Knochenerweichung

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Knochenerweichung: Osteomalazie und Rachitis

Eine Knochenstoffwechselstörung mit Knochenerweichung durch mangelnden Einbau von Kalzium in den Knochen wird bei Erwachsenen als Osteomalazie und bei Kindern als Rachitis bezeichnet. Im Unterschied zur Osteoporose schwindet hier nicht die Knochenmasse, sondern vielmehr lässt die „Festigkeit“ innerhalb der Knochen aufgrund mangelnder Mineralisierung nach. Die Hauptursache von Osteomalazie und Rachitis ist der Mangel an Vitamin D, insbesondere durch UV-Lichtmangel.

Knochenstoffwechselstörung mit Knochenerweichung:
Knochenerweichung
Synonyme
Ursachen Knochenerweichung
Klinik
Labor: Niedriger Vitamin-D Wert
Therapie

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Synonyme

Englische Krankheit, Knochenerweichung, Vitamin- D- Mangelkrankheit.

Knochenerweichung

Ursachen Knochenerweichung

Die Hauptursache von Osteomalazie und Rachitis ist ein Vitamin D-Mangel, der sich auch im Labor nachweisen lässt. Das Knochenvitamin wird in unserem Körper unter Einwirkung von UV-Licht gebildet, wobei Haut, Leber, Darm und Nieren direkt beteiligt sind. Neben Lichtmangel, der in 80% der Fälle verantwortlich ist, kann sich also auch bei Funktionsstörungen der beteiligten Organen die Knochenerweichung entwickeln. Wird dem Darm beispielsweise nicht ausreichend Kalzium zugeführt bzw. über die Schleimhaut aufgenommen, wenn Ernährungsmängel oder Malassimilationssyndrom vorliegen. Auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit kann es zu leichten Symptomen von Osteomalazie kommen.

Klinik

Die Mineralisierungsstörung in den Knochen führt zu einer Ermüdung und Überforderung des gesamten Skeletts, insbesondere der Wirbelsäule als wichtige Stütze des Körpers. Es kommt zu generalisierten Knochenschmerzen und Rückenschmerzen mit Muskelhartspann rechts und links der Wirbelsäule. Es fallen frühzeitig Gehstörungen auf, insbesondere als Watschelgang infolge der Muskelschwäche des Glutaeusmuskels. Fortschreitend kommt es zu Knochenverbiegungen, die in der Ausbildung von O-Beinen oder X-Beinen münden. Als Komplikation kommt es zu sogenannten „Ermüdungsfrakturen“.

Als typische Zeichen bei Kindern gelten Erweichung der Schädelknochen (Kraniotabes), verzögerte Bildung der Schädelnähte sowie der „rachitische Rosenkranz“. Damit werden sichtbare Rippenschwellungen bezeichnet, die sich an der Knorpel-Knochengrenze zum Brustbein bilden. Unspezifische Symptome, die eher bei Kindern zu beobachten sind, bestehen in erhöhter Reizbarkeit, schlaffer Muskulatur und manchmal auch Krampfanfällen. Aufgrund von prophylaktischen Maßnahmen, die bei Säuglingen früh eingeleitet werden, kommt die Rachitis als kindliche Form jedoch inzwischen nur noch selten vor.

Labor: Niedriger Vitamin D Wert

Im Labor ist ein erniedrigter Vitamin D-Wert festzustellen sowie ein verändertes Vorkommen von Kalzium und alkalischer Phosphatase (AP), einem Arbeitsparameter der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten).

Therapie Knochenerweichung

Nach Einschätzung der WHO bedarf es zur ausreichenden Produktion von Calciferol (Vitamin D) einer durchschnittlichen UV-Einwirkung an Armen und Gesicht von täglich 10 Minuten bei bewölktem Himmel. Regelmäßige kurze Aufenthalte im Freien schützen also bereits vor Lichtmangel als Ursache für Rachitis und Osteomalazie.

Grunderkrankungen wie Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen oder Darmerkrankungen, die die Bildung von Vitamin D beeinflussen, stehen therapeutisch im Vordergrund. Funktionsstörungen, die zur verminderten Aufnahme von Kalzium über die Darmschleimhaut führen können, werden insbesondere naturheilkundlich berücksichtigt. Dazu gehören Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Darmdysbiose, Leaky-Gut-Syndrom und Pilzinfektionen, die sich oftmals auch gegenseitig bedingen. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

nachweis: Dieter Schütz  / pixelio.de