Verdauung anregen

Natürlich die Verdauung anregen

Verdauung fördern

Wie Sie Ihre Verdauung mit natürlichen Mitteln anregen können. Es gibt eine Vielzahl von Kräutern, Gewürzen und Wildsalaten, die dazu verwendet werden können, die Aufspaltung und Ausnutzung der mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe zu fördern. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkung auf die verschiedene Organe und Funktionen des Verdauungsvorgangs. Die meisten von ihnen dienen jedoch dazu, die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen zur vermehrten Produktion und Abgabe von Verdauungssäften anzuregen. Dazu gehören Speicheldrüsen, Drüsen der Magen- und Darmschleimhaut, Bauchspeicheldrüse und Leber. Andere Heilpflanzen können die Bewegung der Magen- und Darmmuskulatur regulieren und so die Dauer beeinflussen, welche die zu verdauenden Speisen im jeweiligen Verdauungsabschnitt verweilen. Aber auch die Beachtung weniger Verhaltensregeln kann helfen, den natürlichen Verdauungsvorgang zu unterstützen.

Verdauung anregen:
Verdauung anregen
Verdauung und Naturheilkunde
Verdauung anregen mit Bitterstoffen
Verdauung anregen mit Salaten und Gemüsen
Verdauungshilfen aus dem Gewürzregal
Verdauungsfördernde Heiltees
Essverhalten kann Verdauung anregen

 

Verdauung und Naturheilkunde

Die Verdauung besitzt in der Naturheilkunde einen besonderen Stellenwert. Mit einer gut funktionierenden Verdauung werden körperliche und seelische Gesundheit sowie stabile Abwehrkräfte verbunden. Verdauungsstörungen dagegen können mit vielen unangenehmen Symptomen, nämlich Sodbrennen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall einhergehen. Daneben kann es dauerhaft auch zu einer bakteriellen Fehlbesiedelung der Darmflora (Dysbiose) kommen, die ihrerseits zu Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom) und damit zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, insbesondere der Laktoseintoleranz, führen kann. Andersherum kann auch eine belastete Darmflora erst zu Verdauungsstörungen führen, indem z.B. durch den Bakterienmangel unverdaute Speisereste nicht abgebaut werden können. Fäulnisgase mit Blähungen sind dann möglicherweise die Folge. Weil außerdem weite Teile des Immunsystems im Darm lokalisiert sind, werden anhaltende Verdauungsstörungen auch mit der Ausbildung einer allgemeinen Abwehrschwäche, von Allergien, Autoimmunkrankheiten, Hauterkrankungen und sogar Krebs in Zusammenhang gebracht. In dem naturheilkundlichen Ausspruch „Der Tod sitzt im Darm“ werden diese vermuteten Zusammenhänge kurz und drastisch formuliert.

Verdauung anregen mit Bitterstoffen

Die Verdauung beginnt eigentlich nicht erst mit der Aufspaltung von Kohlenhydraten im Mund. Tatsächlich „isst“ nicht nur „das Auge mit“, sondern auch Nase und Zunge treffen Entscheidungen. Durch die Sinneseindrücke, die wir beim Anblick, Geruch und Geschmack der Speise aufnehmen, wird über eine Reizung des Vagusnervs die Magensaftproduktion frühzeitig in Gang gesetzt. Dabei haben vor allem bitterere Geschmacksnoten, die sich auf unserer Zunge ausbreiten, einen anregenden Effekt. Entsprechende Kräutermischungen, die als Granulat zubereitet sind, brauchen deshalb zur Verdauungsförderung kurz vor dem Essen lediglich etwa eine Minute lang gekaut werden. Es ist nicht notwendig (aber auch nicht abträglich), den bitteren Brei zu schlucken. Bittere Schnäpse werden als Verdauungshilfe dagegen meist nach der Mahlzeit gereicht.

Verdauung anregen mit Salaten und Gemüsen

Mit dem Verzehr von bestimmten Salaten und Rohkost kann jeder seine Verdauung auf schmackhafte Weise ankurbeln. Darum sollten Salate zur Verdauungsförderung auch vor dem warmen Gang die Mahlzeit einleiten. Auch hier gilt: Je bitterer, desto wirkungsvoller. Unter den Feld- und Gartensalaten erfüllen insbesondere Endiviensalat und Chicorée dieses Kriterium. Endivienblätter enthalten Stoffe, die über die Aktivierung von Hormonstoffen in der Magenschleimhaut Bauchspeicheldrüse und Gallenfluss anregen. Letzteres kann in hohem Maße auch der Chicorée leisten, sodass er vorzugsweise bei träger Leber- und Gallefunktion empfohlen wird.

Wildsalate, die sich zur Anregung der Verdauungsvorgänge eignen sind der Löwenzahn, der bekanntermaßen besonders Leber und Gallenblase stimuliert, sowie die Brennnessel, die darüber hinaus die Bauchspeicheldrüse zur Bildung von Verdauungssäften anregt. Beide können roh als Salat gegessen, als Gemüsebeilage serviert oder als Suppe zubereitet werden.

Verdauungshilfen aus dem Gewürzregal

Beinahe jeder Küchenschrank hält das eine oder andere Gewürz bereit, mit dem die Verdauung wirkungsvoll angeregt werden kann. Gewürze können täglich in den Speiseplan eingebaut werden. Anis, Nelken, Ingwer und Kardamom steigern den Appetit und die Produktion der Verdauungssäfte. Sie können beim Backen, in Suppen, Saucen sowie bei der Herstellung von Getränken verwendet werden. Fenchel, Kümmel, Koriander und Knoblauch zeichnen sich besonders durch ihren blähungsvorbeugenden Effekt aus. Weniger bekannt ist im Allgemeinen die verdauungsanregende Wirkung von Basilikum, Thymian, Wacholder, Rosmarin, Liebstöckel, Oregano und Majoran.

Verdauungsfördernde Heiltees

Es sind sehr viele bewährte Teedrogen bekannt, aus denen verdauungsfördernde Heiltees hergestellt werden können. Um Völlegefühl zu vermeiden kann die Magenentleerung mit Pfefferminze beschleunigt werden. Der Muskeltonus von Magen und Darm wird durch Zubereitungen aus Andornkraut, Angelikawurzel, Bitterklee, Salbei, Kurkuma, Melisse, Schafgarbe oder Zimtrinde stimuliert und die Organe zur vermehrten Bewegung angeregt. Die bitteren Heilpflanzen sorgen indes für eine ausreichende Produktion und Sekretion von Magensäure, Gallensaft und Bauchspeicheldrüsenenzymen. Aloe, Enzian, Wermut und Rhabarberwurzel können dazu als Tee getrunken oder in bekannter Rezeptur nach Maria Treben mit weiteren Heilpflanzen als kleiner Schwedenbitter eingenommen werden.

Essverhalten kann Verdauung anregen

Neben der Auswahl der Zutaten entscheidet auch das Essverhalten darüber, in welchem Maße der Körper seine Verdauungskraft entfacht. So sollte das obligatorische Getränk zum Essen als Gewohnheit lieber der Vergangenheit angehören. Die Flüssigkeit nämlich vermischt sich mit den gebildeten Verdauungssäften und verliert dadurch an Kraft, die Nahrung aufzuspalten. Verdauungsfördernd dagegen wirkt sich das Essen in ruhiger, reizarmer Umgebung aus. Hingebungsvolles Kauen und Schmecken der Speisen, auch als „Fletchern“ bekannt, kann die von den Kräutern, Gewürzen und Salaten unternommene Leistung, die Verdauung optimal anzuregen, bereits zu Beginn der Mahlzeit unterstützen. (jvs)