Atemnot – Ursachen, Behandlung und wirksame Hausmittel

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Dyspnoe – Luftnot und Atembeschwerden

Eine normale, ungehinderte Atmung ist für uns selbstverständlich, sodass wir in unserem Alltag keine großartigen Gedanken daran verschwenden. Und genau dieser Umstand führt dazu, dass Luft- bzw. Atemnot (Dyspnoe) von den Betroffenen als ein sehr einschneidendes Symptom wahrgenommen wird. Etwas, was eigentlich automatisch abläuft, funktioniert plötzlich nicht mehr. Das führt unweigerlich zu ängstlichen bis hin zu panikartigen Gefühlen. Betroffene sprechen davon, dass es ihnen regelrecht „die Kehle zuschnürt“ und sie wahre Todesangst verspüren, wenn sie plötzlich nicht mehr ungehindert atmen können. Allerdings gibt es vor Entstehen der eigentlichen Luftnot häufig schon erste Anzeichen dafür, dass sich ein schweres Atemproblem anbahnt. Die Kunst hierbei ist es nur, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten.


Definition

Dyspnoe, wie die Atemnot in der medizinischen Fachsprache genannt wird, bezeichnet das Gefühl einer erschwerten Atemfähigkeit. Nach Definition der American Thoracic Society lässt sich dieses Gefühl auch als „subjektive Erfahrung von Atembeschwerden, bestehend aus qualitativ unterschiedlichen Empfindungen wechselnder Intensität“ beschreiben. Diese subjektive Erfahrung ist einer anhaltenden Kurzatmigkeit geschuldet, die den Sauerstoffbedarf des Körpers auf Dauer nicht decken kann. In Folge geraten die Werte der Blutgase Sauerstoff (CO²) und Kohlenstoffdioxid (O²) massiv aus dem Gleichgewicht. Der Atemantrieb, welcher für die Regulierung der beiden Blutgase zuständig ist, reagiert dementsprechend mit dem Alarmzeichen der Atemnot.

Die Ursachen für eine Atemnot (Dyspnoe) können sowohl psychisch als auch physisch sein. (Bild: RFBSIP/fotolia.com)

Nun ist der genaue Mechanismus, der zur Wahrnehmung von Atemnot führt, medizinisch bislang kaum erforscht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass das für die Atmung zuständige Hirnareal, das Atemzentrum, hierbei eine entscheidende Rolle spielt. Dieses liegt nicht, wie mancher vermuten würde, in der Nähe der Lunge lokalisiert, sondern im verlängerten Mark (Medulla oblongata), das wiederum Teil des Hirnstamms (Truncus cerebri) ist. Als Verbindungsstück zwischen Gehirn und Rückenmark erfüllt der Hirnstamm zahlreiche essenzielle Aufgaben im Bereich der Körperfunktionen. Das verlängerte Mark im Speziellen ist dabei neben der Atmung auch für Schluck-, Husten-, Nies- und Würg- bzw. Brechreflexe verantwortlich. Zudem geht selbst die Herz-Kreislauf-Funktion vom verlängerten Mark aus.

Gesteuert werden all diese Funktionen von der im Hirnstamm befindlichen Retukulärformation (Formatio reticularis). Ein Netzwerk aus Nervenzellen, das als Schaltkreis für die Hirnstammfunktionen dient. Doch auch die Großhirnrinde (Cortex cerebri) nimmt entscheidenden Einfluss auf die oben genannten Funktionseinheiten. Dabei scheint eine Studie der Universität Hamburg einen entscheidenden Anhaltspunkt für die Entstehung von Atemnot als Folge gestörter Hirnstammfunktionen gefunden zu haben. Die zuständigen Wissenschaftler fanden nämlich heraus, dass Schäden an einem bestimmten Abschnitt der Großhirnrinde, der sogenannten Inselrinde (Cortex insularis), das Gefühl der Atemnot reduzieren. Daraus lässt sich schließen, dass die Inselrinde im gesunden Zustand mit der Entstehung von Dyspnoe in Zusammenhang steht.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Einflussfaktoren, die eine Atemnot begünstigen. Zu den wichtigsten gehören:

  • Krankheitsfaktoren,
  • psychologische Faktoren,
  • physiologische Faktoren und
  • Umweltfaktoren.

Psychische und physiologische Faktoren als Hauptursachen

Besonders häufig tritt Atemnot im Rahmen von psychischem Stress auf. Dabei werden durch den Stressauslöser anfänglich verschiedene, teils evolutionär bedingte Mechanismen in Gang gesetzt, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen, indem sie den einst für Menschen überlebenswichtigen Kampf-oder-Flucht-Modus abrufen. In diesem Modus verändert sich die Atmung grundlegend. Sie wird schneller, aber auch flacher und die Bronchien erweitern sich. Dieser Effekt ist bis zu einem gewissen Grad vom Körper gewollt, stellt der Organismus hierdurch doch eine erhöhte Sauerstoffversorgung in stressbedingten Ausnahmesituationen sicher.

Psychischer Stress im Beruf oder im Privaten kann eine Atemnot (Dispnoe) auslösen. (Bild: joyfotoliakid/Fotolia.com)

Für gewöhnlich normalisiert sich die Stressatmung auch von selbst wieder, sobald der Stresseinfluss endet. Wer also im Zuge emotionaler Ausnahmezustände (z.B. Euphorie, Prüfungsangst) oder außergewöhnlicher körperlicher Anstrengung (z.B. sportliche Betätigung) einmalig unter Atemnot leidet, der sollte nicht noch mehr in Hektik verfallen, sondern bestrebt sein, sich zu beruhigen und zu entspannen, da sich das beklemmende Atemgefühl so am schnellsten wieder reguliert. Sind Personen jedoch dauerhaftem Stress ausgesetzt, etwa durch

  • chronische Überarbeitung,
  • anhaltendem Schlafmangel,
  • ungelöste seelische Probleme,
  • Panik- und Angststörungen oder
  • soziale Konflikte,

verharrt der Körper in einer chronischen Alarmbereitschaft. Auf diesem Wege kann es dazu kommen, dass sich eine schnelle und abgeflachte Atmung zu einem unbewusst antrainierten, veränderten Atemmuster manifestiert. Chronische Stresspatienten atmen deshalb häufig sehr oberflächlich und verkrampft, ohne es selbst bewusst wahrzunehmen. Denn der Körper gerät bei anhaltender Stressatmung eher schleichend in einen Zustand des Sauerstoffmangels.

Ähnlich sieht es bei Patienten mit Übergewicht aus, wobei es hier eher physiologische Gründe sind, die eine Atemnot herbeiführen. Denn zu viel überschüssiges Fettgewebe im Bauchraum drückt bei starker Adipositas unweigerlich das Zwerchfell und die Lunge dauerhaft nach oben. Dies verursacht, meist in Kombination mit Bewegungsmangel, schon bei kleinsten Anstrengungen eine gewichtsbedingte Kurzatmigkeit bzw. Schnappatmung.

Relativ harmlos sind derartige physiologische Faktoren, wenn sie einer Schwangerschaft geschuldet sind. Vor allem in den letzten Schwangerschaftsmonaten klagen werdende Mütter häufig über Atembeschwerden bis hin zur Atemnot. Das Ungeborene ist in dieser Zeit bereits fast vollständig ausgewachsen, was im Bauchraum der Mutter zu so manchen Platzmangel für Organe führt. Dass die Bauchorgane auf diesem Wege nach oben drängen und somit die Lunge vorübergehend eindrücken, ist relativ häufig zu beobachten. Spätestens nach der Geburt des Kindes sollte sich die Atmung aber wieder normalisieren.

Während der Schwangerschaft, insbesondere in den späteren Schwangerschaftsmonaten, kann es zu erhöhtem Druck auf die Lunge kommen und damit zu Atemnot. (Bild: pressmaster/Fotolia.com))

Atemwegserkrankungen und Atemnot

Psychische und physiologische Ursachen als Auslöser von Atemnot lassen sich vielfach durch private Maßnahmen (z.B. Gewichtsreduktion oder Stressreduzierung) in den Griff bekommen. Anders verhält es sich hingegen bei Ursachen für Dyspnoe, die krankhafter Natur sind. Atemwegserkrankungen, bei denen Luftnot nicht selten als Leitsymptom im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auftritt, können äußerst schwerwiegender Natur sein und sollten daher dringend ärztlich abgeklärt werden. Die gestörte Atmung kommt hierbei unabhängig von der Krankheitsursache meist durch einen oder eine Kombination der folgenden drei Mechanismen zustande:

  1. die Atemwege sind verlegt,
  2. die Lunge kann sich krankheitsbedingt nicht adäquat ausdehnen,
  3. die Fläche für den notwendigen Gasaustausch ist zu klein (Platzmangel).

Die Bandbreite der verursachenden Atemerkrankungen ist hierbei sehr vielschichtig. Am häufigsten gehen natürlich Atemwegsentzündungen, wie etwa eine

mit Atemproblemen einher. Zwar bleibt es in den meisten Fällen bei einer kurzfristig erschwerten Atmung, extreme Krankheitsfälle können hier aber durchaus auch eine ernsthafte Luftnot provozieren.

Noch größer ist das Risiko einer Dyspnoe bei chronischen Atemwegserkrankungen. Bekannt ist hier insbesondere Asthma bronchiale. Dabei kommt es zu regelrechten Anfällen von Atemnot, für die Allergiereize und Unverträglichkeiten als maßgebliche Auslöser gelten. Eine weitere chronische Erkrankung der Atemwege, die eng mit Atemnot in Verbindung steht, ist die Chronisch-obstruktive-Lungenerkrankung (COPD). Sie ist auch als Raucherkrankheit bekannt, da sie insbesondere nach langjährigem Nikotinkonsum entsteht und Ausdruck einer durch Zigarettenrauch bereits stark angeschlagenen Atemfunktion ist.

Rauchen, Alkohol und andere Drogen haben Auswirkungen auf die Atemfähigkeit (Bild: nenetus/Fotolia.com)

Ebenfalls sehr riskant sind Schäden an der Atemmuskulatur. Vor allem Schäden am Zwerchfell, welches als Hauptmuskel für die Atmung fungiert, sind in diesem Zusammenhang sehr gefährlich. Einige Beispiele für entsprechende Zwerchfellerkrankungen sind hier:

Zusätzlich zu den genannten Atemwegserkrankungen gibt es auch traumatische Krankheitsvarianten und Verletzungen im Bereich der Atemwege, die in der Folge zu Dyspnoe führen. Vor allem Bindegewebskrankheiten und Schäden an den Lungenbläschen zeichnen sich diesbezüglich durch Atemnot als Leitsymptom aus. Dies ist zum Beispiel beim Lungenemphysem der Fall. Abermals ein chronisches Atemwegsleiden, das im Endstadium zahlreicher Vorerkrankungen der Lunge auftreten kann und eine nicht rückgängig zu machende Überblähung der Lungenbläschen beschreibt. Weitere Beispiele wären diesbezüglich:

  • Atemwegstumore (z.B. Lungentumor),
  • Granulombildung im Bindegewebe der Lunge (Sarkoidose),
  • vermehrte Bindegewebswucherungen im Bereich der Lungenbläschen (Lungenfibrose),
  • Blutansammlungen im Pleuraraum der Lunge (Hämatothorax),
  • Luftansammlungen im Pleuraspalt der Lunge (Pneumothorax),
  • verstopfte Lungenblutgefäße (Lungenembolie).

Atemnot bei Herz- und Gefäßkrankheiten

Da das Herz direkter Organnachbar der Lunge ist, kristallisiert sich krankheitsbedingte Atemnot nicht selten auch bei Herz- und Gefäßerkrankungen als alarmierendes Symptom heraus. Ist das Herz geschädigt, leidet darunter auch dessen Pumpfunktion, sodass der Körper nur unzureichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden kann. Diesen Mangel versucht der Organismus zunächst selbständig zu beheben, indem er die Atemfrequenz erhöht. Betroffene atmen dadurch schneller und weniger tief, weshalb sich langfristig ein Gefühl der Luftnot breitmacht. Dieser Mechanismus ist bei starker körperlicher Anstrengung wie zum Beispiel Sport völlig normal. Tritt die Kurzatmigkeit jedoch schon bei geringer Belastung auf, so sollte neben Lungenerkrankungen auch an Gefäß- und Herzerkrankungen gedacht werden, so zum Beispiel an:

Das Gefühl von Atemnot kann auch durch eine Herzerkrankung verursacht werden und ein Zeichen für einen drohenden Herzinfarkt sein. (Bild: Syda Productions/Fotolia.com)

Wichtig: Ein weiteres Risiko bei derartigen Krankheitsverläufen ist, dass als Folge einer Herzkrankheit auch das Risiko auf Lungenerkrankungen steigen kann. Denn die eingeschränkte Pumpfunktion führt mitunter zu extremem Blutrückstau. Das angesammelte Blut fließt dann vermehrt zurück in den Lungenkreislauf, was schlimmstenfalls zu einer Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe (Lungenödem) führen kann. Das wiederum hat zur Folge, dass die Fläche für den Gasaustausch innerhalb der Lunge verkleinert ist und entsprechend nur noch wenig Sauerstoff in das Blut aufgenommen werden kann.

Sonstige Ursachen für Atemnot

Als weitere Ursachen für Atemnot kommen unter anderem Blutarmut (Anämie) und hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen in Frage. An eine Fehlfunktion der Schilddrüse als Auslöser ist vor allem dann zu denken, wenn es infolge der Erkrankung zu einer Kropfausbildung im Bereich des Kehlkopfes kommt. Daneben sollten auch die Schmerzsymptome nicht als Ursache unterschätzt werden. Hieran ist vor allem zu denken, wenn Betroffene eine schmerzbedingte Schonhaltung einnehmen, also beispielsweise eine gekrümmte Oberkörperhaltung an den Tag legen oder sich dauerhaft mit den Armen aufstützen. Gerade Schmerzen im Bereich des Brustkorbes, zum Beispiel durch Muskelverspannungen oder Wirbelblockaden, führen auf diesem Wege häufig zu akuter Luftnot.

Symptome

Neben dem Gefühl der Atemnot an können im Rahmen der Dyspnoe noch weitere Begleitbeschwerden auftreten. Diese sind nicht selten auf den Sauerstoffmangel des Körpers sowie das Erstickungsgefühl des Patienten zurück zu führen. Ebenso geben manche Symptome Hinweise auf die Art der Grunderkrankung, so zum Beispiel Husten oder Atemgeräusche. Insgesamt umfassen die Begleitsymptome bei Atemnot:

  • Abgeschlagenheit,
  • ziehende, rasselnde oder pfeifende Atemgeräusche (Stridor),
  • Blaufärbung der Haut aufgrund von Sauerstoffmangel (Zyanose),
  • schleimigen bis blutigen Auswurf,
  • Fieber,
  • Gesichtsblässe,
  • Husten,
  • Herzrasen,
  • innere Unruhe,
  • Leistungseinbußen,
  • Schlafstörungen,
  • Schweißausbrüche und Kaltschweiß sowie
  • Schmerzen im Bereich des Brustkorbs.

Achtung! Bei extremen Fällen von Atemnot ist unverzüglich ein Notarzt zu rufen, es könnte zu einem tödlichen Atemstillstand kommen!

Diagnose

Festgestellt wird Atemnot zunächst einmal vom Patienten selbst. Ein Gang zum Arzt ist aber in jedem Fall ratsam, um ernstzunehmende Krankheitsursachen ausschließen zu können. Innerhalb der ärztlichen Untersuchung ist zunächst eine körperliche Untersuchung üblich, bei welcher der Patient auf blasse bzw. blaugefärbte Hautpartien (v.a. im Gesicht und an den Händen) sowie einen ungewöhnlichen Schweißfluss hin untersucht wird. Im nächsten Schritt kommen spezielle Verfahren zur Feststellung der Atemfunktionalität zum Einsatz. An erster Stelle steht hierbei das Abhören der Lunge auf Atemgeräusche. Sind diese vorhanden, deutet dies aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine bestehende Lungen- bzw. Atemwegserkrankung hin. In solchen Fällen gehören Lungenfunktionstests wie die Spirometrie zu den Standardprozeduren der Untersuchungen. Dabei atmen Patienten über ein Mundstück in einen Schlauch, der die Atemstöße anschließend an ein geschlossenes Behältnis weiterleitet. Spezielle Messvorrichtungen werten dann anhand der Luftmenge das Atem- und Lungenvolumenvolumen aus. Darüber hinaus können Atemtests besondere Anstrengungen während der Atmung aufdecken und gleichzeitig Auskunft darüber geben, wie stark die Atemstörungen ausgeprägt sind.

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass eine Erkrankung der Lunge verantwortlich sein könnte, sind ausführlichere Untersuchungen der unteren Atemwege sehr wahrscheinlich. Zur Verfügung stehen hierfür zum Beispiel bildgebende Diagnosemaßnahmen wie die Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie), bei der mit Hilfe eines Kehlkopfspiegels, dem Laryngoskop, Auffälligkeiten am Kehlkopf ausfindig gemacht werden können. Zwei weitere mögliche Untersuchungsmethoden sind die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) oder auch die Thoraxspiegelung (Thorakoskopie). Dabei wird ein Endoskop in die Lunge bzw. den Thorax vorgeschoben, um mögliche Gewebeschäden sichtbar zu machen. Gewebeentnahmen zur labortechnischen Bewertung von Anomalien sind ebenfalls denkbar. Ergänzend zu diesen eingehenden Maßnahmen helfen spezielle Bluttests wie die Blutgasanalyse dabei, einen Verdacht zu bestätigen.

Bei Verdacht auf Herzerkrankungen wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, das sogenannte Echokardiogramm (EKG) vorgenommen. Weitere bildgebende Verfahren, die bei der Untersuchung Anwendung finden können, sind Röntgenaufnahmen, die Computertomographie (CT) oder die Magnetresonanztomographie (MRT).

In eine Tüte zu atmen, hilft Patienten, wenn sie hyperventilieren. (Bild: Monika Wisniewska/Fotolia.com)

Therapie

Die Therapie bei Luftnot erfolgt ursachenorientiert. Mitunter kann sich die Luftnot zu einem lebensbedrohlichen Zustand zuspitzen und bedarf spätestens dann umgehend ärztlicher Behandlungsschritte. In der Akutsituation gibt es aber ein paar Handlungsanweisungen, die den Betroffenen wie auch den Angehörigen nahe zu legen sind:

  1. Notruf wählen: Bevor sie irgendetwas anderes tun, ist bei Atemnot der Notarzt zu alarmieren. Nur Sanitäter sind mit den notwendigen fachmedizinischen Gerätschaften (z.B. Beatmungsschläuche zum Inturbieren) und dem erforderlichen Know-How ausgestattet, um einen Patienten, der um Luft ringt, zu stabilisieren.
  2. Ruhe bewahren und bewusst Atmen: Bis zum Eintreffen des Notarztes heißt es Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten, da dies die Atmung weiter verschlechtert. Ebenso ist es wichtig, dass Betroffene sich bei Atemnot im Akutfall auf ihre Atmung konzentrieren. Versuchen Sie ruhig aber ausreichend tief ein- und auszuatmen. Angehörige oder andere Dritte, die sich zum Zeitpunkt der Atemnot in der Nähe befinden, sind dazu angehalten, beruhigend auf Betroffene einzuwirken, etwa durch ruhiges sprechen und Gesprächsfokussierung auf den Atemvorgang. Leiten Sie den Betroffenen auch als Zeuge dazu an, richtig zu atmen. Im Falle einer Hyperventilation sollte man die Patienten kurzzeitig in eine Tüte atmen lassen.
  3. Störende Kleidung entfernen: Beengende Kleidung sollte bei Atemnot entfernt oder zumindest geöffnet werden, um die Atmung zu erleichtern. Dies gilt vor allem für Jacken, Rollkragenpullover, enge Tops, Korsetts und Büstenhalter. Ebenso sind Betroffene von beengenden Accessoires wie Halsketten, Schals oder Krawatten zu befreien.
  4. Geeignete Sitzposition einnehmen: Eine aufrecht-sitzende Position ist zur Erleichterung der Atmung ebenfalls wichtig. Nach Möglichkeit sollte der Patient dabei seine Arme auf einem Tisch abzustützen, da hierdurch die Atemhilfsmuskulatur leichter eingesetzt werden kann.
  5. Sauerstoffzufuhr verbessern: Sorgen Sie zur Verbesserung der Sauerstoffzufuhr auch für genügend Frischluft, zum Beispiel durch das Öffnen eines Fensters oder das Zufächeln von Luft.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie bei Dyspnoe orientiert sich an der zugrundeliegenden Ursache. Bei Entzündungen der Atemwege wird standardmäßig mit Antibiotika, gelegentlich auch mit Kortikosteroiden behandelt. Zur Erweiterung der Gasaustauschfläche in den Bronchien verschreiben Ärzte zusätzlich bronchienerweiternde Medikamente (z.B. Salbutamol, Formoterol, Theophyllin).

Asthma bronchiale erfordert darüber hinaus die Einnahme entzündungshemmender Medikamente sowie die Nutzung von Asthma-Sprays. Die medikamentöse Behandlung muss hier meist lebenslänglich erfolgen, weshalb sich Asthmatiker bei der Erstdiagnose darauf einstellen sollten, ihr Spray künftig immer Griffbereit zu haben. Außerdem wichtig ist bei Atemnot durch Verschleimungen eine Mobilisierung des Lungensekrets durch Inhalationstherapie, um den Auswurf zu fördern und somit die Lunge zu klären. Gegebenenfalls können hier auch schleimlösende Präparate helfen.

Asthmatiker müssen immer ihr Asthmaspray dabei haben, da bei akuter asthmatischer Atemnot Lebensgefahr droht. (BiLD: highwaystarz/Fotolia.com)

Bei kardialen Krankheitsursachen können herzstärkende oder blutdrucksenkende Medikamente zu einer Linderung der Atemnot beitragen. Gute Erfolge erzielen dabei insbesondere Digitalispräparate zur Stärkung der Herzleistung, Beta-Blocker zur Normierung der Herzfrequenz und ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung.

Verhaltenstherapie

Psychische Ursachen sollten in erster Linie durch Verhaltens- und Gesprächstherapien behandelt werden. Eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten kann hier ebenfalls Teil einer entsprechenden Verhaltenstherapie sein, sofern ungesunde Alltagsgewohnheiten wie falsche Ernährung, Nikotinkonsum oder Stress als Auslöser der Atemnot ermittelt wurden. Darüber hinaus ist es manchmal nötig, dass Patienten wieder eine normale Atmung erlernen. Dies ist insbesondere bei langfristiger Schonhaltung oder chronischen Atemwegserkrankungen wichtig.

Operative Therapie

Operative Methoden kommen vor allem bei schwerwiegenden Krankheitsursachen zum Einsatz. Je nach Ursache kann es zur Lebensrettung unter Umständen sogar unerlässlich sein, den Brustkorb oder Hals des Patienten zu eröffnen, etwa bei einem Allergiegeschehen (bei Wespenstichen kommt hier z.B. der Luftröhrenschnitt zur Anwendung) oder schweren Lungenerkrankungen wie zum Beispiel Tumorerkrankungen. Hier wird einer Operation meist eine chemotherapeutische Behandlung vorgeschaltet, um den Tumor vor dem Eingriff zunächst zu verkleinern.

Eine weitere mögliche operative beziehungsweise invasive Maßnahme zur Behandlung von Dyspnoe ist die Entfernung der Rachenmandeln bei immer wiederkehrenden Entzündungen derselben. Ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) wird darüber hinaus nicht nur zur Sicherung der Atmung bei allergiebedingten Schwellungen eingesetzt, sondern auch allgemein zur künstlichen Beatmung während Operationen oder schweren Atemwegskrankheiten. In diesem Zusammenhang kann auch das Einsetzen von Ventilen oder Stents zum Offenhalten der Atemwege notwendig sein. Das Anlegen einer Drainage zum Ableiten von Luft, Blut oder Pleurasekret ist maßgeblich bei Pleuraergüssen, Pneumo- oder Hämatothorax.

Hausmittel

Stress- und übergewichtsbedingte Atemnot können durch ein paar relativ einfach anzuwendende Maßnahmen in der Ausprägung und Frequenz minimiert werden. Natürlich muss an dieser Stelle bemerkt werden, dass die Maßnahmen für Betroffene selbst in der Regel alles andere als einfach anzuwenden sind. Dennoch sollten sie an dieser Stelle aufgeführt werden:

  • Gewichtsreduktion: Sollte Übergewicht Urheber der Atemprobleme sein, hat eine Reduzierung des Körpergewichts zur Verbesserung der Atmung natürlich oberste Priorität. Falls nötig, sollte hierbei auch Hilfe von außen, beispielsweise durch Ernährungsberater, Sporttrainer oder Fachärzte in Anspruch genommen werden.
  • Umstellung der Ernährungsgewohnheiten: Eng verbunden mit Übergewicht, aber auch mit zahlreichen Krankheiten, die zu Atemnot führen können (z.B. Herzerkrankungen), ist eine falsche Ernährung. Ausgewogene Kost trägt deshalb in vielen Fällen auch zur Besserung der Atemnot bei. Vor allem antioxidative Lebensmittel wie Beerenfrüchte, Südfrüchte, Tomaten, Brokkoli und Nüsse stärken Herz und Lunge und können so die Atmung wieder verbessern. Ähnlich sieht es bei Omega-Fettsäuren aus. Sie finden sich vor allem in Meeresfrüchten und Fisch. Darüber hinaus kann auch ein zu niedriger Phosphor- oder Magnesiumspiegel schlecht für die Atmung sein. Entsprechende Lebensmittel, die besonders viel dieser beiden Mineralstoffe enthalten, sind neben Fisch, Meeresfrüchten, Milchprodukten und Nüssen vor allem Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen, Vollkorngetreide, Möhren und Spinat.
  • Stress reduzieren: Alltagsstress sollte bei Atemnot insbesondere als Folge von Herzerkrankungen tunlichst vermieden werden. Planen Sie deshalb stets ausreichend Ruhephasen in ihren Alltag ein und legen Sie zusätzlich Wert auf gezielte Entspannungsmaßnahmen wie Yoga, Reiki oder Mediation. Auch ein gesunder Schlafrhythmus kann dabei helfen, das Risiko von Herz- und Atembeschwerden zu senken.
  • Rausch- und Genussmittelkonsum einstellen: Es versteht sich von selbst, dass Patienten, die an Atemnot leiden, das Rauchen auf jeden Fall einstellen sollten. Daneben sind in Sachen Atembeschwerden aber auch andere Genuss- und Rauschmittel nicht gerade förderlich. Neben Zigaretten ist deshalb auch der Konsum von Alkohol, Koffein und Drogen kritisch zu bewerten.
Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind, wie zum Beispiel Brokkoli, Nüsse und Beeren, stärken Herz und Lunge (Bild: Bon/Fotolia.com)

Naturheilkundliche Therapie

Die Naturheilkunde kann der Luftnot vor allem dann die Stirn bieten, wenn die Ursachen in einer Entzündung der Atemwege zu finden sind. Neben der Anwendung von Tees, Bonbons, Rachenspülungen und Dampfbädern mit atemwegsbefreienden Kräutern wie Thymian, Eukalyptus und Salbei gilt hier vor allem Honig als Allroundtalent. Er lindert nämlich nicht nur Beschwerden in den oberen Atemwegen, sondern greift auch die Verschleimungen in den unteren Atemwegen an. Sogar in der Behandlung von Asthma erzielt Honig diesbezüglich gute Erfolge. Ein besonderer Tipp ist Manuka Honig. Er wird aus dem gleichnamigen Nadelgehölz Manuka hergestellt, das überwiegend in Australien und Neuseeland zu finden ist und Manuka Honig ist in seiner Heimat sowohl als Geheimwaffe gegen Hautprobleme als auch gegen Atemwegsbeschwerden bekannt. Vor allem die schleimlösenden Eigenschaften von Manuka wurden wissenschaftlich bereits nachgewiesen.

Atemnot Erkrankungen

Bei vielen Erkrankungen ist Atemnot ein typisches Symptom, dazu gehören unter anderem: Asthma bronchiale,Bronchitis,COPD, Laryngitis, Lungenembolie, Lungenemphysem, Lungenfibrose, Lungenödem,  Pharyngitis, Pleuritis, Pneumothorax, Sarkoidose, Tumorerkrankungen der Atemwege, Zwerchfellerkrankungen, Adipositas, Arteriosklerose, Blutarmut, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler, Herzbeutelentzündung, Herzmuskelentzündung, Koronare Herzkrankheit, Perikarderguss und Schilddrüsenüberfunktion. (ma)