New Yorker Mücken mit gefährlichem Virus infiziert

Astrid Goldmayer

Behörden warnen vor Ansteckung mit dem West-Nil-Virus

12.07.2012

Im New Yorker Bezirk „Staten Island“ wurden Mücken mit dem West-Nil-Virus entdeckt. Die Gesundheitsbehörde warnte die Bevölkerung vor einer möglichen Ansteckung mit dem ursprünglich aus Uganda stammenden Virus, der im schlimmsten Fall Betroffene ins Koma fallen lässt.

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West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen
Wie die New Yorker Gesundheitsbehörde am Dienstag mitteilte, hätten sich bislang noch keine Menschen infiziert. Dennoch solle die Bevölkerung wachsam sein, Insektenspray auftragen und besonders in der Dämmerung Arme und Beine mit Kleidung bedecken. Das gelte vor allem für über 50-Jährige.

In der Regel verläuft die Infektion harmlos. Häufig haben Betroffene keine oder nur sehr schwache Symptome. In einigen Fällen treten jedoch grippeähnliche Beschwerden auf, die als das sogenannte West-Nil-Fieber bezeichnet werden. Die Patienten leiden dann unter Gliederschmerzen Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber, weshalb ein Kontext meist sehr spät entdeckt wird. Da das Virus in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, kann es eine Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, oder eine Meningitis, eine Entzündung der Hirnhaut, auslösen. Betroffene können ins Koma fallen und an der Infektion versterben. In erster Linie sind Vögel von dem Virus betroffenen. Durch Stechmücken als Überträger gelangt der Erreger jedoch auch in den menschlichen Organismus. Erstmals entdeckt wurde das West-Nil-Virus 1937 in Uganda.

Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig gelang bereits im Jahre 2008 die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den West-Nil-Virus. Durch die Injektion kleiner DNA-Moleküle des Erregers, die Erbinformationen für Antigene enthalten, soll der menschliche Organismus Antikörper bilden. Trotz erfolgreicher Tests ist der Impfstoff bislang nicht auf dem Markt. (ag)