Hausmittel bei Potenzstörungen

Natürliche Hausmittel gegen Potenzstörungen

Natürliche Hausmittel

Wenn von Potenzstörungen die Rede ist, denken die meisten von uns unwillkürlich an eine männliche Erektionsstörung. Jedoch zählen mangelnde sexuelle Kraft und fehlende Lust auf Sex ebenso zu den Potenzstörungen, was Frauen mindestens genauso betrifft wie Männer. Diese, als Libido bezeichnete Sexualenergie lässt sich durch natürliche Hausmittel ebenso stärken wie die Potenz im engeren Sinne, sofern nicht organische Erkrankungen hinter den Störungen stecken, die dann ärztlich abgeklärt werden sollten. Gerade weil das Lebensalter neben organischen Störungen und Stress die Hauptrolle bei der Verursachung von Potenzstörungen spielt, sollte der Griff zu stärkenden Hausmitteln vorbeugend schon in jungen Jahren erfolgen.

Hausmittel bei Potenzstörungen:
Natürliche Aphrodisiaka
Heimische Küchenkräuter
Natürliche Potenzmittel aus China
Ayurvedische „Liebes-Rezepte“
Heilsteine gegen Sexualprobleme

 

Natürliche Aphrodisiaka

Der Begriff Aphrodisiaka stammt aus dem Griechischem und bedeutet „zur Liebe gehörig“. Darunter werden zumeist pflanzliche und tierische Heil- und Nahrungsmittel zusammengefasst, die sowohl das sexuelle Erleben steigern als auch die Sexualorgane in ihrer Funktion stärken sollen. Nicht zuletzt aufgrund der frühen christlichen und damit sexualitätsverneinenden Prägung der traditionellen westlichen Medizin entstammen die meisten bekannten Hausmittel zur Potenzsteigerung der Erfahrungsmedizin fernöstlicher und indigener Traditionen und dienen dazu, sowohl Libido als auch Fortpflanzungsfähigkeit beider Geschlechter zu stärken und möglichst lange zu erhalten.

Heimische Küchenkräuter

Als heimische Hausmittel finden sich einige bekannte Küchenkräuter zur Potenzsteigerung. Diese können in die tägliche Küche integriert oder als Tee, Tinktur und Frischsaft genommen werden. Im Falle des Liebstöckel beschreibt schon der Name die Hauptfunktion der Pflanze als Liebeskraut, von dem heute vermutet wird, dass es lediglich die sexuelle Erregung durch seinen maggieähnlicher Duft zu entfachen vermag, nicht aber potenzsteigernd im eigentlichen Sinne wirkt. Kraut und Wurzeln der Petersilie sollen vorwiegend anregend auf die weiblichen Geschlechtsorgane wirken, während vor allem die Männer in Südeuropa von jeher auf den sexualsteigernden Effekt des Knoblauchs schwören.

Vielleicht sind es die hormonartigen Verbindungen, die im Brennnesselsamen enthalten sind, die ihm vor allem in Ungarn den Ruf eines wirkungsvollen Potenz- und Sexualmittels eingebracht hat. Für einen Brennnesselsamen-Wein sammelt man 50 g der Samen und legt sie in 0,75 l gutem Weißwein ein. Die fest verschlossene Flasche bleibt so drei Wochen lang stehen und sollte täglich mehrmals gut geschüttelt werden. Nach dem Abseihen werden 100 g kaltgeschleuderter Blütenhonig zugesetzt. Den Wein kühl aufbewahren und innerhalb eines Monats aufbrauchen.

Natürliche Potenzmittel aus China

Als wahrscheinlich berühmteste Heilpflanze Chinas zählt auch die Ginseng-Wurzel zu den pflanzlichen Potenzmitteln. Die beste Qualität sollen dabei seit jeher die Wurzeln aus Korea und der Mandschurei besitzen. Nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Ginseng als Stärkungsmittel der fünf Eingeweideorgane, welches den Geist beruhigt, den Körper stärkt und das Leben verlängert. Vor allem die chinesischen Männer bauen bis heute auf seine starke potenzsteigernde Wirkung. Ginseng-Präparate sind in Apotheken und Reformhäuser in guter Qualität erhältlich.

Als Mittel mit stärkender Wirkung auf die weiblichen Sexualorgane und hervorragendem Einfluss auf die Empfängnisbereitschaft ist die Angelikawurzel bekannt. Ihr chinesischer Name lautet „tang-kuei“, was übersetzt etwa „muss zurückkehren“ bedeutet. Nach alter Überlieferung wendet sich nämlich eine Frau durch die Einnahme von Angelika „ihrem Manne vermehrt zu“, was wohl als Zeichen gesteigerter Lust zu verstehen ist. Angelika kann als Abkochung mit Wasser oder Milch zubereitet werden. Dazu werden 2 TL geschnittene Wurzel (aus der Apotheke) in 0,25 l Wasser oder Milch für 30 Minuten auf kleiner Flamme gekocht.

Im alten China fanden auch verschiedene Vertreter aus dem Tierreich Eingang in die Rezepturschriften berühmter Ärzte. Die Libelle zählte zu den Aphrodisiaka, welches die männliche Erektion beschleunigen sowie die Ejakulation verzögern sollen.
Im giftigen weißen Sekret aus den Kopfdrüsen bestimmter Kröten, das im chinesischen als „ch´an-su“ bezeichnet ist, soll neben Adrenalin der darin enthaltene Wirkstoff Bufagin für die aphrodisierende Wirkung verantwortlich sein. Als homöopathische Zubereitung kann Bufo D6 bei Impotenz Abhilfe schaffen.

Ayurvedische „Liebes-Rezepte“

Wer es indisch mag und gerne kocht, kommt bei der Zubereitung eines zehngängigen Liebesmenüs gleich dreifach auf seine Kosten. In Martin Suters Roman „Der Koch“ dreht sich fast alles um die Entwicklung eines ayurvedischen „Love Menu“, dessen Rezepte er zum Nachkochen vereinfacht im Anhang des Buches bereitstellt.

Etwas einfacher, auch für Ungeübte, gestalten sich folgende ayurvedische Rezepte, die aphrodisierende Wirkung entfalten sollen:
Lösen Sie in 100 g Biojoghurt 1 TL Vollrohrzucker und 1TL kaltgeschleuderten Honig durch langsames Rühren auf. Kurz vor dem Servieren geben Sie 3 frisch zerstoßene schwarze Pfefferkörner und 3 Kardamomkapsel hinzu, die Sie falls frisch er zerkleinert haben. Das Joghurt-Aphrodisiakum wird in Zimmertemperatur genossen.

Das Spargel-Aphrodisiakum bereiten Sie zu, indem Sie je 500g weißen und grünen Spargel 30 Minuten lang sprudelnd in 2 Liter Wasser kochen, den Spargel entnehmen und die restliche Flüssigkeit bei kleiner Flamme auf die Hälfte einkochen. Diese wird dann mit Rohrzucker und Kardamompulver gewürzt und lauwarm getrunken.

Weiterhin sind im Auyurveda zum Beispiel Weintrauben und reife Mangos, Mandeln, Datteln, Kokosmark, Kürbis und Erbsen als aphrodisierende Nahrungsmittel bekannt, während Safran, Muskatnuss, Kardamom, Süßholz und Honig zu den potenzsteigernden Gewürzen zählen. Zur Mahlzeit sollte ein Räucherstäbchen mit Sandelholzduft nicht fehlen, um auch dem Geruchssinn ein kräftiges Aphrodisiakum zu anbieten.

Heilsteine gegen Sexualprobleme

Der tiefrote Granat soll auf das Wurzelchakra und den Solarplexus aufgelegt werden, um seine aktivierende Wirkung auf die inneren und äußeren Sexualorgane zu entfalten. Regelmäßig angewendet soll er Potenzprobleme abschwächen. Der Granat ist nicht nur im Bereich der Sexualität dafür bekannt, das Durchhaltevermögen zu stärken. Auch der Dioptas wird traditionell bei Sexualitätsproblemen eingesetzt. Als „Stein der Fülle“ vermag er nicht nur die die physische Regenerationskraft sondern auch Phantasie und Gefühlstiefe zu stärken. Der Dioptas entfaltet seine Wirkung am besten über das Herzchakra und kann dazu in einem kleinen Beutel oder als Kette auf der Brust getragen werden. (jvs)

Literatur

Pharmazeut.-wissenschaftl. Abteilung der Bayer AG (Hrsg.): Die Illustrationen des Arzneibuches der Periode Shao-hsing vom Jahre 1159, Leverkusen 1956

W. Binder: Naturheilkundliches Ernährungsbrevier, Verlag für Naturmedizin und Bioenergetik, 1987

E. Veit: Das Ayurveda Heilkunde Buch, Delphi bei Droemer 1998

M. Suter: „Der Koch“, Zürich 2010