Junge Frau nach Angriff eines Greifvogels mit gefährlicher Hasenpest infiziert

Alfred Domke

Nach Angriff durch Bussard: Joggerin erkrankt an Hasenpest

Dass sich auch Menschen mit Hasenpest (Tularämie) infizieren können ist schon länger bekannt. Eine Frau aus der Schweiz hat sich jedoch durch einen sehr ungewöhnlichen Vorfall mit der Krankheit angesteckt: Sie wurde beim Joggen von einem Bussard angegriffen.


Hasenpest kann auch für Menschen gefährlich werden

Bei Tularämie handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die durch den Erreger „Francisella tularensis“ hervorgerufen wird. Dieser kann durch saugende und stechende Insekten, sowie direkt über kontaminiertes Heu und infiziertes Blut oder andere Flüssigkeiten übertragen werden. Rohes Fleisch erkrankter Wildtiere birgt ebenfalls ein hohes Ansteckungsrisiko durch die Erreger. Die lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die umgangssprachlich als „Hasenpest“ bezeichnet wird, trifft vor allem Feldhasen und Nagetiere. Doch auch Menschen können sich infizieren. Dies zeigt auch ein aktueller Fall aus der Schweiz. Dort wurde eine Frau beim Angriff eines Greifvogels mit der Krankheit infiziert.

In der Schweiz ist eine Frau beim Joggen von einem Mäusebussard angegriffen worden, der sie mit der sogenannten Hasenpest ansteckte. (Bild: JuergenL/fotolia.com)

Angriff durch Mäusebussard

Einem Medienbericht zufolge ist in der Schweiz eine Frau von einem Mäusebussard angegriffen worden, der sie mit der sogenannten Hasenpest ansteckte. Es dauerte mehrere Wochen, bis geklärt war, woran sie litt.

Laut dem Bericht der „Aargauer Zeitung“ war die Frau im vergangenen Jahr im Kanton Aargau beim Joggen, als sie von hinten von dem Greifvogel attackiert wurde.

„Es war, als fiele ein Sandsack auf mich. Ich bin wahnsinnig erschrocken“, so die 42-Jährige gegenüber der Zeitung.

Den Angaben zufolge dauerte die Attacke nur einen kurzen Augenblick, der Vogel hat sich sofort wieder abgestoßen.

Die Joggerin stellte zwar kein Blut fest, allerdings bildete sich am Hinterkopf eine Beule, auf der sich eine Kruste bildete.

Zunächst falsche Diagnosen

Einige Tage später stellten sich jedoch verschiedene Beschwerden ein. Die Frau bekam hohes Fieber, starke Gliederschmerzen sowie Schmerzen links am Hals im Bereich der Lymphknoten.

Als sie ihren Hausarzt aufsuchte, nahm dieser an, dass die Patientin an einer Hirnhautentzündung litt.

Als sie drei Tage später in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, vermuteten die Ärzte eine Virusinfektion der oberen Atemwege und verabreichten der Patientin Schmerzmittel und Entzündungshemmer.

Als sie die Klinik nach fünf Tagen auf eigenen Wunsch verließ, war sie noch immer nicht geheilt. Nur kurze Zeit später kam die Frau erneut in ein Krankenhaus: sie hatte 40 Grad Fieber und Muskelschmerzen.

In der Klinik stellten die Ärzte fest, dass das Blut der Patientin viele Antikörper gegen den Tularämie-Erreger enthielt und folgerten, dass sie an Hasenpest erkrankt war.

Eine Behandlung mit Antibiotika sorgte schließlich für ihre Genesung.

Bei Symptomen zum Arzt

Tularämie ist eine für Wildtiere, wie Hasen, Wildkaninchen oder Nagetiere zumeist tödlich verlaufende Krankheit. Als Zoonose stellt sie jedoch auch für den Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar.

Bei Menschen kann die Infektionskrankheit ganz unterschiedlich verlaufen, indem je nach Eintrittsstelle beispielsweise grippeähnliche Symptome wie Fieber, aber auch Hautgeschwüre, Blasen im Mund- und Rachenraum, eine Lungenentzündung oder eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) auftreten können.

Gesundheitsexperten zufolge sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn sich nach dem Kontakt mit Wildtieren oder dem Verzehr von Wildfleisch Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe oder Übelkeit und Erbrechen einstellen. (ad)