Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

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Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, die mit mehr oder weniger ausgeprägten, typischen Symptomen einhergeht und sogar Schleimhautdefekte verursachen kann (erosive Gastritis). Es gibt die akute Gastritis sowie chronische Formen, welche durch verschiedene Entstehungsfaktoren bedingt sind. Gibt es keinerlei organische Befunde, liegt wahrscheinlich ein Reizmagen vor.

Symptome verschiedener Formen der Gastritis

Ist die Magenschleimhaut akut entzündet, zeigen sich Symptome wie Magendruck, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Magenschmerzen oder Magenkrämpfe. Bei der erosiven Gastritis, wenn oberflächliche Defekte der Schleimhaut entstanden sind, können Teerstuhl und Bluterbrechen dazukommen. Die chronische Gastritis kann über Monate bis Jahre ganz ohne Symptome oder mit sporadischem Auftreten weniger Beschwerden, z.B. Sodbrennen, verlaufen. Bei der bakteriellen Gastritis können darüber hinaus aber auch Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen sowie perniziöse Anämie (Blutarmut durch Vitamin B12-Mangel).

Entstehungsursachen der akuten Gastritis

Die akute Magenschleimhautentzündung kann durch virale und bakterielle Infektionen oder bakterielle Toxine, z.B. bei einer Lebensmittelvergiftung, bedingt sein. Sehr häufig kommt sie auch nach übermäßigem Genuss von Alkohol, Tabak und Kaffee vor. Stressbedingt tritt die akute Gastritis etwa nach schweren Verbrennungen oder Operationen auf.

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Das ABC der chronischen Gastritis

Die häufig vorkommende chronische Gastritis nach ihrer Ursache in die sogenannte ABC-Klassifikation eingeteilt werden:
Bei der Autoimmungastritis (Typ A) bildet der Körper Antikörper gegen die eigene Zellen im Magenkörper aus, die für die Salzsäurebildung zuständig sind, was zur Anazidität des Magens führt. Ebenfalls wird die Produktion des –für die Aufnahme von Vitamin B12 notwendige- Intrinsic factor verhindert. Dies wiederum führt zur Entstehung einer Vitamin B12-Mangelanämie (perniziöse Anämie). Die Typ-A-Gastritis gilt als Risikofaktor für ein Magenkarzinom.

Die Bakterielle Gastritis (Typ B) macht ungefähr 85% der chronischen Magenschleimhautentzündungen aus, das Risiko steigt dabei mit der Blutgruppe 0 und zunehmendem Lebensalter. Verantwortlich ist meist das Bakterium Helicobacter pylori, welches vor allem den unteren Magenabschnitt, den „Vorraum des Pförtners“ , besiedelt. Unter anderem führt die vermehrte Salzsäureproduktion in der vom Helicobacter pylori besiedelten Bereich zu entzündlichen Prozessen an der Magenschleimhaut. Auch die Gastritis durch den Helicobacter pylori gilt als Risikofaktor Magen- und Duodengeschwüre, aber auch für Magenkarzinome.

Die Chemisch-toxische Gastritis (Typ C) ist häufig bedingt durch den Genuss säurebildender Stoffe (Nikotin, Alkohol), die Einnahme von Medikamenten (Acetylsalycin, Antirheumatika) oder den Rückfluss von Gallensaft.

Vor der Diagnose „Gastritis“ bösartige Erkrankungen ausschließen

Mithilfe von bildgebenden Verfahren und Gewebsentnahmen und –untersuchungen in der Facharztpraxis sind zunächst bösartige Erkrankungen, insbesondere ein Magenkarzinom, auszuschließen. Die Diagnose erfolgt dann anhand der beschriebenen Symptome, einer Laboruntersuchung von Atem oder Stuhl (Helicobacter pylori u.a. Bakterien) und Blut (Anämie) die Diagnose. In der Naturheilpraxis kommen zur Diagnosesicherung und Therapieplanung außerdem die Bioresonanzmessung, Elektroakupunktur, Dunkelfelddiagnostik, Tensortestung und weitere Verfahren zum Einsatz.

Bei fehlendem organischem Befund wird konventionell häufig die Ausschlussdiagnose Reizmagen (funktionelle Dypepsie) gestellt, die psychovegetativ bedingt ist und durch Stress und unangemessene Konfliktverarbeitung verstärkt auftritt. Naturheilkundlich werden die Betroffenen aber außerdem auf eine Fehlbesiedlung der bakteriellen Darmflora, Darmpilz, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder –allergien sowie auf eine latente Helicobacter-Infektion untersucht und behandelt.

Therapeutische Maßnahmen mit und ohne Antibiotika

Die Therapie richtet sich nach Typ und Ursache der Gastritis. Schulmedizinisch werden bei Helicobacterinfektion Antibiotika und H2-Antagonisten (zur Verminderung der Säurebildung) eingesetzt. Im Falle der Typ-A-Gastritis wird dem Patienten lebenslang Vitamin-B12 zugeführt, um die Blutbildung zu gewährleisten. Symptomatisch kommen Säurebinder und Säurehemmer, bei Erosion der Schleimhaut Ulkustherapeutika zum Einsatz, außerdem werden –wie auch in der Naturheilpraxis- allgemeine Maßnahmen zur Entlastung des Magens und der Verminderung der Säureproduktion empfohlen.

Die naturheilkundliche Behandlung erfolgt nach der gefundenen Ursache. Bei Helicobacterinfektion werden in Kombination z.B. basisches Bismut, säureregulierende Mineralstoffe, Vitaminpräparate, Medikamente zur Toxinausleitung und Helicobacter-Autonosoden eingesetzt. Auch eine umfassende isopathische Milieutherapie (Sanum-Therapie) mit oder ohne Dunkelfeldmikroskopie, kann die Behandlung mit Antibiotika ersetzen.

Darüber hinaus existiert eine Fülle symptomatischer Maßnahmen, die sich auch zur Selbstbehandlung eignen, zum Beispiel zur Linderung von Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen und Verdauungsstörungen. Im Vordergrund stehen dabei vor allem Pflanzen mit entzündungshemmenden und schleimhaltigen Wirkstoffen, die einen Schutzfilm an der Magenschleimhaut bilden. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 15.01.2010)

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Bildnachweis: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de