Rhizarthrose – Daumenarthrose

Rhizarthrose
Fabian Peters

Daumensattelgelenkarthrose

Verschleißerscheinungen in den Gelenken sind ein weit verbeitetes Beschwerdebild, das mit Schmerzen und Bewegungseinschränungen einhergehen kann. An der Hand ist besonders häufig das Daumensattelgelenk betroffen, was in der Fachwelt als Rizarthrose bezeichnet wird. Es drohen massive Schäden des Gelenks mit dauherhaftem Funktionsverlust.

Definition

Grundsätzlich bezeichnet eine Arthrose einen übermäßigen Knorpelverlust der Gelenkflächen und daraus folgende degenerative Gelenkveränderungen. Tritt der Gelenkverschleiß in dem sogenannten Daumensattelgelenk (benannt nach der Form der Gelenkflächen) auf, das von dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein (Os trapezium) gebildet wird, wird dies in der medizinischen Fachwelt als Rhizarthrose bezeichnet. Im Volksmund ist hier meist von einer Daumenarthrose die Rede. Weitere verwendete Bezeichnungen sind Karpometakarpalgelenkarthrose, Daumensattelgelenkarthrose, Sattelgelenkarthrose, Kontinuumdistorsion des Daumensattelgelenkes oder auch Triggerband am Daumen.

Rhizarthrose
Das Sattelgelenk am Daumen ermöglicht eine hohe Beweglichkeit, ist jedoch häufig von einer Arthrose betroffen. (Bild: Jorma Bork /pixelio.de)

Symptome

Die Beschwerden bei einer Sattelgelenkarthrose können deutlich variieren und sind nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Ausmaß der Gelenkschäden zu sehen. Es ist möglich, daß bei bildgebenden Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Computertomographie (CT) nur geringe Anzeichen der Arthrose erkennbar werden und dennoch massive Beschwerden auftreten. Auch können trotz deutlich sichtbarer Gelenkschäden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ausbleiben.

Die Rhizarthrose ist die häufigste arthrotische Diagnose der Hand und Frauen nach der Menopause sind besonders oft betroffen. Die Gelenkschäden führen oftmals zu Schmerzen, die anfangs vor allem unter Belastung auftreten und sich meist punktförmig direkt am Daumensattelgelenk zeigen. Die Schmerzen können allerdings auch ziehend am Daumen und zum Teil auch im Unterarm auftreten. Im weiteren Krankheitsverlauf sind sie zudem oftmals auch unabhängig von Belastung festzustellen. Gleichzeitig zeigt sich meist eine nachlassende Griffkraft. Gegenstände können schlecht festgehalten und gegriffen werden.

Durch eine Arthrose im Daumensattelgelenk können Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Deformierungen ausgelöst werden. (Bild: Astrid Gast/fotolia.com)
Durch eine Arthrose im Daumensattelgelenk können Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Deformierungen ausgelöst werden. (Bild: Astrid Gast/fotolia.com)

Schwellungen des Gelenks können ebenfalls hinzukommen. Mit zunehmender Schädigung wird darüber hinaus mitunter ein reibendes Geräusch bei Bewegung hörbar, das Gelenk kann leichter auskugeln und es zeigen sich auch äußerlich sichtbare Deformierungen.

Diagnose

Bei der Diagnose einer Rhizarthrose können die auftretenden Symptome bereits wichtige Hinweise liefern, doch führt an einer Diagnosesicherung mittels bildgebender Verfahren in der Regel kein Weg vorbei. Hier sind vor allem Röntgenuntersuchungen aber auch die Computertomographie häufig angewendete Methoden. Die Veränderungen des Gelenks lassen sich auf diese Weise relativ genau feststellen und andere Erkrankungen, wie eine Tendovaginitis de Quervain oder eine rheumatoide Arthritis können so ausgeschlossen werden.

Die Diagnose Arthrose ist teilweise mit Vorsicht zu genießen, denn mitunter stehen die Beschwerden in keinem sinnvollen Verhältnis zur röntgenologischen Diagnose. Das bedeutet, dass auf dem Röntgenbild beispielsweise eine starke Abnutzung und sogar knöcherne Randanbauten erkennbar sein können, die Betroffenen aber nicht oder kaum über Beschwerden klagen. Umgekehrt ist es auch möglich, daß das Bild nur geringe Anzeichen zeigt, die Beschwerden aber sehr ausgeprägt sind. Inwiefern therapeutische Maßnahmen erforderlich sind, ist daher abhängig von dem individuellen Beschwerdebild zu bewerten.

Behandlung

Die Behandlung einer Rhizarthrose sieht zunächst verschiedene Maßnahmen vor, mit denen akute Beschwerden gelindert werden können. Hier sind zum Beispiel entzündungshemmende Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Rheumasalben Mittel gegen auftretende Schmerzen. Auch Kortison kommt in sehr seltenen Fällen zum Einsatz. Eine Schonung bis hin zur Ruhigstellung mit einer speziellen Schiene dient er Entlastung des Gelenks und soll weitere Schäden vermeiden. Zudem sind Bewegungs- und Physiotheraie, mit deren Hilfe der Knorpel im Gelenk wieder gestärkt werden soll, ebenfalls häufig Bestandteil der Therapie.

Ist das Daumensattelgelenk durch die Arthrose weitreichende geschädigt, können verschiedene operative Verfahren angewandt werden, um dessen Funktion wieder herzustellen. Hierbei werden entweder die geschädigten Knochen chirurgisch korrigiert oder sie können auch durch eine sogenannte Endoprothese ersetzt werden. Insbesondere bei der Implantation einer Prothese sind allerdings später häufig Probleme mit deren Haltbarkeit festzustellen. Bei den anderen operativen Behandlungsöglichkeiten können ebenfalls Komplikationen folgen und eine dauerhafte Beschwerdefreiheit lässt sich durch die Operationen längst nicht bei allen Patienten erreichen. Daher sollte erst darüber nachgedacht werden, wenn die Betroffenen unter deutlichen Beschwerden leiden und die übrigen Behandlungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft wurden.

Manuelle Therapien können den weiteren Knorpelabbau bei einer Rhizarthrose  verlangsamen, die Schmerzen lindern und die Bewegungsfähigkeit verbessern. (Bild:  Andrey Popov/fotolia.com)
Manuelle Therapien können den weiteren Knorpelabbau bei einer Rhizarthrose verlangsamen, die Schmerzen lindern und die Bewegungsfähigkeit verbessern. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Naturheilkunde

Bei der naturheilkundlichen Behandlung der Rhizarthrose stehen die manuellen Therapien meist im Vordergrund, jedoch werden auch andere Methoden, wie beispielsweise die Pflanzenheilkunde, Hydrotherapie oder Homöopathie eingesetzt.

Die manuelle Behandlung nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) geht bei punktförmigen Schmerzen am Daumensattelgelenk von einer Störungen im Knochen-Band-Übergang aus, die als Kontinuum Distorsion bezeichnet wird. Die Behandlung erfolgt hier mit starkem Daumendruck. Zeigen sich ziehende Schmerzen, werden Verdrehungen der Faszien (bindegewebige Häute) als Ursache angenommen, die entlang dieser Bahnen mit dem Daumen therapiert werden.

Verschiedene Heilpflanzen können gegen die Gelenkschmerzen helfen. Löwenzahn und Brennnesseln haben sich hier besonders bewährt. (Bild: shibanuk/fotolia.com)
Verschiedene Heilpflanzen können gegen die Gelenkschmerzen helfen. Löwenzahn und Brennnesseln haben sich hier besonders bewährt. (Bild: shibanuk/fotolia.com)

Als Heilpflanzen, die sich bei verschiedenen Formen der Arthrose bewährt haben, sind vor allem Löwenzahn und Brennnesseln zu nennen. Meist werden diese als Tee eingenommen, eine Kur mit frischen Löwenzahnstengeln oder Bäder mit Brennnesselzusatz können jedoch ebenso zur Linderung der Gelenkbeschwerden beitragen. Gegen die chronischen Schmerzen der Arthrose sind darüber hinaus Wärmeanwendungen wie ein warmes Heublumensäckchen oder auch Infrarotstrahlen hilfreich. Als Hausmittel ist ein warmer Wickel mit dem Brei gekochter Kartoffeln gegen die chronischen Gelenkbeschwerden zu empfehlen. (fp, tf)

Advertising