Leber entgiften

Die Leber entgiften gelingt mit Mitteln der Naturheilkunde und einer ausgewogenen Ernährung. In dem Artikel werden Möglichkeiten aufgezeigt, die eine Entgiftung des Organs ermöglichen.
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Tipps für eine wirksame Entgiftung der Leber

In diesem Artikel zeigen wir auf, wie Sie auf natürliche Weise die Leber entgiften können. Eines unserer wichtigsten Organe mit vielfältigen Aufgaben im Stoffwechsel ist die Leber. Als größte Drüse im menschlichen Körper kann sie gut zwei Kilo wiegen, die sich -in Lappen gegliedert- im rechten Oberbauch befindet. Zu Recht wird die Leber als Drehscheibe des Stoffwechsels bezeichnet, ist sie doch zuständig für die Verwertung von Nährstoffen und Vitaminen aus der Nahrung, die Speicherung der daraus entstandenen Energie, die Bildung von Eiweißen, die wir für die Blutgerinnung benötigen sowie für die Bildung von Gallenflüssigkeit, die über die Gallenblase abgegeben wird und der Fettstoffwechsel und Cholesterinhaushalt reguliert.

Inhaltsverzeichnis

Leber entgiften
Entgiftung der Leber mit Heilpflanzen
Löwenzahn zur Entgiftung
Mit Artischocke die Leber entgiften
Leber Entgiftung mit Mariendistel
Leberfreundliche Ernährung
Leber entgiften mit einer Fastenkur
Entgiftung der Leber mit Glaubersalz
Psychosomatische Aspekte
Quellen

Als Entgiftungszentrale ist die Leber für die Umwandlung von giftigen Stoffwechsel- und Abfallprodukten zuständig, die dadurch u.a. über die Nieren ausgeschieden werden können. Darüber hinaus sorgt die Leber dafür, dass Medikamente und Alkohol abgebaut und mithilfe von Galle und Nieren aus dem Körper geleitet werden. Eine Überlastung der Leber zeigt sich weniger durch Schmerzen als vielmehr durch Müdigkeit und schleichenden Leistungsabfall an. Um dem Leber-Burnout keine Chance zu geben, kann eine alljährlich durchgeführte Entgiftung der Leber mit einfachen Mitteln durchgeführt werden.

Entgiftung der Leber mit Heilpflanzen

Als Heilpflanzen, die für die Entgiftung der Leber als Mittel der ersten Wahl betrachtet und genutzt werden, sind sicherlich Löwenzahn, Artischocke und Mariendistel zu nennen. Dies liegt zum einen an deren wunderbaren Wirkungen auf das Leber-Galle-System, die zum anderen auch noch in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt werden konnte.

Löwenzahn zur Entgiftung

Vom Löwenzahn (Taraxacum officinale) werden zu Heilzwecken Wurzel und Kraut meist gemeinsam verwendet. Deswegen ist in phytotherapeutischer Fachliteratur und auf Teerezepten von „Traxaci radix cum herba“ zu lesen. Als Inhaltsstoffe der Pflanze sind Bitterstoffe, Triterpenoide, Phytosterine, Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, Cholin und Inulin bekannt. Diese regen in ihrer Gesamtheit nicht nur den Gallenfluss, sondern auch den Appetit an und fördern außerdem die Ausscheidung von Abfallstoffen über die Harnwege. Vorsicht geboten ist allerdings bei bekanntem Gallenwegsverschluss, bei krankhaften Prozessen mit Eiter in der Gallenblase oder einem Darmverschluss. Hier ist von einer zusätzlichen Verstärkung der Verdauungstätigkeit dringend abzuraten. Beim Gesunden kann es nach der Einnahme von Löwenzahn durch die enthaltenen Bitterstoffe zu einem Säureüberschuss im Magen kommen, der z.B. mit Sodbrennen einhergehen kann.

Zur Leberentgiftung eignet sich die Anwendung von Löwenzahn als Teekur. Dazu werden 1-2 Teelöffel der Teedroge mit 0,25 l kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Diesen Tee trinkt man 2-3 x täglich über vier bis sechs Wochen. Alternativ gibt es in Apotheken, Reformhäusern und Bioläden gepressten Frischsaft, von dem 2-3 x ein Esslöffel eingenommen wird. Im Frühling können auch die frisch geernteten jungen Stengel täglich gekaut oder als Löwenzahnsalat zubereitet werden.

Mit Artischocke die Leber entgiften

Den Artischockenblättern (Cynarae folium) wird u.a. eine leberentgiftende und -regenerierende Wirkung zugesprochen, was auf die enthaltenen Kaffeoylchinasäurederivate und weitere Bitterstoffe zurückgeführt wird. Hier steht die gallenspezifische Wirkung im Vordergrund, was zu einer Regulierung der Fettverdauung und damit verbunden zu einer Senkung des Blutfett- und Cholesterinspiegels führt. Weil die Anregung der Gallentätigkeit bei einem Verschluss von Gallenblase und Gallenwegen zu schmerzhaften Koliken oder gar einem Durchbruch der Gallenblase führen kann, gelten diese Zustände als Kontraindikation für die Anwendung der Artischocke. Die Artischocken können als Gemüse verzehrt, als Frischsaft eingenommen oder als Tee getrunken werden.

Mariendistel
Die Mariendistel ist ein bewährtes natürliches Hausmittel zum Entgiften der Leber. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Leber Entgiftung mit Mariendistel

Eine direkte Wirkung auf das Lebergewebe erzielt man durch den Einsatz von Mariendistelfrüchten (Cardui mariae fructus). Das wirksame Silymarin wirkt als Gegenspieler verschiedener bekannter Lebergifte, beispielsweise des Giftes des grünen Knollenblätterpilzes. Indem es die Oberflächenstruktur der Leberzellen verändert, schützt es sie vor dem Eindringen der toxischen Stoffe. Außerdem regt es die Bildung neuer Leberzellen an und fördert so die Regenerationsfähigkeit des Organs. Auch die Mariendistel kann zur Entgiftung der Leber kurmäßig angewendet werden, indem 2x täglich ein Aufguss aus 1 Teelöffel der Früchte mit 0,25 l heißem Wasser zubereitet und getrunken wird.

Darüber hinaus ist die Liste der leber- und gallewirksamen Heilpflanzen lang. Als weitere Heilpflanzen, die eine bekannte Wirkung auf das Leber-Galle-System haben, seien Leberblümchen, Schöllkraut, Boldoblätter, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut, Odermenning, Angelikawurzel, Gelber Ampfer und Kurkumawurzel bekannt. Von Kurkuma, in Deutschland auch als Gelbwurz bezeichnet, wurde im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit seiner Wirkung bei Leberentzündungen berichtet worden.

Leberfreundliche Ernährung

Auch ohne die direkte Zufuhr von giftigen Substanzen wie Alkohol, Drogen oder Medikamenten, dem massiven Einfluss von Chemikalien und Umweltgiften ist die Leber allein durch Ab-, Auf- und Umbau der Nahrung und dabei anfallenden Stoffwechselprodukten ordentlich ausgelastet. Das gilt umso mehr, je unmäßiger und fettiger die Mahlzeiten ausfallen und je mehr die Lebensmittel haltbarmachenden Prozeduren ausgesetzt waren. Deswegen gilt es, eine dauerhafte Umstellung anzustreben, hin zu einer abwechslungsreichen Ernährung mit möglichst unbehandelten, vollwertigen Lebensmitteln. Auf dem Speiseplan sollten vor allem viel frische Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte vertreten sein und in Maßen auch Milchprodukte, Fleischerzeugnisse und Fisch.

Leber entgiften mit einer Fastenkur

Zur gezielten Reinigung und Entgiftung der Leber kann eine Fastenkur gute Dienste tun. Diese sollte allerdings langsam und moderat erfolgen, da sonst der Organismus durch die ausscheidenden Giftstoffe überlastet würde. So kann beispielsweise die Fastenkur mit einer dreitägigen Apfeldiät eingeleitet (Einfasten) und danach in eine Saftkur überführt werden.

Neben Karottensaft, Rote Beetesaft, Spinat-, Sellerie-, und Petersiliensaft sollte dabei ausschließlich Wasser konsumiert werden. Kommt es durch den Entgiftungsprozess zu Juckreiz am Körper, hilft in der Regel ein Glas heißes Wasser am Morgen, dem der Saft einer halben Zitrone zugefügt wird. Entstehenden Körper- und Mundgeruch kann man mit Chlorophylltabletten vermindern, die in der Apotheke erhältlich sind. Während der gesamten Zeit wird natürlich auf Alkohol, Nikotin und weitere schädigende Substanzen verzichtet. Unterstützt werden kann die Leber in ihrem Entgiftungsprozess mit warmen Wickeln (bzw. einer Wärmflasche) oder täglichen Packungen mit Rizinusöl.

Entgiftung der Leber mit Glaubersalz

Die Entgiftung der Leber kann auch mit Glaubersaft durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um Natriumsulfat (Natrium sulfuricum), das oral als Abführmittel verwendet wird. Nach einigen Vorbereitungstagen, in denen vorwiegend Apfelsaft getrunken werden soll, wird an zwei aufeinander folgenden Tagen das Glaubersalz in Kombination mit Grapefruitsaft und Olivenöl eingenommen. Im darauf folgenden kräftigen Stuhlgang befinden sich nun zahlreiche grüne Steinchen, die an der Oberfläche des Stuhls schwimmen und als Gallengrieß, d.h. als kleinste Gallensteinchen, gedeutet werden. Die Leberkur mit Glaubersalz wird aufgrund z.T. heftigen Erbrechens und massiver Durchfälle oftmals als „Rosskur“ bezeichnet. Eine sanfte Alternative stellt die Nr. 10 aus der Mineralstofftherapie nach Schüßler dar. Natrium sulfuricum D6 regt die Funktion von Leber und Galle an und unterstützt dabei die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper. Die Schüßlersalze können über längere Zeit eingenommen werden, auch während einer Fastenkur.

Psychosomatische Aspekte

In einer konsequent psychosomatischen Betrachtungsweise, wie sie vor allem im Klassiker „Krankheit als Weg“ von Dethlefsen und Dahlke vorgenommen wurde und wird, steht neben der Funktion des Organs im stofflichen Bereich eine Entsprechung auf seelischer Ebene. So wird eine gesunde Leberfunktion als körperlicher Ausdruck für die Fähigkeit für das „rechte Maß“ interpretiert, einer guten Wertung und Bewertung der Menschen und Dinge im eigenen Leben sowie der Unterscheidung zwischen dem, was zuträglich oder aber giftig für einen ist. Für eine Leberhygiene kann man für sich überprüfen, ob es im Bereich des Beruflichen, der zwischenmenschlichen Beziehungen oder Glaubenssätzen ein maßloses Zuviel gibt oder Personen, Zu- und Umstände, die einem nicht gut tun. Ein nachfolgendes Sortieren und „Entmüllen“ soll dabei auch auf körperlicher Ebene zu Entlastungen führen (siehe z.B. „Schamanische Übungen für den modernen Menschen“). (jvs)

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Quellen

Zizmann, P.A.: „Die erfolgreiche Teemischung“, Bonn 2009
Dethlefsen,T., Dahlke, R.: „Krankheit als Weg“, Goldmann 1990, Bassermann 20016351a2cc0b08c03r von Bechen / pixelio.de