Intensiver Kuss überträgt 80 Millionen Bakterien

Heilpraxisnet

Intensiver Kuss überträgt 80 Millionen Bakterien

18.11.2014

Einer neuen Studie zufolge werden bei einem längeren Kuss rund 80 Millionen Bakterien übertragen. Allerdings siedeln sich nicht alle davon im Mund des Partners an. Küsst sich ein Paar über neunmal täglich, gleicht sich ihre Mundflora stark aneinander an.

80 Millionen Bakterien bei einem einzigen Kuss
Küssen ist schön, kann gesund sein und hat eine nachhaltige Wirkung: In gerade einmal zehn Sekunden tauschen wir bereits bei einem einzigen Kuss rund 80 Millionen Bakterien mit unserem Partner aus. Dies zeigt eine wissenschaftliche Studie aus den Niederlanden., die von Mikrobiologen vom Amsterdam Institute for Molecules, Medicine and Systems durchgeführt wurde. Die Forscher, die ihre Ergebnisse kürzlich im Fachmagazin „Microbiome“ veröffentlichten, haben dabei untersucht, wie ähnlich sich die Bakteriengemeinschaft im Mund von Paaren ist.

Knutschexperimente mit Bakteriencocktail
Im Rahmen der Studie machten die Wissenschaftler um Remco Kort ein kontrolliertes Knutschexperiment, für dass sich 21 küsswillige Paare, sowohl gleich- als auch gemischtgeschlechtlich, versammelten. "Die Hälfte der Probanden musste vor jedem Kuss einen probiotischen Drink zu sich nehmen, der einen bestimmten Bakteriencocktail enthielt." Mindestens zehn Sekunden musste jeder Kuss dauern. Es zeigte sich, dass "die Zahl der Bakterien im Speichel desjenigen, der den Kuss empfing nach jedem Kuss sprunghaft anstieg."

Männer geben höhere Küssfrequenz an
Neben dem Küssen mussten die Studienteilnehmer auch Fragen beantworten, wie beispielsweise, wann sie das letzte Mal geküsst hatten oder wie oft sie küssen. Die Forscher stellten dabei eine kleine Diskrepanz in den Antworten fest: So gaben 74 Prozent der befragte Männer sehr viel höhere Küssfrequenzen an als ihre Partnerinnen. Viele der männlichen Teilnehmer sagten demnach, dass sie im Durchschnitt zehnmal pro Tag küssen würden, während die Partnerinnen nur fünfmal angaben. Die Wissenschaftler haben jedoch nicht weiter untersucht, was dies zu bedeuten hat.

Bakterienzusammensetzung bei Paaren ähnelt sich
Dass man durch Küssen das Immunsystem stärken, Stress abbauen und selbst Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte senken kann, wurde schon des öfteren festgestellt. „Intimes Küssen gibt es bei 90 Prozent aller bekannten menschlichen Kulturen – wir wollen herausfinden, in welchem Maße Partner dadurch ihre Mundflora teilen“, erklärte Kort Pressemeldungen zufolge. Die Forscher kamen zu dem Schluss: „Je öfter sich ein Paar küsst, desto ähnlicher ist auch seine Bakterienzusammensetzung im Speichel.“ Doch die Ähnlichkeit der Mundbakterien sei nicht nur auf den Austausch von Speichel zurückzuführen. Paare führen ohnehin häufig einen ähnlichen Lebensstil, ihr Ernährungsverhalten ist oft aneinander angepasst und meist gleichen sich auch die persönlichen Hygienemaßnahmen.

Übertragung von Krankheiten
Es wurde weiter darauf hingewiesen, dass (fast) niemand Angst vor dem Bakterienaustausch haben muss, denn der menschliche Organismus beherbergt über 100 Billionen Mikroorganismen. Diese Organismen sind beispielsweise dafür zuständig, Nahrung zu verdauen, Lebensmittel zu zersetzen oder Krankheiten abzuwehren. Durch den Speichelaustausch beim Küssen kann es allerdings auch zur Übertragung von Krankheiten kommen. So können dadurch unter anderem das durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöste Pfeiffersche Drüsenfieber, Hepatitis B, Herpes im Mund und andere Infektionskrankheiten wie Masern übertragen werden. (ad)

Bild: Uwe Wagschal / pixelio.de