UV-Strahlen: Unbedingter Schutz vor Sonnenbrand

Astrid Goldmayer

Dermatologe Dr. Thomas Stavermann: Richtig vor einem Sonnenbrand schützen

16.05.2012

Zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen zu Beginn des Sommers, verschlägt es sogar Stubenhocker an die frische Luft. Ob ausgedehntes Sonnenbad oder Spaziergang im Grünen, wer sich nicht vor der intensiven Sonneneinstrahlung schützt, bekommt schnell einen Sonnenbrand und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Experten raten dazu, die Sonne nur in Maßen zu genießen und sich mit Sonnencremes einzuschmieren.

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Eigenschutz der Haut hält nur zehn Minuten der Sonne stand
„Sonnenbrand ist tatsächlich nichts anderes als die Verbrennung von Haut", berichtet der Dermatologe Dr. Thomas Stavermann. „Die UV-Strahlen der Sonne können bei zu langer Einstrahlung die Haut aufheizen und schädigen." Hautarzt Joachim Christ fügt hinzu, dass es dadurch zur Überlastung der Haut komme, die dann Botenstoffe wie Histamin freisetze. Das führe letztlich zu einer Erweiterung der Gefäße, Hautrötung und Juckreiz. Die gravierendste Folge von übermäßiger UV-Strahlung ist jedoch, das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Sind die Hautzellen durch die Strahlung überlastet, kann es zur Entartung kommen. Dabei bilden Hornzellen sogenannte Keratosen, die wie warzenähnliche Knubbel aussehen und zu weißem Hautkrebs entarten können. Mutierte pigmentbildende Zellen können sich zum besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs entwickeln.

Dennoch unterschätzen viele Sonnenanbeter die Gefahr von Sonnenbrand. „Die Haut bei uns Europäern hat allerdings nur eine Eigenschutzzeit von etwa zehn Minuten", erläutert Stavermann. Fazit: Wer in die Sonne geht, ohne sich vorher mit Sonnencreme einzuschmieren oder schützende Kleidung zu tragen, schadet seiner Haut bereits nach wenigen Minuten. „Ich empfehle, jede Rötung durch die Sonne zu vermeiden", fügt Christ hinzu. Es spreche jedoch nichts gegen maßvolles Bräunen. „Aber das muss langsam gehen, und die Haut muss entsprechend geschützt werden."

Mit hohem Lichtschutzfaktor dem Sonnenbrand vorbeugen
Christ rät dazu, die intensive Mittagshitze zu meiden, Arme, Beine und Kopf zu schützen, Kleidung zu tragen und Sonnencremes zu verwenden. „Jeder sollte sich zu Beginn einer Sonnensaison mit Lichtschutzcreme eincremen", empfehlt der Hautarzt. Am besten seien Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) wie LSF 30 oder für hellere Hauttypen LSF 40 geeignet. „Das kann im Laufe des Sommers weniger werden." Man müsse sich mehrmals am Tag einschmieren, einmal reiche auch später nicht aus. „Wer viel draußen ist, schwitzt oder ins Wasser geht, muss sich neu eincremen“, erklärt Christ.

„Denken Sie rechtzeitig an den Sonnenschutz: Schon 20 bis 30 Minuten vor dem Ausflug in die Sonne sollten Sie sich großzügig mit einem Schutzprodukt mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen", rät Beautyexpertin Elena Helfenbein. Erst nach dieser Zeit entfalte der Sonnenschutz seine volle Wirkung. Sonnenanbeter sollten zudem bedenken, dass Schatten viel gesünder und erfrischender sei als die Sonne. „Selbst im Schatten erreichen Sie noch 40 Prozent der UV-Strahlung", erklärt Helfenbein.

Bei Sonnenbrand reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen
Kommt es dennoch zum Sonnenbrand, können die Beschwerden mit einfachen Mitteln gelindert werden. „Man kann die Stellen mit feuchten Umschlägen kühlen sowie beruhigende und kühlende Cremes, Lotionen oder After-Sun-Sprays großzügig auftragen", rät die Expertin.

Die Umschläge können mit Geschirrhandtüchern leicht angewendet werden. Sie sollten jedoch unbedingt steril sein, um Entzündungen zu vermeiden. Quark oder Joghurt gelten als alte Hausmittel bei Sonnenbrand, sollten aber auf keinen Fall angewendet werden, da sich die Haut dadurch entzünden kann. Bei Lotionen sollte darauf geachtet werden, dass die Cremes Naturprodukte sind, da durch chemische Substanzen und Duftstoffe weitere gesundheitliche Komplikationen verursacht werden können. Betroffene sollten sich in einer kühlen Umgebung ausruhen.

Die Beautyexpertin rät dazu, ausreichend Flüssigkeit aufgrund des erhöhten Bedarfs zu sich zu nehmen. „In die Sonne darf man erst wieder, wenn die Symptome wie Hautrötung, Bläschenbildung komplett verschwunden sind. Und dann auch nur mit einem Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor“, erläutert Helfenbein.

Handelt es sich um schlimmere Verbrennungen, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. „Der kann noch andere Medikamente verschreiben, die auch die Leidenszeit verkürzen", berichtet Stavermann. Bei einer deutlichen Verschlimmerung der Symptome oder wenn weitere hinzu kommen, sollten Betroffene ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Wenn sich die Haut stark rot bis dunkelrot gefärbt hat, ist es ratsam medizinischen Rat einzuholen. Blasenbildung gilt zudem als ein Anzeichen für eine leichte bis mittelschwere Verbrennung der Haut. Die Blasen sollten auf keinen Fall selbst geöffnet werden, da akute Infektionsgefahr besteht. Weitere Symptome, zu denen Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Schüttelfrost, starke Schmerzen und Schwindel gehören, deuten auf einen Sonnenstich hin. In diesem Fall sollte der Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen. Babys und Kleinkinder sollten bei einem Sonnenbrand in jedem Fall zum Arzt gebracht werden. (ag)