Bei Pilzvergiftung Erbrochenes aufheben

Sebastian

Wer nach einem Pilzessen an Vergiftungserscheinungen leidet und erbricht, sollte das Erbrochene mitnehmen lassen

05.09.2012

In den nächsten Wochen beginnt die Zeit der Pilzsammler: Im Herbst werden wieder Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge gesammelt oder auf dem Markt gekauft. Doch Pilze bergen immer auch ein gesundheitliches Risiko, vor allem wenn sich Sammler nicht genau auskennen. Wer nach dem Pilzessen an starken Bauchschmerzen, Unruhe, Übelkeit und Erbrechen leidet, sollte zunächst einen Rettungswagen verständigen und im zweiten Schritt das Erbrochene sicherstellen.

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Erbrochenes mitnehmen lassen
Je nach Art der Pilzvergiftung treten kurz nach oder erst mehrere Stunden später typische Vergiftungserscheinungen wie krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, übermäßiges Schwitzen, innere Unruhe und Müdigkeit auf. Wer sich nach dem Verzehr eines Pilzgerichts übergeben muss, sollte zunächst den Rettungsdienst und den Giftnotruf verständigen und dann durch einen Helfer das Erbrochene sicherstellen lassen, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Berlin rät. Mediziner können anhand der Masse und an den möglichen Essensresten wertvolle Hinweise für die weitere Behandlung erkennen. Daher sollte das Erbrochene beim Eintreffen in der Klinik an einen behandelnden Arzt übergeben werden. „Zusätzlich den Patienten zum Erbrechen zu bringen, sollte jedoch unterlassen werden“, so das DRK.

Bei Pilzvergiftungen kann Lebensgefahr bestehen
Die ersten Anzeichen von Beschwerden nach einer Pilzvergiftung machen sich meist innerhalb der ersten vier Stunden nach dem Pilzessen bemerkbar. Treten die Symptome mehr als vier Stunden nach dem Verzehr auf, könnte eine schwerwiegende Vergiftung vorliegen. „Patienten schweben dann unmittelbar in Lebensgefahr.“

Helfer oder Familienangehörige sollten sich bei dem Patienten zunächst erkundigen, welche Pilzart gegessen wurde und wann die ersten Beschwerdebilder auftraten. Wichtig für die Rettungshelfer und den Giftnotruf sind auch Informationen über den Zustand der Pilze, der Lagerung sowie den Transport.

Besonders schwerwiegend sind Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz. Diese Pilzart wird oft mit dem Wiesen-Champignon verwechselt. Schon geringe Mengen können zu schweren Leberschäden und nachfolgend zum Tode führen. Daher sollten nur Fachkundige Pilze sammeln gehen. „Nur wer Pilze hundertprozentig identifizieren kann, sollte sie auch sammeln“, rät Stefan Münzer, Förster und selbst aktiver Pilzsammler. Wer sich unsicher ist, sollte laut Münzer „den Pilz stehen lassen oder einen Fachkundigen hinzuziehen“. Vorsicht ist auch bei Straßenverkäufern geraten. (sb)