkung natürlich dort platzieren sollten, wo Sie Geschlechtsverkehr haben möchten.

Vorbeugung: So schützen Sie sich am besten vor Potenzproblemen

  • Trinken Sie so wenig wie möglich Alkohol. Dieser bewirkt zwar oft eine kurzfristige Steigerung des Verlangens, schadet aber der Erektions- und Orgasmusfähigkeit.
  • Das Rauchen aufgeben bzw. reduzieren ist immer eine gute Idee, um Potenzstörungen vorzubeugen bzw. zu beseitigen. Denn das in Zigaretten enthaltene Nikotin wirkt sich negativ auf die Durchblutung der Geschlechtsorgane aus.
  • Treiben Sie regelmäßig – aber nicht übertrieben – Sport. Denn Bewegung und Aktivitäten wie z.B. Joggen oder Schwimmen sorgen für körperliche Fitness und führen dazu, dass der Körper vermehrt natürliche Sexual- und Glückshormone (Endorphine) ausschüttet.
  • Vermeiden Sie eingefahrene Rituale wie z.B. den festgelegten „Samstag-Abend-Sex“, denn dies kann schnell zu Langeweile und Frustration führen. Um Lust und Aufregung zu steigern, sollten Sie versuchen, (wieder) mehr Spontaneität in den Alltag zurück zu holen und möglichst oft „ungeplanten“ Sex zu haben.
  • Behalten Sie stets Ihren persönlichen Stress-Level im Blick. Denn permanente Anspannung, Ängste, Sorgen, Kummer und Konflikte sind oft der Grund für sexuelle Unlust und Erektionsschwierigkeiten.
  • Nehmen die innere Unruhe und das Unwohlsein zu, bieten verschiedene Techniken und Maßnahmen zum Stressabbau Abhilfe. Bewährt haben sich hier z.B. mentale Übungen, Sport oder Entspannungsmethoden wie z.B. Yoga oder autogenes Training.
  • (jvs, nr; aktualisiert am 18.8.2016)

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Literatur

  • Pharmazeut.-wissenschaftl. Abteilung der Bayer AG (Hrsg.): Die Illustrationen des Arzneibuches der Periode Shao-hsing vom Jahre 1159, Leverkusen 1956
  • W. Binder: Naturheilkundliches Ernährungsbrevier, Verlag für Naturmedizin und Bioenergetik, 1987
  • E. Veit: Das Ayurveda Heilkunde Buch, Delphi bei Droemer 1998
  • M. Suter: „Der Koch“, Zürich 201016351a2cc0b08c03