Keimbelastung im Trinkwasser von Angermünde

Fabian Peters

Warnung vor Bakterienbelastung des Trinkwassers in Angermünde

08.11.2011

Immer wieder werden auch in Deutschland erhebliche Bakterienbelastungen im Trinkwasser festgestellt, die ein sofortiges Einschreiten der Behörden erforderlich machen. So sind derzeit in der 10.000-Seelen-Gemeinde Angermünde im Landkreis Uckermark sämtliche Einwohner dazu aufgefordert, ihr Trinkwasser gründlich abzukochen, da dieses sogenannte Enterokokken (spezielle Milchsäurebakterien) enthalten kann.

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Dass Gesundheitsamt des Landkreises Uckermark hat laut Medienberichten in mehreren Trinkwasserproben aus Angermünde die Enterokokken-Bakterien nachgewiesen. Bis die Ursache der Verseuchung ermittelt und die Bakterienbelastung behoben ist, sind die Einwohner dazu aufgefordert ihr Trinkwasser gründlich abzukochen, um mögliche Gesundheitsrisiken zu vermeiden, berichtete die „Märkische Oderzeitung“.

Die Bakterienbelastung des Trinkwasser wurde vom Gesundheitsamt unter anderem in zwei Kindertagesstätten (Casekow und Hohenselchow) festgestellt, was ein sofortiges Einschreiten erforderlich machte. Denn die relativ weit verbreiteten Keime können insbesondere für Kleinkindern und Personen mit geschwächtem Immunsystem ein gesundheitliches Risiko mit sich bringen. Ihnen drohen Harnwegsinfektionen und Infektionen im Bereich des Verdauungstraktes (Magen-Darm-Infektionen), mit Durchfall, Übelkeit und Erbrechen als typischen Symptomen. Welche Ursache die erhöhte Bakterienbelastung im Trinkwasser der Gemeinde Angermünde hat, ist den aktuellen Berichten zufolge bislang unklar. Einige Experten vermuten jedoch die Keime könnten im Zusammenhang mit der Mückenplage im vergangenen Sommer stehen, da die Insekten nun in den Wasserversorgungssystemen absterben und so die Quelle der Bakterienbelastung bilden können.

Zuletzt war im Juli eine Coli-Bakterien-Belastung im Trinkwasser von Potsdam-Babelsberg aufgetreten, die zur Folge hatte, dass 3.700 betroffene Haushalte in Potsdam und 6.000 Haushalte im Landkreis Barnim wochenlang ihr Trinkwasser abkochen mussten. Als mögliche Ursache der Keimbelastung identifizierten die Behörden damals im Zuge ihrer Recherchen die Kadaver von drei verendeten Mäusen und einem Maulwurf, die in einem Trinkwasserbecken entdeckt wurden. (fp)