Jedes dritte Kind frühstückt nicht

Astrid Goldmayer

WHO-Studie: Jedes dritte Kind frühstückt nicht

16.11.2011

Einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge verlässt jedes dritte Kind das Haus ohne vorher zu frühstücken . Wissenschaftler der Universität Bielefeld fanden heraus, dass in der Altersgruppe der 15-Jährigen sogar jedes zweite Kind betroffen ist. Die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen gaben an, sich zu dick zu fühlen. Die Forscher schlussfolgern nun, sie würden aufgrund von Gewichtsproblemen auf die erste Mahlzeit des Tages verzichten. Aus gesundheitlicher Sicht ein alarmierendes Ergebnis!

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Die Studie
Im Schuljahr 2009/2010 wurden 20.000 Kinder und Jugendliche aus ca. 300 Schulen in Deutschland unter anderem zu den Themen Gesundheit, Lebensqualität und Wohlbefinden befragt. Zu den untersuchten Faktoren gehörten das Schulklima sowie die finanzielle Situation im Elternhaus. Dabei fanden die Forscher heraus, dass Kinder aus finanziell besser gestellten Familien häufiger frühstücken als Kinder aus einkommensschwachen Familien. An der Studie waren Forscher der Universitäten Frankfurt, Hamburg und Dresden beteiligt. Die Leitung übernahmen Wissenschaftler aus Bielefeld. Im Auftrag der WHO wird diese Studie alle vier Jahre in 40 Ländern durchgeführt, um die Ergebnisse unter anderem zur Förderung der Gesundheit einzusetzen.

Mit einem gesunden Frühstück in den Tag starten
Das Frühstück ist eine der drei Hauptmahlzeiten des Tages. Sie liefert Energie, hilft, die kognitiven Fähigkeiten des Kindes zu steigern und soll die Gedächtnisleistung positiv beeinflussen. Dabei ist es wichtig, gesunde Nahrungsmittel zu sich zunehmen, wie z.B. Müsli, Obst, Vollkornbrot etc. Auf künstlich gezuckerte Lebensmittel wie Schokoladenaufstriche sollte wenn möglich verzichtet werden, da diese unter anderem Zahnkaries fördern und nur kurzfristig als Energielieferant im Körper fungieren.

Warum finden sich Kinder und Jugendliche zu dick?
Dass zunehmend mehr Kinder und Jugendlichen an Übergewicht leiden, ist bekannt und ursächlich in falscher Ernährung und mangelnder Bewegung begründet. Ein relativ neuer Trend ist jedoch, dass sich immer mehr Kinder und Jugendliche als zu dick ansehen, obwohl dies unter medizinischen Gesichtspunkten nicht der Fall ist. Während dies früher hauptsächlich ein Phänomen bei weiblichen Teenager und jungen Frauen war, tritt es heute bereits bei Mädchen und Jungen im Grundschulalter auf. Gründe dafür könnten in unserer zunehmend oberflächlich werdenden Gesellschaft zu finden sein. Die Medien nehmen hier einen wichtigen Platz ein. Wer erfolgreich ist, ist jung, schön und schlank. In zahlreichen Casting Shows wird dieser Eindruck noch verstärkt. Es wird der Eindruck vermittelt, dass nur schöne, schlanke Menschen erfolgreich, beliebt und glücklich sind. Nur in Ausnahmefällen werden bewusst Gegenbeispiele gezeigt.

Jedoch sollten Eltern nicht in Panik verfallen, wenn ihre Kinder über ihr Gewicht klagen. Besonders in der Pubertät gehört es zu den normalen Entwicklungsstufen, dass sich Kinder selbst und ihr Umfeld in Frage stellen. Ein gutes Gespräch kann oft Wunder wirken. (ag)