Knoten unter der Achsel – Ursachen und Therapie

Nina Reese
Wird ein Knoten unter der Achsel ertastet, entsteht bei vielen Menschen die Angst, dass dieser auf eine bösartige Krebsgeschwulst oder eine andere gefährliche Erkrankung hindeuten könnte. Knubbel unter dem Arm sind jedoch meist auf relativ harmlose Ursachen wie eine Schweißdrüsenentzündung oder eine Infektion zurückführen. Dementsprechend verschwinden sie häufig auch von selbst wieder, sobald das körpereigene Abwehrsystem die auslösenden Erreger erfolgreich bekämpft hat.

In selteneren Fällen kann sich hinter einer Lymphknotenschwellung eine Krebserkrankung verbergen, wobei dem Brustkrebs eine wichtige Bedeutung zukommt. Daher sollten vor allem länger bestehende Knoten immer umgehend von einem Arzt untersucht werden, um die genaue Ursache erkennen und harmlose von bösartigen Schwellungen abgrenzen zu können.

Was sind Knoten in der Achselhöhle?

Lassen sich unter unter der Achsel kleine „Knubbel“ unter der Haut ertasten, handelt es sich normalerweise um geschwollene Lymphknoten (medizinisch: Nodus lymphoideus). Damit sind kleine Drüsen gemeint, die als „Filter“ für das Gewebswasser (Lymphe) fungieren. Die Knoten gehören dem so genannten „Lymphsystem“ an, welches einen wichtigen Teil der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) darstellt. Es besteht aus den lymphatischen Organen (wie z.B. Milz, Leber oder Rachenmandeln) und Lymphgefäßen.

Aufbau eines Lymphknotens. (Bild: Bilderzwerg/fotolia)
Aufbau eines Lymphknotens. (Bild: Bilderzwerg/fotolia)

Lymphknoten befinden sich überall im Körper (z.B. in den Achselhöhlen, Leistenbeugen oder am Hals) und sind meist in Fett- oder Bindegewebe eingelagert. Während der Aufbau immer ähnlich ist, kann die Größe variieren und von circa zwei Millimeter bis zu zwei Zentimeter betragen. Durch mehrere feinste Lymphbahnen (Vasa afferentia) gelangt die wässrig-weiße Lymphe zu den Lymphknoten, wird dort von Keimen, Fremdkörpern oder Tumorzellen gereinigt und anschließend wieder dem Blutkreislauf zugeführt.

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Bei gesunden Menschen lassen sich die Knoten im Normalfall nicht ertasten. Sind sie geschwollen und in der Folge spürbar, ist dies ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem aktiv ist und sich „im Kampf“ gegen eine Infektion bzw. bestimmte Erreger befindet.

Schmerzen bei Knoten unter dem Arm

Schwellungen oder knotige Verdickungen unter der Achsel weisen normalerweise auf ein besonders aktives Immunsystem hin, welches auf Veränderungen im Organismus reagiert. Dementsprechend sind die Knoten in den meisten Fällen ein Signal für eine Erkrankung bzw. Störung – auch wenn darüber hinaus keine weiteren Symptome vorliegen und/oder die betroffene Person eigentlich „gesund“ erscheint.

Nicht desto trotz müssen geschwollene Lymphknoten nicht zwangsläufig auf eine ernste Erkrankung hinweisen. Vielmehr lassen sie sich in den meisten Fällen auf einen relativ harmlosen Grund zurückführen. Sind die Verdickungen nach einigen Tagen immer noch tastbar und gehen mit weiteren Beschwerden wie Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Fieber, nächtlichen Schweißausbrüchen oder Gewichtsverlust einher, sollte immer vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann die genaue Ursache abklären und gegebenenfalls nötige Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Ursachen für eine Lymphknotenschwellung

Eine Lymphknotenschwellung kann verschiedene Ursachen haben. Diese sind keineswegs immer ernsthafter Natur, sondern stattdessen oft relativ harmlos. Meist handelt es sich um den Hinweis auf eine Infektion, wobei sich die Verdickungen normalerweise fest anfühlen, stark schmerzen und sehr druckempfindlich sind.

Eine Lymphknotenschwellung unter der Achsel kann auf Pfeiffersches Drüsenfieber hindeuten. Da dieses vor allem über den Mund übertragen wird, ist das Fieber auch als „kissing disease“ bekannt. (Bild: Igor Mojzes/fotolia.com)
Eine Lymphknotenschwellung unter der Achsel kann auf Pfeiffersches Drüsenfieber hindeuten. Da dieses vor allem über den Mund übertragen wird, ist das Fieber auch als „kissing disease“ bekannt. (Bild: Igor Mojzes/fotolia.com)

Epstein-Barr-Virus

In Frage kommt zum Beispiel das Epstein-Barr-Virus (EBV), welches zu den Herpesviren gehört. Das RBV löst das so genannte „Pfeiffersche Drüsenfieber“ (infektiöse Mononukleose) aus, eine häufige, zumeist aber harmlos verlaufende Viruserkrankung. Übertragen wird diese in erster Linie über den Mund bzw. während des Küssens, weshalb das Fieber im Englischen als „kissing disease“ (Kusskrankheit) bezeichnet wird und gerade Jugendliche und junge Erwachsene besonders häufig betrifft.

Typischerweise zeigen sich bei einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus zu Beginn grippe- bzw. erkältungsähnliche Symptome wie Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen, Schluckprobleme, leichtes Fieber, Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Parallel kommt es zu einer Lymphknotenschwellung, wobei besonders häufig Hals und Nacken, aber auch die Achselhöhlen sowie der Brust- oder Bauchbereich betroffen sind.

Häufig tritt eine vergrößerte Milz (Splenomegalie) sowie eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris) auf, welche durch einen geröteten Rachenbereich und stark geschwollene, gräulich-weiß belegte Mandeln (Tonsillen) gekennzeichnet ist. In selteneren Fällen sind eine Lebervergrößerung und juckender Hautausschlag möglich, ebenso wie Appetitlosigkeit, Schwindel und nächtliche Schweißausbrüche.

Entzündungen der Lymphgefäße und Lymphknoten

Lymphknotenschwellungen in den Achseln können durch Entzündungen der Lymphgefäße und Lymphknoten (Lymphangitis) verursacht werden. Diese entstehen beispielsweise durch benachbarte Gewebeentzündungen, die sich auf die Lymphbahnen ausdehnen.

Eine weitere Möglichkeit sind Bakterien (vor allem Streptokokken oder Staphylokokken), welche durch eine offene Hautwunde in die Lymphbahnen eindringen und so zu den Lymphknoten gelangen. Leitsymptom einer akuten Lymphangitis ist ein druckschmerzhafter roter Streifen, der sich von der Umgebung der Verletzung aus in Richtung Herz ausweitet. In der Folge wird die Entzündung häufig fälschlicherweise als Sepsis („Blutvergiftung„) bezeichnet. Die Lymphknoten in unmittelbarer Nähe des entzündeten Lymphgefäßes schwellen schmerzhaft an, die Haut ist überwärmt und gerötet. Es besteht das Risiko, dass sich ein eitriger Abszess bildet.

Grund für einen Knoten unter der Achsel kann  eine Brustentzündung sein. Von dieser sind häufig stillende Frauen kurz nach der Geburt betroffen. (Bild: JenkoAtaman/fotolia.com)
Grund für einen Knoten unter der Achsel kann eine Brustentzündung sein. Von dieser sind häufig stillende Frauen kurz nach der Geburt betroffen. (Bild: JenkoAtaman/fotolia.com)

Schwellung der Lymphknoten bei Brustentzündung

Eine mögliche Ursache für die Beschwerden ist die so genannte „Mastitis“, bei der es sich um eine Entzündung der (vorwiegend weiblichen) Brust- bzw. Milchdrüse (griechisch: „Mastos“) handelt. Diese tritt zumeist bei stillenden Frauen etwa zwei bis vier Wochen nach der Entbindung auf (Mastitis puerperalis), eine Erkrankung ist aber auch unabhängig vom Wochenbett möglich (Mastitis non puerperalis).

In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Mastitis puerperalis um eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken oder Streptokokken, welche über kleine Hautverletzungen der Brustwarze in den Körper gelangen. Die Erreger stammen überwiegend aus dem Nasen-Rachenraum der Mutter, des Vaters oder anderen Bezugspersonen, welche diese durch engen Körperkontakt zunächst auf das Kind übertragen. Anschließend gelangen die Bakterien durch das Stillen an die Brustwarze der Mutter. Da die Warze durch das Saugen des Babys oft kleine Verletzungen aufweist, bietet sie eine ideale „Eintrittspforte“ für Krankheitserreger.

Eine Entzündung außerhalb der Stillzeit kann ebenfalls durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen werden, indem die Erreger in die Kanäle der Brustdrüse eintreten. In diesem Fall treffen die Bakterien häufig auf einen optimalen Nährboden in Form von vermehrt produziertem Sekret (z.B. durch die Überproduktion von Prolaktin), welches sich in den Milchkanälen staut. Weiterhin kann eine Mastitis non puerperalis als Begleiterkrankung einer anderen, meist chronischen Erkrankung auftreten. Beispiele sind unter anderem Tuberkulose, Syphilis oder Pilzinfektionen.

Kennzeichnend für eine Brustentzündung sind ein Brennen in der Brust, Schmerzen, Schwellungen und Verhärtungen auf der betroffenen Seite sowie Rötungen und Überwärmung. Oft treten zugleich eine Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle, Fieber, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf, in selteneren Fällen entwickeln sich eitrige Abszesse oder Fisteln. Die Symptome sind bei einer Entzündung außerhalb der Stillzeit normalerweise weniger stark ausgeprägt, hier besteht jedoch das größere Risiko, dass die Mastitis erneut ausbricht.

Lymphknotenschwellungen bei HIV-Infektion

Für eine Verdickung unter der Achsel kommen in selteneren Fällen auch ernsthafte Ursachen in Betracht. Denkbar ist zum Beispiel eine akute HIV-Infektion, bei der häufig etwa ein bis sechs Wochen nach der Ansteckung Symptome auftreten, die einer Erkältung (grippaler Infekt) ähneln. Hierzu zählen unter anderem Glieder-, Hals- und Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall und Erbrechen. Hinzu kommen druckschmerzempfindliche Lymphknotenschwellungen, die an verschiedenen Stellen des Körpers vorkommen können.

Brustkrebs als Ursache für Knoten unter der Achsel

Im Ernstfall kommen Krebserkrankungen in Frage, bei denen sich Krebszellen in den Lymphknoten ansiedeln und ein Anschwellen dieser hervorrufen. Hier ist vor allem Brustkrebs (Mammakarzinom) relevant, welcher mit rund 70.000 Neuerkrankungen jährlich den häufigsten bösartigen Tumor bei Frauen darstellt. In selteneren Fällen kann er aber auch Männer betreffen.

In selteneren Fällen kann die Verdickung auf eine  Krebserkrankung hinweisen. Das Mammakarzinom stellt dabei den häufigsten bösartigen Tumor bei Frauen dar. (Bild: Axel Kock/fotolia.com)
In selteneren Fällen kann die Verdickung auf eine Krebserkrankung hinweisen. Das Mammakarzinom stellt dabei den häufigsten bösartigen Tumor bei Frauen dar. (Bild: Axel Kock/fotolia.com)

Das Mammakarzinom tritt deutlich früher auf als die meisten anderen Krebsarten. Nach Angaben des Robert Koch Instituts ist circa jede vierte Betroffene zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 55 Jahre, jede zehnte Frau sogar unter 45 Jahre alt. Brustkrebs entsteht in der weiblichen Brustdrüse, wobei die genauen Ursachen bislang nicht vollständig geklärt sind. Bekannt sind jedoch einige Risikofaktoren, die ein Mammakarzinom begünstigen können. Hierzu zählen vor allem ein fortgeschrittenes Alter und bestimmte gutartige Veränderungen des Brustdrüsengewebes (Mastopathie), aber z.B. auch Kinderlosigkeit, eine späte erste Schwangerschaft sowie eine generell ungesunde Lebensweise (fettreiche Ernährung, Nikotin, Alkohol etc.).

Problematisch bei Brustkrebs ist, dass er meist langer Zeit keine Beschwerden verursacht und dadurch oft erst durch eine ärztliche Untersuchung oder das Selbstabtasten der Brust entdeckt wird. Die regelmäßige und sorgfältige Begutachtung sowie das Abtasten der Brust stellt daher einen sehr wichtigen Bestandteil der Krebsvorsorge dar.

Neben ertastbaren Knötchen oder Verhärtungen können eine Reihe weiterer Veränderungen auf eine Erkrankung hindeuten. Hierzu zählen unter anderem die Einziehung einer Brustwarze, eine plötzlich auftretende Größendifferenz der Brüste, Absonderungen aus einer Warze sowie eine fühlbare Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle, welche sich nicht auf andere Ursachen zurückführen lässt. Im fortgeschrittenen Stadium kommen meist weitere typische Krebs Anzeichen und Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Fieber hinzu.

Lymphknotenschwellung durch andere seltene Krebserkrankungen

In seltenen Fällen können bestimmte Krebserkrankungen wie z.B. Leukämie (Blutkrebs) zu geschwollenen Lymphknoten am ganzen Körper und damit auch in der Achselhöhle führen (generalisierte Lymphknotenschwellung).

Ebenso kann das Lymphsystem selbst von einer bösartigen Erkrankung betroffen (med.: „malignes Lymphom“), welche umgangssprachlich oft als „Lymphdrüsenkrebs“ bezeichnet wird. Zu diesen zählt die relativ seltene Krebserkrankung Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom), welche vor allem durch schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten gekennzeichnet ist. Die Verdickungen treten in erster Linie am Hals, Nacken, unter der Achsel und in der Leistenregion auf. Möglich sind weitere Symptome wie z.B. Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme, Juckreiz am ganzen Körper, anhaltender Husten sowie Rücken-, Bauch oder Brustschmerzen.

Verdickungen unter der Achsel bei Non-Hodgkin-Lymphomen

In Abgrenzung dazu werden unter dem Begriff „Non-Hodgkin-Lymphome“ alle bösartigen Erkrankungen des Lymphsystems subsumiert, bei denen mittels einer feingeweblichen Untersuchung NICHT die typischen Merkmale eines Morbus Hodgkin nachgewiesen werden können (Sternberg-Reed-Zellen bzw. auch Hodgkin/Reed-Sternberg-Zellen).

Hierzu zählen eine Reihe sehr unterschiedlicher Krankheiten wie z.B. das Burkitt-Lymphom oder die chronische lymphathische Leukämie (CLL), welche sich ebenfalls vor allem durch schmerzlos geschwollene Lymphknoten im Bereich von Hals, Nacken, Achselhöhle oder Leistengegend äußert. Hinzu kommen häufig unspezifische Symptome wie z.B. Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Gesichtsblässe, Übelkeit oder Nachtschweiß.

Weitere Ursachen für Verhärtungen unter der Achsel

Oft kommt es im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) zu geschwollenen Lymphknoten an Hals, Achselhöhlen oder Leisten. Beim SLE handelt es sich um eine relativ seltene entzündliche Erkrankung des Bindegewebes, die zu den Autoimmunerkrankungen zählt, da sich das Immunsystem gegen das eigene Körpergewebe richtet.

Eine solche Fehlsteuerung des körpereigenen Abwehrsystems liegt auch der rheumatoiden Arthritis (Rheuma) zugrunde. Dadurch können auch hier neben den typischen Symptomen wie z.B. Gelenkschmerzen, Schwellungen und Morgensteifigkeit der Gelenke angeschwollene Lymphknoten auftreten.

Oft hat der Knubbel in der Achselhöhle eine relativ harmlose Ursache wie zum Beispiel eine Entzündung der Schweißdrüsen. (Bild: glisic_albina/fotolia.com)
Oft hat der Knubbel in der Achselhöhle eine relativ harmlose Ursache wie zum Beispiel eine Entzündung der Schweißdrüsen. (Bild: glisic_albina/fotolia.com)

Häufig ist bei Verhärtungen unter der Achsel eine Schweißdrüsen- oder Haarwurzelentzündung der Auslöser. Weiterhin kommen Unverträglichkeiten gegen bestimmte Medikamente in Betracht. Hierzu zählen unter anderem Penicillin und Chinidin, welches zur Behandlung einiger Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen oder Vorhofflimmern eingesetzt wird.

Verlauf und Diagnose bei Lymphknotenschwellung

Da die Knoten vielfach im Zusammenhang mit Infektionen oder anderen harmlosen Erkrankungen wie einer Schweißdrüsenentzündung auftreten, ist oft keine spezifische Behandlung notwendig. Stattdessen verschwinden die Schwellungen meist von selbst wieder, sobald die körpereigene Abwehr die Krankheits-Erreger erfolgreich bekämpft hat. Dennoch sollten sowohl Frauen als auch Männer fühlbare Verhärtungen in der Achselhöhle immer zeitnah von einem Arzt abklären lassen, um ernstere Erkrankungen wie z.B. eine Brustentzündung oder Brustkrebs ausschließen zu können.

Für die Diagnosestellung führt der Mediziner nach der Anamnese eine sorgfältige Tastuntersuchung (Palpation) durch, um sich ein genaues Bild von den Knoten in der Achselhöhle machen zu können. Gehen diese nach einigen Tagen nicht von selbst zurück und/oder weisen eine Vergrößerung bzw. Veränderung auf, werden im Regelfall weitere Schritte zur Abklärung der Ursache eingeleitet. Hierzu zählen unter anderem Blut- oder Ultraschalluntersuchungen, teilweise ist auch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) notwendig, um genauere Informationen zu erhalten bzw. eine Erkrankung sicher diagnostizieren zu können.

Hilfe und Behandlung bei Knoten unter der Achsel

Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit der Ursache. Liegt beispielsweise eine Infektion mit dem Epstein-Barr Virus vor, gelingt es dem Körper in den meisten Fällen schon durch viel Ruhe, Schlaf, sowie die Vermeidung von Stress und körperlicher Anstrengung, die Erkrankung erfolgreich selbst zu bekämpfen.

Bei Bedarf und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt können zusätzlich schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente (Ibuprofen, Paracetamol etc.) eingesetzt werden. Antibiotika sind hingegen nur angezeigt, wenn parallel eine bakterielle Infektion auftritt. Hier gilt jedoch besondere Vorsicht, denn bestimmte Breitbandantibiotika (wie z.B. Ampicillin) können bei pfeifferschem Drüsenfieber eine Überempfindlichkeitsreaktion in Form von juckenden Hautausschlägen auslösen.

Viruserkrankungen wie das Pfeiffersche Drüsenfieber heilen oft schon durch Erholung, Bettruhe und viel Schlaf aus. (Bild: elnariz/fotolia.com)
Viruserkrankungen wie das Pfeiffersche Drüsenfieber heilen oft schon durch Erholung, Bettruhe und viel Schlaf aus. (Bild: elnariz/fotolia.com)

Im Normalfall ist die Infektion nach etwa zwei Monaten ohne Folgen ausgeheilt, seltener kommt es zu Komplikationen wie z.B. einer Herzbeutelentzündung oder einem Milzriss. Das pfeiffersche Drüsenfieber kann unter Umständen einen chronischen Verlauf nehmen, wodurch die Betroffenen über Monate hinweg ohne erkennbare Ursache unter einer erhöhten Temperatur und körperlicher Erschöpfung leiden.

Therapiemaßnahmen bei Brustentzündung

Bei einer Entzündung der Brust im Wochenbett (Mastitis puerperalis) ist – unabhängig von der Ausprägung – vor allem eine möglichst schnelle Behandlung wichtig, um eitrige abgekapselte Abszesse zu verhindern. Hier besteht bei einigen Frauen die Möglichkeit, die Milchproduktion der betroffenen Brust medikamentös etwas zu drosseln. In diesem Fall stillt die Mutter das Kind weiter, um die Brust entsprechend zu leeren und keinen Milchstau zu riskieren. Anschließend kann bei Bedarf mit Antibiotika behandelt werden.

Die nicht-medikamentöse Therapie besteht vor allem in der Kühlung der Brust durch Quarkwickel, Eisbeutel o.ä. Betroffene Frauen sollten auf einen gut sitzenden und stabilisierenden BH achten. Wichtig zur Vorbeugung weiterer Probleme ist es, eine gute Stilltechnik zu erlernen, bei welcher der Säugling immer den ganzen Warzenhof in den Mund nimmt.

Möglich sind entzündungshemmende Salben, welche direkt in der Achselhöhle aufgetragen werden. Ist die Schwellung stark fortgeschritten oder hat sich ein Abszess gebildet, ist in einigen Fällen ein operativer Eingriff nötig.

Behandlung von Krebserkrankungen

Bei den meisten Brustkrebspatientinnen bildet die Entfernung eines oder mehrerer Lymphknoten aus der Achselhöhle einen festen Bestandteil der Tumoroperation. Anhand dieser lässt sich erkennen, ob sich Tumorzellen bereits ausgebreitet haben. Weiterhin soll durch die Entnahme befallener Achsellymphknoten ein weiteres Wachstum des Tumors in der Achsel verhindert werden.

Lymphome, wie z.B. der Morbus Hodgkin benötigen ebenfalls eine spezielle Tumorbehandlung, wobei die konkreten Therapiemaßnahmen davon abhängen, wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Generell kommen eine Chemotherapie und Strahlentherapie bzw. eine Kombination aus beiden Verfahren in Betracht, um das befallene Gewebe zu zerstören und den Krebs zu bekämpfen. Eine operative Behandlung ist in diesem Fall hingegen nicht möglich, da es sich bei dem Hodgkin-Lymphom um eine systemische Erkrankung handelt, welche nicht auf eine bestimmte Körperregion beschränkt bleibt, sondern das gesamte Organsystem befällt.

Wichtig bei Knoten unter der Haut: Ruhe und Stärkung der Abwehrkräfte

Die Lymphknoten gehören als „Filterstation“ für das Gewebswasser dem körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem) an und schwellen vor allem im Zusammenhang mit einer Infektion oder Entzündung an. Lymphknotenschwellungen wie diese sind in aller Regel gutartig und nehmen normalerweise einen unproblematischen Verlauf, indem sie nach dem überstandenen Infekt von selbst wieder zurückgehen.

Dementsprechend sollte bei spürbaren Verdickungen in der Achselhöhle verstärkt darauf geachtet werden, den Körper zu schonen und die Abwehr zu stärken, um die Selbstheilung bestmöglich zu unterstützen. Wichtig sind zum einen ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter Wasser am Tag), Schlaf und (je nach Gesundheitszustand) sanfte Bewegung an der frischen Luft.

Für starke Abwehrkräfte ist eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse unerlässlich. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)
Für starke Abwehrkräfte ist eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse unerlässlich. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle, damit das Immunsystem optimal arbeiten kann. Bedeutsam ist unter anderem eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wie Eisen oder Zink, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Generell sollte auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung geachtet werden. Essen Sie viel Gemüse und Obst, um ihre Abwehr zu unterstützen.

Die wichtigsten Immunvitamine sind:

  • Vitamin A
    steckt vor allem in Karotten, Spinat, Kürbis, Feldsalat, Staudensellerie, Grünkohl, Paprika, Chicorée, getrockneten Aprikosen, Honigmelone
  • Vitamin C
    erhalten Sie reichlich durch Zitronen, Orangen, Kiwi, Holunderbeersaft, Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Hagebutten, Paprika, Brokkoli, Tomaten, Spinat, Rosenkohl und Petersilie
  • Vitamin E
    befindet sich in Weizenkeim-, Soja- und Sonnenblumenöl, Nüssen, Leinsamen, Schwarzwurzel, Kohl und Avocado

Empfehlenswerte Nahrungsmittel, die das Immunsystem stärken, sind weiterhin Mandeln und Gewürze wie Ingwer, Zimt oder Kümmel. Als Immunsystem-schwächend gelten z.B. Zucker, ungesunde Fette (z.B. raffinierte Pflanzenöle, Schweineschmalz), Fast Food und größere Mengen an rotem Fleisch.

Unterstützung aus der Natur durch Schüssler Salze

Schüssler Salze können eine wirksame Unterstützung bei geschwollenen Lymphknoten in der Achsel bieten. In Frage kommt unter anderem das Salz Nr. 4 (Kalium Chloratum), welches bei Entzündungen und unerwünschten Nebenwirkungen von Impfungen oder Medikamenten helfen kann.

Das Salz Nr. 11 (Silicea) wird zur Stärkung des Gewebes eingesetzt. Calcium phosphoricum (Nr. 2) ist angezeigt bei Ekzemen und Infektanfälligkeit sowie bei der Regeneration und dem Aufbau nach einer längeren Krankheit. Weitere geeignete Salze bei einem Knoten unter dem Arm sind Kalium arsenicosum (Nr. 13), Magnesium phosphoricum (Nr. 7) und Natrium phosphoricum (Nr. 9).

Wirksame Hausmittel und Naturheilverfahren

Um den Lymphfluss zu unterstützen und das Abschwellen der Lymphknoten zu erleichtern, kann eine manuelle Lymphdrainage sehr wirkungsvoll sein. Die Durchführung sollte allerdings nur durch einen erfahrenen Experten erfolgen, denn in bestimmten Fällen darf dieses Verfahren nicht eingesetzt werden. Hierzu zählen unter anderem schwere Durchblutungsstörungen, offene Wunden, fieberhafte Erkrankungen, Herzschwäche und eine bestehende Schwangerschaft.

Eine positive Wirkung auf den Energiefluss im Körper wird der Akupunkt-Massage nach Penzel (APM) nachgesagt. Bei diesem kommen im Gegensatz zur klassischen Akupunktur keine Nadelstichtechniken zum Einsatz. Stattdessen wird mit äußerem mechanischem Druck gearbeitet, indem der Behandelnde mit einem Massagestäbchen sanft entlang dem Verlauf der sogenannten „Meridiane“ streicht.

Gut geeignet zur Stärkung der körpereigenen Abwehr ist die Aromatherapie. Die ätherischen Öle aktivieren und unterstützen das Immunsystem, wirken harmonisierend und können z.B. bei der Bekämpfung von Erkältungen helfen. Empfehlenswert sind Düfte von Bergamotte, Eukalyptus, Tymian oder Angelika (Engelwurz). Geben Sie einige Tropfen ihrer bevorzugten Öle in die Aromalampe und stellen Sie diese in dem Raum auf, wo Sie sich am meisten aufhalten.
(nr; zuletzt aktualisiert am 12.10.2016)