Hausmittel gegen Winterdepression

Viele Menschen fühlen sich im Winter ständig müde, niedergeschlagen und energielos. Grund hierfür kann eine Übersäuerung des Körpers sein. (Bild: FotoLyriX/fotolia.com)
Jeanette Vinals Stein

Hausmittel bei Winterdepressionen

Viele Menschen leiden im Winter unter niedergeschlagener Stimmung, Antriebsschwäche und verstärkter Müdigkeit. Welche Hausmittel gegen eine Winterdepression helfen und welche vorbeugenden Maßnahmen Sie treffen können, lesen Sie hier. Depressive Verstimmungen in der dunklen Jahreszeit beginnen häufig bereits als Herbstdepression und sind nicht zuletzt durch Lichtmangel bedingt. Während Johanniskraut und warme Farben das fehlende Sonnenlicht ersetzen, kann eine blutreinigende Herbstkur den Organismus von körperlichen Giften befreien.

Herbstkur zur Blutreinigung

Niedergeschlagenheit, chronische Müdigkeit sowie Erschöpfung und Abgeschlagenheit in den dunklen Monaten des Jahres können auf eine Übersäuerung des Körpers hinweisen. Denn vor allem im Winter ist der Alltag vieler Menschen durch zu wenig Bewegung und frische Luft sowie ein Übermaß an säurebildenden Nahrungsmitteln (Süßigkeiten, Glühwein, Bratwurst etc.) geprägt.

Viele Menschen fühlen sich im Winter ständig müde, niedergeschlagen und energielos. Grund hierfür kann eine Übersäuerung des Körpers sein. (Bild: FotoLyriX/fotolia.com)
Viele Menschen fühlen sich im Winter ständig müde, niedergeschlagen und energielos. Grund hierfür kann eine Übersäuerung des Körpers sein. (Bild: FotoLyriX/fotolia.com)

Eine Blutreinigungskur im frühen Herbst kann in diesem Fall einer Winterdepressionen vorbeugen. Denn mithilfe der Anwendung leiten Sie Schlacken und Abfallprodukte aus Ihrem Körper aus, die sonst zu einer Übersäuerung der Körpergewebe führen und die wichtigsten Entgiftungsorgane in ihrer Arbeit behindern.

Damit Ihnen also keine „Laus über die Leber läuft“, Ihnen nicht „die Galle überschießt“ und jede Kleinigkeit „auf den Magen schlägt“ oder „an die Nieren geht“, lassen Sie sich in der Apotheke rechtzeitig folgende Kräutermischung zusammenstellen, die Stoffwechsel und Ausscheidung anregt.

Heilkräutermischung für Blutreinigungskur:

  • 20 g Löwenzahnkraut und –wurzel
  • 10 g Ackerschachtelhalmkraut
  • 10 g Brennnesselblätter
  • 5 g Birkenblätter
  • 5 g Hagebuttenfrüchte

Anwendung: Übergießen Sie 2 Teelöffel der Kräuter mit 0,25 l kochend heißem Wasser und lassen Sie die Mischung dann 10 – 15 Minuten lang ziehen. Über 4-6 Wochen sollten täglich drei Tassen von dem Tee getrunken werden. Die Kur hilft auch dabei, überschüssiges Gewicht zu verlieren und wirkt rheumatischen Beschwerden, unreiner Haut und Pickeln entgegen.

Ausleitverfahren

Es bestehen eine Reihe weiterer Methoden, um den Körper im Falle einer Übersäuerung von Schad- und Giftstoffen zu befreien – zum Beispiel über die Haut. Diese so genannten Ausleitverfahren bieten sich vor allem dann an, wenn die abgelagerten Stoffe nicht einfach über das Bindegewebe oder Lymphsystem ausgeschieden werden. Zu den bewährten Naturheilverfahren zur Entgiftung und Entsäuerung bei Übersäuerung zählen hier unter anderem das Schröpfen und die Baunscheidttherapie.

Ausleitverfahren wie das Schröpfen haben eine lange Tradition in der Naturheilkunden. Die Methoden werden eingesetzt, um den Körper von Giftstoffen zu befreien. (Bild: llhedgehogll/fotolia.com)
Ausleitverfahren wie das Schröpfen haben eine lange Tradition in der Naturheilkunden. Die Methoden werden eingesetzt, um den Körper von Giftstoffen zu befreien. (Bild: llhedgehogll/fotolia.com)

Mineralstoffreiche Ernährung bei Winterdepression

Die winterliche Ernährung sollte vor allem reich an Eisen, Kalium und Magnesium sein.

Eisen ist notwendig für die Blutbildung und steigert damit Vitalität und Lebenslust. Essen Sie deshalb besonders bei Abgeschlagenheit und Antriebsarmut reichlich Sojamehl, Sojabohnen, Hagebutten, Linsen und Brennnesselblätter, Rosinen, Trauben, Rotkohl sowie Rote Beete, um Eisenmangel zu vermeiden.

Der beliebte Feldsalat hilft gegen Winterdepressionen, denn das vitamin- und eisenreiche Baldriangewächs wirkt beruhigend und vertreibt schlechte Winterlaune. Weiterhin wird in der Naturheilkunde die kurmäßige Anwendung konzentrierter Pflanzenauszüge (z.B. „Kräuterblut“ im Reformhaus) mit hohem Eisengehalt empfohlen.

Kalium gehört zu den lebenswichtigsten Mineralien. Es gilt als der Mineralstoff für das Nervensystem und ist wichtig für eine optimale Leberfunktion. Essen Sie also bei Reizbarkeit, Müdigkeit und Erschöpfung bereits im Herbst Birnen, Pflaumen, grüne Bohnen, Erbsen, Karotten, Kartoffeln, Grünkohl, Sojabohnen, Erdnüsse, Haselnüsse und Mandeln.

Magnesium gilt unter anderem als mineralisches Mittel zum Stressabbau, welchem nicht zuletzt durch seine „innige“ Beziehung zum Licht eine antidepressive Wirkung zugesprochen wird. Der Mineralstoff wirkt einem Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt (Übersäuerung) entgegen und verbessert die Zellatmung.

Magnesium wirkt stimmungsaufhellend und sollte daher gerade im Winter ausreichend aufgenommen werden. Reichlich enthalten ist das" Mineral der inneren Ruhe" zum Beispiel in Nüssen und Samen. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)
Magnesium wirkt stimmungsaufhellend und sollte daher gerade im Winter ausreichend aufgenommen werden. Reichlich enthalten ist das“ Mineral der inneren Ruhe“ zum Beispiel in Nüssen und Samen. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)

Reichlich enthalten ist Magnesium beispielsweise in Sojabohnen, Hafer, Vollkornreis, Weizenkeimlingen, weißen Bohnen und Linsen. Weitere Nahrungsmittel, durch die einem Magnesiummangel vorgebeugt werden kann, sind Kokosnüsse, Cashewkerne, Mandeln, Para- und Erdnüsse, Gurken und Rettich. Vorsicht ist beim übermäßigem Verzehr von Quark geboten, denn dieser soll– genau wie zu viel Alkohol, Koffein, raffinierter Zucker und Weißmehl – dem Körper vermehrt Magnesium entziehen.

Bewegung an der frischen Luft hebt die Stimmung

Bei Winterdepressionen mit Niedergeschlagenheit, erhöhtem Schlafbedürfnis und gesteigertem Essverlangen liegt meist ein Lichtmangel zugrunde. Um der gedrückten Stimmung entgegen zu wirken, sollte so viel Zeit wie möglich im Freien verbracht werden. Denn Licht und Luft können Traurigkeit lindern und unterstützen den Körper dabei, aktiv zu werden.

Spaziergänge gegen den Winterblues lohnen sich immer – selbst bei leichtem Schnee und dichten Wolken am Himmel, da das Licht draußen intensiver wirkt, als wenn wir es von drinnen aufnehmen.

Johanniskrauttee gegen Niedergeschlagenheit

Ergänzend kann der Lichtmangel wirkungsvoll mit Johanniskraut reguliert werden.

Rezept für Johanniskraut-Tee

  1. Geben Sie 2 gehäufte Teelöffel getrocknetes Johanniskraut in einen Topf
  2. Übergießen Sie dieses mit 0,25 l kaltem Wasser und bringen die Mischung auf dem Herd zum Sieden
  3. Nach wenigen Minuten seihen Sie die Flüssigkeit ab
  4. Trinken Sie zwei bis drei Tassen täglich von dem Tee

Wichtig: Da sich die volle Wirkung von Johanniskraut erst nach zwei bis drei Wochen einstellt, sollte bereits im Oktober mit der Teekur begonnen werden.

Tipp: Obwohl in der Apotheke auch fertige Johanniskrautpräparate (z.B. Frischsaft oder Tabletten) erhältlich sind, ist der Tee bei einem Wintertief vorzuziehen. Denn dieser wärmt zusätzlich von innen und sein Genuss kann als entspannendes Heilritual betrachtet werden.

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Johanniskrauttee wirkt der Niedergeschlagenheit bei einer Winterdepression entgegen. (Bild: LianeM/fotolia.com)

Sinnesreize gegen Winterdepressionen

Das ganze Jahr über beleben Farben und Düfte unsere Sinne und entfalten ihre Wirkung auf körperlicher und seelischer Ebene. Im Winter aber, wenn draußen alles grau und fad wirkt, erfreut sich die Seele besonders an solchen sinnliches Eindrücken.

Warme und aufheiternde Farben in unserer Umgebung können das fehlende Sonnenlicht ersetzen, sei es als ein Stück (Foto-)Tapete, in Form von Bettwäsche oder bunten Vorhängen. In Bioläden und Reformhäusern können Sie sich Badezusätze in Ihren Lieblingsfarben kaufen und nach Lust und Laune das Badewasser einfärben.

In der Küche kann die häusliche Farbtherapie ebenfalls gut eingesetzt werden. Versetzen Sie den Reis beim Kochen mit etwas Safran, die Rote-Beete-Suppe mit einem Schuss Kokosmilch und verwenden Sie blaue französische Trüffelkartoffeln für die winterliche Kartoffelsuppe, um ganz bewusst Licht und Farbe in den Küchenalltag zu bringen.

Aromatherapie für den seelischen Ausgleich

Viele Menschen leiden unter einem Herbst-Winter-Blues. Aromaöle als Zusatz in Badewasser, Duftlampe oder Körperöl können die Stimmung ebenfalls günstig beeinflussen.

Besonders Lavendel genießt den Ruf, ausgleichend und beruhigend auf den Organismus zu wirken. Weiterhin sollen Bergamotte, Eisenkraut, Geranium, Neroli, Rosenholz, Patchouli, Palmerosa, Orange und Zitrone Niedergeschlagenheit, Melancholie und Antriebsschwächen entgegenwirken. Welche Öle hiervon für die Aromatherapie gegen Winterdepressionen zum Einsatz kommen, sollte nach eigenen Vorlieben ausgewählt werden. (jvs, nr; zuletzt aktualisiert am 23.11.2016)

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