Magenschmerzen: Ursachen und Behandlung

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Susanne Waschke
Magenschmerzen treten bei den verschiedensten Erkrankungen in unterschiedlichster Art und Ausprägung auf. So können diese Beschwerden psychisch bedingt sein, eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) begleiten oder aber auch Hinweis auf ein bösartiges Geschehen geben. Auf jeden Fall sollten Schmerzen in der Magengegend, die über längere Zeit andauern oder immer wieder auftreten, eventuell noch durch Allgemeinsymptome, wie zum Beispiel Fieber oder Übelkeit und Erbrechen begleitet sind, unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Gerade dann, wenn die Beschwerden plötzlich und heftig sind, ist ein Fachmann beziehungsweise eine Fachfrau gefragt.

Inhaltsverzeichnis

Verschiedene Arten von Magenschmerzen
Ursachen für Magenschmerzen
Diagnose und Behandlung
Naturheilkundliche Diagnosemethoden
Naturheilkunde bei Magenschmerzen

Verschiedene Arten von Magenschmerzen

Magenschmerzen können auf verschiedenste Art und Weise auftreten. So werden diese von den Betroffenen als brennend, drückend, bohrend oder stechend beschrieben. Häufig treten die Beschwerden in Verbindung mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ekel vor bestimmten Speisen oder Fieber auf. Die Magenschmerzen konzentrieren sich auf die Magengegend oder strahlen in die Umgebung bis in den Rücken hinein aus.

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Die Beschwerden können in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme auftreten, zwischen den Mahlzeiten stattfinden, sich nur im Nüchternzustand bemerkbar machen, ohne Pause vorhanden sein, aus dem Nichts heraus den Betroffenen quälen oder genauso, wie sie aufgetreten sind, auch wieder verschwinden.

Ursachen für Magenschmerzen

Eine Ursache für Magenschmerzen ist der Reizmagen, auch Gaster nervosum genannt. Die Betroffenen leiden unter wiederkehrenden Beschwerden, die sich vor allem im mittleren Oberbauch abspielen. Dies sind Völle- oder Druckgefühl, Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit, eventuell Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen. Die Untersuchung ist in der Regel ohne pathologischen Befund. Die Magenschmerzen, in Verbindung mit einem Reizmagen, kommen und gehen und sind häufig in Stresszeiten anzutreffen. In einigen Fällen liegt eine Infektion mit dem Heliobacter pylori vor. Auch wird der Zusammenhang mit einer chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) diskutiert. Bei Patienten, die unter einem Reizmagen leiden, treten immer häufiger Nahrungsmittelallergien und sogenannte Intoleranzen auf.

Häufige Ursache für Magenschmerzen ist eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis). Diese kann durch Erreger, wie zum Beispiel Salmonellen, Campylobacter, EHEC oder verunreinigte Lebensmittel ausgelöst werden. Bei der Gastroenteritis sind sowohl Magen als auch der Darm mitbeteiligt. Typische Beschwerden sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und eventuell Fieber.

Eine Pilzvergiftung ist eine weitere Ursache für Magenschmerzen. Dabei ist die Lebensmittelvergiftung, die durch unsachgemäße Lagerung der Pilze hervorgerufen wurde, von einer „richtigen“ Pilzvergiftung abzugrenzen. Bei dieser Erkrankung unterscheiden sich die Symptome, je nach Pilzart, die gegessen wurde. Betroffene leiden unter Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Hinzu kommen Beschwerden, wie Schweißausbrüche, innere Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen, Schwindel oder Müdigkeit. Je länger die Pilze im Körper verweilen, desto gefährlicher wird die Vergiftung.

Lebensmittelallergien sind immer mehr auf dem Vormarsch. Dabei reagiert der Körper in unangemessener Weise auf ein bestimmtes Nahrungsmittel. Nahezu jedes Lebensmittel kann eine allergische Reaktion hervorrufen. Die entstehenden Symptome sind vielfältigster Natur. Dazu gehören Entzündungen der Mundschleimhaut, brennende Magenschmerzen, Völlegefühl in Verbindung mit Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Darmkrämpfe. Jedoch können auch Haut (siehe Juckender Hautausschlag), Lunge und der Kreislauf auf die zugeführten Nahrungsmittel reagieren.

Eine weitere Ursache für Schmerzen in der Magengegend ist die Gastritis. Diese kann sowohl akut als auch chronisch sein. Eine akute Gastritis entsteht meist durch Reize, wie übermäßigen Alkohol- oder Nikotingenuss oder in Verbindung mit einer Stresssituation, wie sie zum Beispiel im Rahmen einer Operation gegeben ist. Auch die Einnahme von bestimmen Medikamenten, wie NSAR (nicht steroidale Antirheumatika), die eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung haben, jedoch neben weiteren Nebenwirkungen die Magenschleimhaut angreifen können, ist als potenzielle Ursache der Gastritis zu nennen. Bakterien oder verdorbene Lebensmittel können ebenso zu Magenschmerzen führen und eine akute Gastritis auslösen. Die Betroffenen leiden unter einem Druckgefühl in der Magengegend, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Bei einer erosiven Gastritis, bei der die Schleimhaut des Magens Defekte aufweist, kann auch Bluterbrechen oder sogenannter Teerstuhl (schwarzer Stuhlgang) hinzukommen.

Die chronische Form der Gastritis kommt relativ häufig vor. Dafür sind vor allem drei Ursachen verantwortlich. Dies ist einmal ein Autoimmungeschehen, bei dem der Körper Autoantikörper gegen bestimmte Zellen der Magenschleimhaut bildet und dadurch eine chronische Entzündung entsteht. Bei dieser Form besteht ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Die zweite und häufigste Ursache für die chronische Gastritis und damit verbundene Magenschmerzen, ist das Bakterium Heliobakter pylori, das den Magen besiedelt. Die dritte Form, die chemisch-toxische Gastritis, entsteht durch einen Reflux von Gallensaft, durch verschiedene Noxen, wie Nikotin und Alkohol, und durch die Einnahme von Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten.

Die Schmerzen am Magen können aber auch auf ein Magenulkus (Magengeschwür) hindeuten. Mögliche Ursachen dafür sind wieder einmal das Bakterium Heliobacter pylori, aber auch ein Ungleichgewicht im Magen zwischen den schützenden und angreifenden Substanzen. Ebenso können Medikamente, wie bei der Gastritis, Ursache für Magenschmerzen und ein damit verbundenes Magengeschwür sein. Die Betroffenen leiden unter eher unspezifischen Symptomen, wie brennenden, bohrenden Schmerzen im Epigastrium (Oberbauch). Jedoch sind ein Sofortschmerz direkt nach den Mahlzeiten oder nahrungsabhängige Schmerzen ein Indiz für ein Magenulkus. Leider verspüren ein Drittel der Patienten erst Beschwerden, wenn schon Komplikationen eingetreten sind.

Magenschmerzen können auch der Hinweis auf ein bösartiges Geschehen sein. Risikofaktoren für ein Magenkarzinom sind Vorerkrankungen, wie die chronische Gastritis, Nikotingenuss, Nitrosamine in der Nahrung, wie sie in Wurst- und Fleischerzeugnissen vorkommen, die Besiedelung des Magens mit Heliobacter pylori und eine familiäre Veranlagung. Typische Symptome existieren bedauerlicherweise nicht. Die Patienten leiden eventuell längere Zeit über an einem „empfindlichen“ Magen, haben jedoch keine weiteren Beschwerden. Erst in einem späteren Stadium verlieren die Betroffenen an Gewicht, die Arbeit fällt jeden Tag schwerer, sie leiden an Übelkeit, Schmerzen und Ekelgefühl gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, vor allem aber gegenüber Fleisch und Wurst. Eine Anämie kann, bedingt durch ständige Blutverluste, bei einem Magenkarzinom ebenfalls auftreten. Ähnliche Beschwerden treten auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auf.

Diagnose und Behandlung

Gerade bei wiederkehrenden Schmerzen in der Magengegend oder wenn diese ganz plötzlich und massiv auftreten, ist unbedingt ein Arzt zu Rate zu ziehen. Auch wenn stark ausgeprägte Begleitsymptome, wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Fieber hinzukommen, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Der Arzt fragt nach Art des Schmerzes, Häufigkeit und eventuell zeitlichem Zusammenhang mit den Mahlzeiten. Zusätzlich wird der Bauch abgetastet. Mit einem speziellen Atemtest kann der Heliobacter pylori nachgewiesen werden. Dieses Bakterium kann die verschiedensten Beschwerden verursachen. Die hier früher zum Nachweise der Schädigungen angewandte Röntgen-Doppelkontrastdarstellung wird heute immer seltener angewandt. Dagegen ist die Oberbauchsonographie eine schonende, regelmäßig eingesetzte Untersuchungsmethode. Zusätzlich sind CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) häufig angewandte Diagnoseverfahren. Bei der Gasortskopie wird mittels eines Endoskops der Magen von innen betrachtet und dabei kann auch Gewebe entnommen werden. Abgerundet wird die Diagnosestellung durch die Berücksichtigung verschiedener Laborwerte.

Die Behandlung der Magenschmerzen hängt von der Diagnose ab. Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist das Absetzen von Medikamenten, die sich belastend auf die Magenschleimhaut auswirken. Aber auch Stress, Alkohol und Nikotin sollten unbedingt vermieden werden. Je nach Schmerzcharakter werden Arzneimittel verabreicht, die Krämpfe lösen, sich protektiv auf die Schleimhaut des Magens auswirken, entzündungshemmend sind oder die Verdauung anregen. Liegt eine psychische Komponente zugrunde, sind beruhigende Maßnahmen, wie Entspannungsübungen, Mediation, Yoga oder Autogenes Training geeignet.

Ebenso ist die Ernährung zu überdenken. Diese kann sich, wenn zu sauer, zu scharf oder zu süß, durchaus negativ auf den Magen auswirken und somit Magenschmerzen auslösen. Wurde bei der Untersuchung ein Befall mit dem Bakterium Heliobacter pylori festgestellt, wird versucht, diesen zu beseitigen. Hierzu dient der Einsatz von bestimmten Antibiotika und säurehemmenden Medikamenten.

Naturheilkundliche Diagnosemethoden

In der Naturheilkunde existieren spezielle Diagnosemethoden. So zum Beispiel die Antlitz- beziehungsweise Gesichtsdiagnose. Bestimmte Merkmale im Gesicht deuten auf bestimmte Erkrankungen und Veranlagungen hin. So korrespondieren die Lippen und die Nasolabialfalte (Falten, die links und rechts von den Nasenflügeln aus zu den Mundwinkeln ziehen) mit dem Magen-Darm-Bereich. Eine schwach ausgeprägte Falte gehört meist zu einem empfindlichen Magen, während eine stark ausgeprägte Form eher auf ein Magengeschwür hindeuten kann. Mit der Fußreflexzonentherapie lassen sich nicht nur heilende Maßnahmen durchführen, sondern sie dient auch zur Diagnose. Farbveränderungen, Veränderungen im Gewebe, Warzen oder Druckschmerzhaftigkeit in der Magenzone deuten auf eine Störung hin. Ein weiteres Diagnosemedium ist die Irisdiagnose. Jedem Organ im Körper entspricht eine Zone in der Iris. Ein erfahrener Therapeut weiß in den Augen zu lesen und daraus Rückschlüsse zu ziehen. In vielen naturheilkundlichen Praxen wird zudem die Zungendiagnostik angewandt. Die Zunge ist in verschiedene Zonen eingeteilt, von der jede eine entsprechende Zuordnung zu den Organen hat. Auch Veränderungen im Belag können auf eine Erkrankung hindeuten. So kann eine weiß belegte Zunge oder eine stark gerötete Zungenspitze ein Hinweis auf eine Magenschleimhautentzündung sein.

Naturheilkunde bei Magenschmerzen

In der naturheilkundlichen Therapie von Oberbauchschmerzen steht natürlich an erster Stelle, der Ursache für die Beschwerden auf den Grund zu gehen. Körper, Seele und Geist sind zusammen zu berücksichtigen, um den Betroffenen so gut es geht zu behandeln. Von Magenschmerzen betroffen sind häufig Personen, die Probleme in ihrem Leben nicht verdauen können, alles bei sich belassen und deren Magen daraufhin rebelliert. Gerade die Gastritis, egal ob akut oder chronisch, kommt gehäuft bei gestressten Managern vor, die keine Zeit für gesunde und regelmäßige Kost haben und ihren ganzen Ärger in den Magen projizieren. Behandelt werden die mit der Magenschleimhautentzündung verbundenen Magenschmerzen mit homöopathischen Mitteln, wie Chamomilla (Kamille), das bei brennenden Schmerzen zur Linderung verhilft, Nux vomica (Brechnuss), das bei Druck- und Völlegefühl gute Dienste leistet, und Bryonia (Zaunrübe), das hilfreich sein kann, wenn das Essen, wie ein Stein im Magen liegt.

Auch existieren für Magenprobleme die verschiedensten Komplexmittel, die entzündungshemmende und wohltuende Magenpflanzen enthalten.Eine warm feuchte Bauchkompresse unterstützt die Behandlung. Nikotin, Kaffee, Alkohol, Zucker, Milch und scharfe Gewürze sind bei Magenschmerzen unbedingt zu meiden. Ebenso sollten „saure“ Lebensmittel, wie Früchtetee, saures Obst und Rohkost nicht verzehrt werden. Neben der schulmedizinischen Behandlung eines Magenulkus können die naturheilkundlichen Methoden unterstützend wirken. Hier kommen auch die verschiedensten Homöopathika zum Einsatz. Die Neuraltherapie, die bei Magenschmerzen vor allem im Bereich des Rippenbogens angewandt wird, kann durch die reflektorische Beeinflussung des Magenbereiches durchaus schmerzlindernd wirken.

Bei allen Erkrankungen, die mit Magenschmerzen einhergehen, ist auf eine Ernährung zu achten, die keine starken Gewürze enthält und basisch ist. Reizende Substanzen, wie Alkohol, Nikotin und Kaffee sind unbedingt zu meiden. Regelmäßige Entspannung, richtiges Kauen und genügend Zeit für die Nahrungsaufnahme sind wichtig, um den Magen zu entlasten und Heilung zu erzielen. (sw)

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