Behörde warnt vor gefährlichen Schlankheitspillen

Fabian Peters

Behörden warnen vor gefährlichen Schlankheitspillen

15.04.2011

Das Landesuntersuchungsamt (LUA) Rheinland-Pfalz warnt vor Schlankheitspillen mit gefährlichen Nebenwirkungen. Die über das Internet vertriebenen Schlankmacher-Tabletten „Reduce Weight Fruta Planta“ enthalten den in der EU verbotenen Arzneiwirkstoff Sibutramin, teilte das Landesuntersuchungsamt in Koblenz mit.

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Immer wieder tauchen im Internet vermeintliche Abnehmpillen auf, die ohne großen Aufwand zu einer Top-Figur verhelfen sollen. Meist werden die Artikel dabei als reine Naturprodukte angepriesen und mögliche Nebenwirkungen verschwiegen. So hatte auch im Fall der Schlankheitspillen „Reduce weight Fruta Planta“, vor denen das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz nun warnt, der Hersteller mit natürlichen Inhaltsstoffen geworben, den enthaltenen Wirkstoff Sibutramin jedoch verschwiegen. Bei Verwendung drohen massive Nebenwirkungen, wie starke Erhöhungen des Blutdrucks oder Herzerkrankungen, erklärte das LUA.

Abnehmpillen werben mit natürlichen Inhaltsstoffen
Die Schlankheitspillen wurden vom Zollamt Trier beschlagnahmt und dem LUA zur Untersuchung überstellt. Auf der Verpackung warben die Schlankmacher „Reduce weight Fruta Planta“ mit „100 Prozent purer Natur“ , wobei als Inhaltsstoffe exotische Früchte wie Limonen, Papaya oder die Frucht des Noni-Baums angegeben wurden. Bei der Untersuchung des LUA stellte sich jedoch heraus, dass die Abnehmpillen entgegen der Deklaration auf der Verpackung tatsächlich auch den in der EU nicht zugelassenen Wirkstoff Sibutramin enthielten.

Gefährliche Nebenwirkungen des Wirkstoffs Sibutramin
Der in den Schlankheitspillen enthaltenen Wirkstoff Sibutramin war bis Anfang 2010 in Europa unter ärztlicher Aufsicht zur Behandlung von Fettleibigkeit (Adipositas) zugelassen. Mehrere Studien haben jedoch auf gravierende Nebenwirkungen des Wirkstoffs hingewiesen, so dass die Sibutramin-haltigen Arzneimittel mit dem Markennamen „Reductil“ sowohl in den USA als auch in Europa vom Markt genommen wurden. Die Zulassung für den Wirkstoff Sibutramin ruht. Als mögliche Nebenwirkungen wurden in verschiedenen Studien Symptome wie Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, Taubheitsgefühle, Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen genannt. Außerdem könne Sibutramin akute Herzerkrankungen verursachen und bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka (Antidepressiva, Neuroleptika) drohen gefährliche Wechselwirkungen, warnte das LUA. Auch sollten Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion, Angina pectoris, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Leber- und Nierenfunktion auf keinen Fall Sibutramin verwenden, da massive Nebenwirkung die Folge sein können. Es seien auch schon Todesfälle durch die Nebenwirkungen von Sibutramin aufgetreten, erklärte das LUA.

Gefährliche Schlankheitspillen mit wechselnden Namen
Obwohl der Handel mit den Sibutramin-haltigen Schlankheitspillen in Deutschland verboten und der Verkauf strafbar ist, werden die Abnehmpillen immer wieder unter wechselnden Namen im Internet angeboten, erklärte das LUA. Der ahnungslose Verbraucher werde mit Versprechen wie „100 Prozent natürliche Inhaltsstoffe“ getäuscht und setzte sich bei Verwendung einem erheblichen gesundheitlichen Risiko aus. Von einem Kauf entsprechender Produkte über das Internet ist daher dringend abzuraten, vor allem wenn die versprochenen Effekte beim Abnehmen derart utopisch scheinen wie die der „Reduce weight Fruta Planta“ Schlankheitspillen. (fp)