Basilikum – Wirkung, Anwendung und eigener Anbau

Basilikum kennen wir vor allem als Gewürzkraut der italienischen Küche, sei es als Basilikumpesto oder in Kombination mit Mozzarella und Tomaten. Mit Petersilie und Schnittlauch zählt es zu den Kräutertöpfen auf der Fensterbank und lässt sich gut auf dem Balkon pflanzen. Dabei ist das „Königskraut“ seit der Antike als Gewürz ebenso bekannt wie als Heilpflanze.

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ocimum basilicum
  • Volksnamen: Basilie, Königskraut, Basilienkraut, Deutscher Pfeffer
  • Familie: Lippenblütler
  • Verbreitung: Ursprünglich im tropischen und subtropischen Asien, vermutlich Nordindien. In der Antike zuerst in Ägypten, dann in der gesamten Mediterranis kultiviert, besonders in Griechenland und Italien, Südfrankreich und Spanien. Im Freiland in Mitteleuropa ist Basilikum nicht winterhart.
  • Verwendete Pflanzenteile: Kraut und Samen
  • Anwendungsgebiete:
    • Wurmbefall
    • Entzündungen
    • Magen-Darm-Erkrankungen
    • Appetitlosigkeit
    • Blähungen
    • Völlegefühl
Zwei Basilikumpflanzen in Blechdose und Tonübertopf auf einem Holztisch.
Basilikum gibt vielen Gerichten eine besondere Note, kann aber ebenso bei verschiedenen Beschwerden als Heilpflanze gute Dienste tun. (Bild: Olga Romankova/stock.adobe.com)

Inhaltsstoffe

Basilikum enthält ätherisches Öl (0,02 bis 0,5 Prozent) mit Methylchavicol (Estragol) als Hauptkomponente. Weitere Bestandteile sind Linalool, Eugenol, Geraniol, Campher, Cineol, Ocimen und Pinen. Hinzu kommen Zimtsäureester, Gerbstoffe und Flavonoide. Außerdem bietet es die Vitamine A, C, D und E sowie alle B-Vitamine. An Mineralstoffen finden sich Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium.

Das „klassische“ Basilikum mit den großen grünen Blättern enthält besonders Linalool und Cineol, osteuropäische Formen mehr Eugenol. Zitronenbasilikum bietet primär Citral, Zimtbasilikum Zimtsäureester. Der süße Geschmack mancher Formen und ein Geruch wie Lakritze kommt von einem hohen Gehalt an Estragol. Das gilt besonders für Thai-Basilikum und Anis-Basilikum.

Wirkungen

Basilikum löst Krämpfe, hemmt Entzündungen und fördert die Verdauung. Die Pflanze enthält die gleichen entzündungshemmenden Enzyme, die auch Basis für Medikamente wie Ibuprofen sind. Der hohe Anteil an ätherischen Ölen wirkt leicht antiseptisch. Die Heilpflanze hilft gegen Erkrankungen des Verdauungstrakts, Blähungen, Durchfall und Völlegefühl sowie gegen Wurmbefall im Magen-Darm-Trakt.

Rezente Studien belegen, dass Basilikum antimikrobielle, antioxidative, leberschützende, herzstimulierende und antidepressive Effekte hat. Außerdem wirkt es gegen Geschwüre, hält einerseits Insekten ab und lindert andererseits die Schmerzen und Schwellungen bei Insektenstichen. Zudem reduziert es das Anreichern von Fett im Blut.

Im Versuch zeigte sich eine deutliche chemomodulatorische Wirkung, die ein Potenzial in der Krebsmedizin verspricht. Königskraut ist auch ein Schmerzmittel, es lindert Stress, beruhigt den Magen und lindert Gelenkschmerzen. Es hilft gegen niedrigen Blutdruck.

Basilikum als Heilpflanze lindert Entzündungen der Blase und Niere und wirkt anästhesierend bei Zahnschmerzen (allerdings weniger intensiv als zum Beispiel Nelken). Der Verzehr frischer Blätter mindert die Schwellungen und Entzündungen bei Arthritis.

Basilikum gegen Bakterien

Seit dem 19. Jahrhundert verlor Basilikum als Heilpflanze in Deutschland zunehmend an Bedeutung, da andere Arzneimittel die gewünschten Effekte in stärkerem Ausmaß auslösen. Heute gerät es jedoch wieder in den Fokus der medizinischen Forschung, da immer mehr Bakterien gegen herkömmliche Antibiotika resistent werden – nicht aber gegen die antimikrobielle Wirkung von Basilikum.

Basilikumöl und Basilikumtee

In der Volksmedizin diente das Gurgeln mit Basilikumextrakt oder das Kauen der Blätter dazu, Entzündungen in Mund und Rachen zu behandeln. Innerlich eingesetzt, also als Tee, gekaut und gegessen, galt (und gilt) es in der Volksheilkunde als Mittel gegen

Basilikum Übersichtsgrafik mit einer Auflistung der Inhaltsstoffe und Wirkung.
Basilikum kann als Heilpflanze aufgrund der vielen wertvollen Inhaltsstoffe zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden helfen. (Bild: markus-spiske@unsplash.com, eigene Bearbeitung heilpraxis.de)

Basilikumöl diente auch als Mittel gegen Erkältung und chronische Erschöpfung.

Äußerlich aufgetragen ist ein Brei aus frischen Blättern und/oder Basilikumöl eine Arznei, um Akne und Hautausschlag wie Ekzeme zu behandeln, die Heilung äußerer Wunden zu fördern sowie Insektenstiche und Schlangenbisse zu lindern. Auf die Schläfen gelegte zerstoßene Blätter, Basilikumöl oder Tee sollen gegen Kopfschmerzen wirken. Auch das Kauen von frischen Blättern, bei dem sich die ätherischen Öle in den Atemwegen entfalten, ist eine Methode, Kopfschmerzen und Migräne zu bekämpfen.

Während Basilikumblätter traditionell gegen Hautentzündungen eingesetzt wurden, dienen sie heute weniger der Behandlung von Hauterkrankungen als vielmehr der kosmetischen Hautpflege. So eignet sich destiliertes Basilikumwasser ausgezeichnet, um unreine Haut zu säubern. Das Gurgeln mit dem Tee dient heute vor allem dazu, Mundgeruch zu beseitigen.

Der Saft, Tee oder Extrakt in die Ohren geträufelt ist ein Mittel, um durch Entzündungen im Ohr verursachte Schwerhörigkeit zu beseitigen. In Asien und Afrika stellt in die Nase, den After oder die Augen geträufeltes Öl (beziehungsweise Tee oder Extrakt) eine Arznei gegen die Fliegenmadenkrankheit dar, welche durch den Befall mit Larven entsteht, die von Gewebe, Körperflüssigkeit oder Darminhalt leben. Basilikum lähmt die Larven, die sich so leicht entfernen lassen.

In Nigeria dient ein wässriger Extrakt aus den Blättern dazu, die durch die postnatalen Uteruskontraktionen ausgelösten Schmerzen zu lindern.

Risiken und Nebenwirkungen

Basilikum ist ein Nahrungsmittel und hat in therapeutischen Dosen keine bekannten Nebenwirkungen. Vorsicht ist hingegen beim extrahierten Basilikumöl in größeren Mengen gegeben. Das darin enthaltene Estragol und Methyleugenol wirkt im Tierversuch mutagen – es verändert das Erbgut. Es steht außerdem im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Sie sollten es auf keinen Fall längere Zeit einnehmen – für Schwangere, Stillende und Kleinkinder ist Basilikumöl tabu. Schwangere sollten Basilikum nicht in größeren Mengen zu sich nehmen, da Campher Krämpfe im Uterus auslösen und so Wehen verursachen kann.

Medizingeschichte

Bereits der Name des Krautes verweist auf die Hochachtung, die antike Kulturen ihm entgegen brachten. Basilikum stammt vom griechischen Wort basilikos, und das bedeutet „königlich“. Die Griechen kamen mit diesem „Königskraut“ in Berührung, als Alexander der Große im 4. Jh. v. Chr. Asien und Ägypten eroberte. Der Grieche Dioskurides erwähnte es als mächtiges Mittel gegen Schlangenbisse.

Die antiken Griechen nutzten Basilikum unter anderem gegen Augenleiden, Lungenentzündung, Blähungen und um die Milchproduktion von Stillenden anzuregen. Schon in der Zeit der Pyramiden hatte es seinen Weg nach Ägypten gefunden, wie Kranzfunde mit Basilikum belegen. Im Römischen Reich wurde es eine weit verbreitete Medizin- und Küchenpflanze.

Indische Medizin

In Indien ist Basilikum als Heil- und Würzpflanze sogar aus noch viel früheren Schriften überliefert. So erwähnt es die „Sutna-sthana“ unter dem Namen „Arjaka“ bereits als heilige Pflanze bei religiösen Zeremonien.

Chinesische Medizin

Die Chinesische Medizin setzt Basilikum gegen Magenkrämpfe ein, gegen Nierenbeschwerden, um Geschwüre am Zahnfleisch zu behandeln und um die Blutungen während der Geburt zu stillen.

Basilikum pflanzen

Basilikum gibt es heute in diversen Zuchtformen. Die Genoveser-Typen mit ihren großen grünen Blättern entsprechen am ehesten den frühen Kultivierungen im Mittelmeerraum. Hinzu kommen rotblättrige Formen, Pflanzen mit kleinen Blättern, mit mildem oder intensivem Geschmack. Strauchbasilikum ist besonders zäh, Zitronenbasilikum schmeckt säuerlich-fruchtig und Thai-Basilikum ausgesprochen würzig.

Eine Frau erntet frisches Basilikum aus einem Balkon-Hochbeet
Basilikum fühlt sich an warmen, sonnigen Orten besonders wohl und benötigt einen nährstoffreichen Boden. (Bild: DarwelShots/stock.adobe.com)

Sie können Basilikum im Sommer im Garten und auf der Terrasse anpflanzen. Bei Nachtfrost sollten Sie ihm jedoch einen frostfreien Standort geben. Als Pflanze aus heißen Ländern ist es nicht winterhart, braucht hingegen so viel Sonne wie nur möglich. Auch im Frühsommer benötigt es in kalten Nächten einen Kälteschutz.

Basilikum unterscheidet sich von einheimischen Kräutern insofern, dass es einen nährstoffreichen Boden schätzt. Am besten eignet sich satte Komposterde oder nährstoffreiche Blumenerde. Das grüne Kraut braucht vor allem Stickstoff – dafür eignen sich Hornspäne. Die Erde muss das Wasser durchlassen, auch eine Erd-Sand-Mischung bekommt dem Wachstum. Basilikum verträgt keine Staunässe.

Im Garten eignet es sich bestens als Nachbar für essbares Gemüse in der Ertragszone. Die ätherischen Öle wirken deshalb bei Menschen antimikrobiell, da sie in der Natur Fressfeinde und Keime abwehren, darunter auch solche, die Tomaten, Kohl und Gurken befallen. Basilikum schützt vor der weißen Fliege und dem Befall mit Mehltau.

Ab Mitte Mai können Sie das Königskraut im Freiland an einem sonnigen, warmen und windgeschützten Ort pflanzen, mit einem lockeren Boden, der Wasser durchlässt. Anfang Mai bis Juni können Sie auch direkt aussäen.

Basilikum Pflege

Beim Wässern sollten Sie nicht die Blätter befeuchten. Wird es kalt, könnten sich pathogene Pilze besser ausbreiten. Gegen Pilzbefall sollten Sie zudem die alten unteren Blätter immer wieder entfernen und als Kompost in die Erde geben.

Basilikum braucht viel Wasser, da die großen Blätter viel Flüssigkeit verdunsten. Im Topf lässt es sich am besten von unten über einen Untersetzer wässern. Wenn Sie keine UV-Lampen einsetzen, stirbt die Pflanze im Winter auch in der Wohnung wegen Lichtmangel. Im Freiland geht sie im Herbst ein, und Blätter sterben bereits bei kurzen Nachtfrösten ab.

Das kleinblättrige Strauchbasilikum hält Wassermangel und kalte Temperaturen wesentlich besser aus als die großblättrigen Genoveser-Sorten.

Basilikum ernten

Wenn Sie Basilikum auf dem Balkon, der Terrasse, in der Wohnung oder im Garten pflanzen, können Sie ernten, solange Blätter wachsen. Die Faustregel lautet: Regelmäßig, aber mäßig. Sie sollten jedes Mal nur so viele Blätter ernten, dass die Pflanze sich regenerieren kann. Am besten schneiden Sie die Spitzen oberhalb einer Blattachsel. Dann wachsen aus der Blattachsel neue Triebe, die Pflanze wird buschiger und behält länger den intensiven Geschmack, da sich das Blütenwachstum verzögert.

Basilikumpesto in einem Mörser mit Stößel sowie Basilikumblätter, Pinienkerne, geriebener Parmesankäse und eine Karaffe mit Öl auf einem Holztisch.
Aus den frisch geernteten Basilikumblättern können Sie ohne großen Aufwand ein köstliches Pesto herstellen. (Bild: dusk/stock.adobe.com)

Basilikum Gewürz

Wenn möglich sollten Sie Basilikum frisch verwenden, da es durch Trocknen viel Aroma verliert. Auch die bioaktiven Stoffe verlieren durch Einfrieren, Kochen, Braten oder Trocknen ihre Intensität.

Große Mengen an Blättern, die Sie nicht gleich verbrauchen, lassen sich mit Olivenöl, Pinienkernen und etwas Salz schnell zu einem leckeren Basilikumpesto verarbeiten. Je nach Geschmack können Sie zusätzlich Knoblauch und/oder frisch geriebenen Parmesan hinzugeben. Der Pesto schmeckt zu Nudelgerichten, als Brotaufstrich, Suppen- und Saucenwürze.

Fazit

Basilikum ist als Küchenpflanze weit verbreitet und wird zu Recht als wichtige Zutat einer gesunden mediterranen Ernährung geschätzt. Kulinarischer Nutzen und Heilwirkung gehen einher, und Nahrungsergänzungsmittel mit Basilikum finden mehr und mehr Käufer. Basilikumöl als solches ist jedoch nicht unproblematisch, da es bei dauerhaftem Einsatz in höheren Dosen das Erbgut schädigen kann und möglicherweise Krebs erzeugt. Der Verzehr von Basilikum in Speisen und Arzneien ist sicher.

Bioaktive Stoffe in den Blättern helfen gegen Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen und Koliken und wehren zugleich pathogene Erreger ab – Bakterien und Würmer. Der klassische Pesto Genovese würzt und schützt zugleich den Magen – kein Wunder also, dass Basilikum seit der Antike so beliebt ist. (Dr. Utz Anhalt)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Dr. phil. Utz Anhalt
Quellen:
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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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