Husten am Morgen

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Ursachen für morgendlichen Husten

Für viele Menschen ist es Gewohnheit, für viele Menschen äusserst störend: Morgendliches Hüsteln oder Husten am Morgen. Bei vielen ist er verbunden mit Auswurf oder auch Atemnot. Was kann dahinter stecken? Dieser Artikel soll Aufschluss darüber geben.

Husten am Morgen:
Synonyme
Symptome und Beschwerden
Ursachen von Husten am Morgen
Behandlung in der Naturheilkunde

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Synonyme

Morgendliches Hüsteln, morgendlicher Husten, morgens Husten, Husten immer morgens, produktiver morgendlicher Husten, Husten am Morgen, trockenes Husten morgens, COPD, chronisch- obstruktive Lungenerkrankung, Chronic Obstructive Pulmonary Disease, Triggerband am Hals, Zylinderdistorsion am Hals, Throat CyD.

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Insbesondere Raucherinnen und Raucher kennen den morgendlichen Husten, doch kann dieser auch andere Ursachen haben. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Symptome und Beschwerden

Ein großes Problem bei morgendlichem Husten stellt die Tatsache dar, dass viele Betroffene schon davon Aufwachen und danach nicht mehr einschlafen können. Durch diese ständige Schlafunterbrechung fühlen sich viele Menschen mit morgendlichem Husten noch tagsüber müde, unausgeschlafen und klagen über Konzentrationsschwierigkeiten.

Eine andere Symptomatik ist der Husten mit dem Aufstehen- dieser kann mit oder ohne Husten auftreten. Ganz unterschiedlich ist es nach der Hustenattacke: Manche fühlen sich dann erleichtert, während andere danach ein wundes Gefühl im Hals haben, das noch einige Zeit anhält. Bei denjenigen, die noch über Auswurf klagen, ist oft ein feucht klingender Husten vorhanden, der aber auch bei Menschen ohne Auswurf trocken sein kann.

Bei genauer Nachfrage berichten Praktiker auch immer wieder darüber, dass viele Menschen ein Räuspern, oftmals verbunden mit einem Fremdkörpergefühl als morgendliches Hüsteln bezeichnen. Sollte das morgendliche Husten mit Brustschmerzen oder Rückenschmerzen verbunden sein, so sollte das umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen von Husten am Morgen

Ursächlich ist Husten ein sinnvoller Reflex, durch den Stoffe, die nicht in den Atemtrakt gehören, oder dort nicht länger verbleiben sollen, hinausbefördert werden sollen. Neben dieser mechnischen Komponente kann es auch über die Nerven zum Auslösen eines Hustenreizes bei Stress oder vermutlich bei Allergien, einer Spannung oder Trockenheit im Halsbereich kommen. Chronische und akute Entzündungen der Atemwege, wie Bronchitis und chronisch- obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) können als Erkrankung zu Grunde liegen, aber auch Rauchen gehört zu den Auslösern von morgendlichem Hüsteln.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Raucherlunge
Bei einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) zählt morgendliches Husten zu den typischen Symptomen. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Bei den funktionellen Ursachen wird häufig an eine Trockenheit im Atemtrakt, bedingt durch nächtliches Schlafen mit offenem Mund gedacht. Vermutet werden hier eventuelle Kompensationen durch die Mundatmung von schlechtem Luftkriegen durch die Nase. Viele Menschen klagen über wiederkehrende Infekte der Nase und häufige Nasennebenhöhlenentzündung. Denkbar ist, dass es durch diese Infekte einmal zu einer verminderten Atmung durch die Nase und zu einer Reizung der Atemwege durch am Rachen herunterlaufendes Sekret kommt, was dann für morgendliches Hüsteln oder Husten sorgen kann. Als Ursache für die wiederkehrenden Infekte werden aus Sicht der Naturheilkunde häufig Verbindungen zu dem Immunsystem des Darmes hergestellt.

Mechanisch stellen Verengungen der Halsregion eine mögliche Ursache dar. Ein Nervenast, der die Kehlkopfmuskulatur versorgt windet sich erst um die Blutgefäße. Wobei er auf der linken Seite ganz hinunter zwischen Aorta und linkem Hauptbronchus hindurch muss. Der rechte Ast geht unter der Schlüsselbeinarterie (A. Subclavia) durch und muss nicht soweit hinunter. Beide steigen dann wieder zum Kehlkopf auf und müssen dabei seitlich hinter der Schilddrüse lang. Bei einer Aussackung der Aorta (Aortenaneurysma) oder einem Tumor der Bronchien oder Metastasen der Lymphknoten, sowie Schilddrüsenerkrankungen, die nicht unbedingt immer mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Schilddrüsenunterfunktion einher gehen müssen, oder Schilddrüsenoperationen kann es zu Heiserkeit und vermutlich Fremdkörpergefühl kommen, dass sich nach Ansicht manueller Methoden, wie der Osteopathie, durch Bewegung nach dem Aufstehen verbessern kann. Durch die Bewegung könnte wieder alles elastischer und besser durchblutet werden und so könnte mehr Platz für den Nerven vorhanden und das Hüsteln verschwunden sein.
Der Rolfing Therapeut Thomas W. Myers geht in seinem Buch „Anatomy Trains- Myofascial Meridians for Therapists“ davon aus, dass die tiefen Strukturen des vorderen Halses über die inneren Organstrukturen und ihr inneres Bindegwebe, die Faszien, miteinander verbunden sind und sich wechselseitig beeinflussen können. Danach kann es durch Bewegungseinschränkungen auch von den Organen oder dem Brustkorb zu einem Zug oder Druck auf die Halsstrukturen kommen, was Reizungen im Kehlkopf oder oberen Atemwegsbereich hervorrufen könnte, welche dann wiederum morgendliches Hüsteln auslzuösen vermögen.

Behandlung in der Naturheilkunde

Aus der Sicht manueller Therapien wie dem Rolfing oder der Osteopathie ist es entscheidend, Bewegungseinschränkungen funktioneller Natur manuell zu lösen. Dabei betrachten diese beiden Konzepte auch über die Halsregion hinaus die Spannungsverteilung im Körper und sehen diese als beeinflussbar durch die Arbeit am Körper mit den Händen des Therapeuten. So soll eine normale Funktion des Kehlkopfes und der oberen Atemwege möglich werden.

Nach einem anderen manuellen Konzept, dass weniger nach der Anatomie, sondern nach den Aussagen der Betroffenen geht, dem Fasziendistorsionsmodell (FDM), zeigen Menschen mit morgendlichem Husten oftmals ein Ziehen am Hals entlang. Dies wird nach dem FDM als eine Verdrehung von Faszienbändern aufgefasst, die als Triggerbänder bezeichnet und durch ein Entlangfahren des Daumens behandelt werden. Zum Teil beschreiben Betroffene ihre Beschwerden eher großflächig. Im FDM hat man beobachtet dass dies häufig nach vorhergegangenen Infektionen zum Auftreten dieser Fasziendistorsion, die Zylinderdistorsion genannt wird, zu kommen scheint.

Aus der Phytotherapie kommen bei morgendlichem Hüsteln, das ja eher trockener Natur ist, ausswurffördernde Heilpflanzen und Schleimstoffdrogen in Frage. Typische Pflanzen, die (trockenen) Hustenreiz lindern können, sind Huflattich, Thymian und Königskerze. Pflanzenschleime schützen und umschmeicheln die Schleimhäute bei Trockenheit und Reizungen, sodass Entzündungen ausbleiben bzw. besser ausheilen können. Hüsteln am Morgen kann deshalb auch durch Zubereitungen mit Isländisch Moos oder Eibischwurzel gebessert werden. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)