Winterversteck: In Weihnachtsbäumen können Zecken lauern

Alfred Domke

So vermeiden Sie Zecken im Weihnachtsbaum

In Deutschland wird der Weihnachtsbaum in den meisten Familien an Heiligabend aufgestellt. Manche wollen jedoch nicht so lange warten und schmücken den Baum bereits in der Adventszeit. Woran viele dabei nicht denken: In den Bäumen können Zecken lauern. Um sich vor den gefährlichen Krankheitsüberträgern zu schützen, sollten einige Tipps beachtet werden.


Mit dem Weihnachtsbaum Krankheitsüberträger in die Wohnung bringen

Manche Menschen meinen, dass Zecken nur im Frühjahr und Sommer gefährlich werden können, doch die kleinen Blutsauger sind – bei entsprechend hohen Temperaturen – selbst in den Wintermonaten aktiv. Die Tierchen können gefährliche Infektionskrankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Woran viele Menschen nicht denken: Mit dem Weihnachtsbaum kann man die Krankheitsüberträger auch in das eigene Wohnzimmer bringen. Einige Tipps können helfen, um sich vor den Tierchen zu schützen.

Mit Zecken rechnet man eigentlich eher im Sommer im Wald. Doch auch im Weihnachtsbaum lauern die kleinen Blutsauger. Einige Tipps helfen dabei, Weihnachten ohne Zecken zu feiern. (Bild: emer/fotolia.com)

Zecken sind auch bei kühlen Temperaturen aktiv

Wer seinen Weihnachtsbaum in die Wohnung bringt, sollte daran denken, dass sich darin noch Zecken versteckt haben können – vorausgesetzt es war zuvor nicht zu kalt.

Die kleinen Blutsauger werden aktiv, wenn die Temperaturen einige Tage lang bei sieben Grad oder höher liegen.

Bei Zimmertemperatur können die Tierchen wieder aus ihrer Winterruhe „geweckt“ werden. Das kann gefährlich werden, schließlich sind Zecken als Krankheitsüberträger bekannt.

FSME kann im Extremfall tödlich enden

Von den verschiedenen Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können, gilt FSME als eine der gefährlichsten. Sie tritt nur in bestimmten Risikogebieten Deutschlands auf.

Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung schwer verlaufen. Bei etwa einem Drittel der Infizierten treten Krankheitserscheinungen auf.

Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel.

Bei manchen Patienten entsteht auch eine Hirnhaut- und Gehirnentzündung mit der Gefahr der Schädigung des Rückenmarks. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich.

Gegen FSME selbst stehen keine Medikamente zur Verfügung, lediglich die Symptome können behandelt werden. Allerdings kann eine Impfung vor der Infektion schützen.

Borreliose kommt bundesweit vor

Neben FSME können Zecken auch Borreliose übertragen. Diese durch Bakterien verursachte Krankheit tritt in allen Teilen Deutschlands auf.

Symptome können Hautrötungen, Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungen sein. Manche Beschwerden können erst nach Monaten auftreten.

Bleibt die Erkrankung unerkannt und unbehandelt, kann sie zu chronischen Schädigungen unter anderem des Herzens, der Nerven und der Gelenke führen.

Einen Impfstoff gegen die Krankheit gibt es nicht. Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.

Weihnachten ohne Zecken feiern

Das Infektionsrisiko durch Zecken, die mit dem Weihnachtsbaum ins Haus gebracht werden, ist allerdings gering. Schließlich brauchen die Tierchen zum Überleben eine hohe Luftfeuchtigkeit, die in den meisten Wohnungen nicht gegeben ist.

Wer aber ganz sicher gehen will, dass das Weihnachtsfest ohne Zeckengefahr stattfindet, sollte einige einfache Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

So sollte man den Baum ordentlich schütteln, bevor man ihn ins Haus bringt. Dadurch könnten mögliche Zecken abfallen.

Zudem ist es ratsam, beim Schmücken helle Kleidung zu tragen, auf der die Tierchen besser zu erkennen sind. Auch ein helles Tuch unter dem Baum ist zu empfehlen.

Wenn der Weihnachtsbaum fertig geschmückt ist, sollte man den Körper gründlich nach möglichen Zeckenbissen absuchen.

Bemerkt man Zecken am Körper, sollte man sie rasch mit einer Pinzette entfernen. Dabei ist es wichtig, nicht den Blutsack zu drücken, da dabei möglicherweise infektiöser Speichel oder Darminhalt verstärkt in die Blutbahn des Betroffenen gerät.

Laut Experten muss man nicht nach jedem Zeckenbiss zum Arzt. Das Risiko, sich mit Borreliose oder FSME anzustecken, sei insgesamt gering.

Wer nach dem Biss einer Zecke jedoch bemerkt, dass eine Hautrötung an der Einstichstelle auftritt, sollte sofort zum Arzt. Denn diese ist ein Hinweis auf eine Borreliose. Dann ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. (ad)