Sodbrennen: Saures Aufstossen nach Weihnachtsessen

Heilpraxisnet

Sodbrennen ein häufiges Problem zur Weihnachtszeit

23.12.2014

Zur Weihnachtszeit, wenn oft deftige Mahlzeiten auf den Teller kommen, dazu noch Plätzchen und Glühwein konsumiert werden und der Trubel um das Fest vielen Menschen Stress bereitet, ist Sodbrennen keine Seltenheit. Experten raten dazu, dann bei der Selbstmedikation vorsichtig zu sein oder besser gleich auf Hausmittel zurückzugreifen.

Vorsicht bei Selbstmedikation
Während der Advents- und Weihnachtszeit kommen bei vielen Menschen üppiges Essen, Alkohol und Erschöpfung durch den Stress um das Fest zusammen. „Wenn man dann zu den Feiertagen an Sodbrennen und saurem Aufstoßen leidet, ist das kein Wunder“, erklärte Univ.-Prof. Martin Riegler, Leiter des Zentrums „Reflux Medical“ in Wien-Alsergrund gegenüber dem österreichischen „Kurier“. „Viele greifen zur Selbstmedikation mit Medikamenten, die die Magensäure neutralisieren oder ihre Produktion hemmen“, so der Speiseröhrenspezialist. „Aber das kann auf Dauer gefährlich werden, weil ohne genaue Abklärung Krebsvorstufen und letztlich auch Speiseröhrenkrebs übersehen werden können. Denn schmerzfrei heißt nicht gesund.“ So haben Patienten bei 90 Prozent aller auf Reflux zurückgehenden Krebserkrankungen der Speiseröhre zuvor weder merkbares Sodbrennen noch saures Aufstoßen.

Sodbrennen ist eine Botschaft des Körpers
Dem Experten zufolge sollte man "wiederkehrendes Sodbrennen als Botschaft des Körpers" verstehen. „Er will einem mitteilen, dass etwas nicht in Ordnung ist – und dass man der Sache auf den Grund gehen soll.“ Dies gelte auch bei anhaltenden Magenschmerzen. „Nur in zirka zehn Prozent der Fälle liegt die Ursache tatsächlich im Magen, meistens handelt es sich um eine Entzündung im Ausgang der Speiseröhre.“ Für die Speiseröhre gebe es im Wesentlichen vier Stressfaktoren: „Emotionaler Stress; stoffwechselbedingter Stress durch viel Zucker und Fett; physikalischer Stress durch schlecht gekaute Nahrungsmittel und Überdehnung; sowie Entzündungen bzw. als Folge Krebserkrankungen.“ Riegler erklärte weiter: „Emotionaler Stress kann jene Nerven aktivieren, die sich in der Speiseröhre und im Magen befinden. Das kann zur Freisetzung von Botenstoffen führen und diese begünstigen – in Kombination mit falschem Ernährungsverhalten – die Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Sodbrennen.“

Nur wenige Patienten benötigen eine Operation
Vor einer möglichen Therapie sollte dem Mediziner zufolge ein ausführliches Gespräch stehen. Danach liefert eine Spiegelung von Magen und Speiseröhre Hinweise, ob das Anti-Reflux-Ventil am Ende der Speiseröhre bereits beeinträchtigt ist. Anschließend wird mit der Entnahme einer Gewebeprobe festgestellt, ob bereits krankhafte Veränderungen der Speiseröhren-Schleimhaut vorliegen, die irgendwann zu Speiseröhrenkrebs führen können. Laut Riegler kann 95 Prozent der Patienten mit einer grundlegenden Lebensstiländerung und vorübergehender medikamentöser Unterstützung geholfen werden. „Nur fünf Prozent benötigen einen operativen Eingriff, um beschwerdefrei zu werden“, so der Experte.

Hausmittel gegen Sodbrennen
Um Sodbrennen dauerhaft vorzubeugen, bieten sich verschiedene Hilfen an. So sollte man Übergewicht und Adipositas vermeiden und sich viel bewegen. Da Stress ein wesentlicher Auslöser sein kann, bieten sich zudem oft Entspannungsübungen zum Stressabbau an, um dem Problem zu begegnen. Dazu zählen etwa Yoga oder Autogenes Training. Weitere Hausmittel bei Sodbrennen sind Methoden zum Verdauung anregen oder das ausgiebige Kauen der Nahrung („Fletchern“). Der österreichische Experte rät dazu, über mehrere Stunden stündlich sechs Scheiben einer Salatgurke zu essen, wenn man über die Feiertage plötzlich Sodbrennen verspürt. „Gurken enthalten sehr viel Fasermaterial, viel Wasser und viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Alles zusammen hilft, die Magensäure zu neutralisieren. Gleichzeitig bekommt die Speiseröhre dadurch Energie, welche die aktivierten Nerven wieder beruhigt. In 95 Prozent der Fälle verschwinden dadurch die Schmerzen.“ (ad)

Bild: Beßler/Havlena / pixelio.de