Epstein-Barr-Virus – Infektionen, Diagnose und Behandlung

Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers und mögliche Krebsursache

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gehört zu den Herpes-Viren und über 90 Prozent der erwachsenen Menschen sind mit ihm infiziert. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann das Virus der Auslöser für das Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose) sein. Benannt nach seinen Entdeckern, dem Virologen und Pathologen Sir Michael Anthony Epstein und seiner Assistentin Yvonne M. Barr Ph.D., gilt der Epstein-Barr-Virus heutzutage auch als mögliche Ursache für Krebserkrankungen.


Ansteckung mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV)

Die Mononukleose wird hauptsächlich durch Kontakt- oder Tröpfcheninfektion, insbesondere durch Speichelkontakt übertragen, weswegen sie auch als „Kusskrankheit“ (englisch: Kissing Disease) bezeichnet wird. Auch beim Geschlechtsverkehr kann das Epstein-Barr-Virus übertragen werden, insbesondere wenn es dabei zu leichten Verletzungen kommt, bei denen Blut übertragen wird. Aber auch ein gemeinsam genutztes Glas, an dem noch Speichelreste sind, ist ein möglicher Übertragungsweg.

Das Estein-Barr-Virus gehört zu den Herpes Viren und verbleibt nach der Infektion ein Leben lang im Körper. (Bild: Kateryna Kon/fotolia.com)

Nach der Infektion verbleibt das Epstein-Barr-Virus im Körper. Es ist dann in den sogenannten B-Gedächtniszellen angesiedelt. Diese spielen bei der Immmunabwehr eine wichtige Rolle. So ist es auch möglich, dass Personen, die mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert sind, andere Personen anstecken, ohne dass bei ihnen bisher Symptome aufgetreten sind.

Auftreten und Symptome der Infektionen

Über 90 Prozent der Erwachsenen tragen das Epstein-Barr-Virus in sich und man nimmt an, dass es einen Risiko-Faktor für bestimmte Tumor-Arten darstellt (speziell der Nase und des Halses), welche in Asien sehr verbreitet sind. In den tropischen Regionen Afrikas wird es mit dem Burkitt-Lymphom, einem bösartigem Tumor des Lymphatischen Systems, in Verbindung gebracht.

Pfeiffersches Drüsenfieber oder auch Mononukleose

Das Virus kann – wie bereits erwähnt – das Pfeiffersche Drüsenfieber (Infektiöse Mononukleose) auslösen. Dieses ist benannt nach dem Wiesbadener Kinderarzt und Internisten Emil Pfeiffer (1846- 1921). Kinder und Jugendliche sind besonders häufig davon betroffen, aber da die Krankheit oft eher mild verläuft, wird die Mononukleose häufig nicht als solche erkannt.

Die Symptome der Mononukleose sind grippeähnlich, das heißt es kommt zu:

Es kann darüber hinaus auch zu Anschwellungen von Lymphknoten, Milzvergrößerung und anderen Symptomen kommen. Da der sogenannte lymphatische Rachenring häufig infiziert ist, kann es außerdem zu einer Entzündung der Mandeln (Angina tonsillaris) und des Rachens (Rachenentzündung, Pharyngitis) mit weißlichen Belägen (pseudomembranöse Tonsillitis) kommen. Bei manchen Erkrankten zeigten sich des Weiteren kleine Hautausschläge.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die direkte Folgeerkrankung des Epstein-Barr-Virus in Europa eher harmlos ist. Es kann vereinzelt zu langanhaltenden Krankheitsverläufen kommen. Bei Menschen, bei denen das Immunsystem nicht intakt ist – zum Beispiel im Rahmen von HIV-Infektionen, der Behandlung von gewissen Tumorerkrankungen oder künstlicher Immununterdrückung bei Menschen nach Organtransplantationen – kann es anscheinend bestimmte Tumorerkankungen des Lymphatischen Systems begünstigen. Auch können die Viren wiederholt Beschwerden verursachen. Diese wiederholt durch den Virus auftretenden Erkrankungen sind kein Zeichen für eine Neuinfektion, denn das Virus verbleibt im Organismus und wird, bedingt zum Beispiel durch eine Immunschwäche, reaktiviert.

Die Mononukleose wird auch Kusskrankheit genannt, da das Epstein-Baar-Virus durch Speichel übertragen werden kann. (Bild: frameworks2014/fotolia.com)

Bei einer Studie zur infektiösen Mononukleose in München (ICMM-Studie), bei der bundesweit Kinder- und Universitätskliniken mit eingebunden werden, wird seit 2016 erforscht, welche Impfmöglichkeiten gegen den Epstein-Barr-Virus möglich sind und welche Zusammenhänge zwischen einer EBV-Infektion und Tumorerkrankungen bestehen. Prof. Uta Behrends von der TU München dazu: „Wir erwarten, dass wir mit den Daten dieser Studie und den Tools, die wir entwickeln, viele Fragen zum unterschiedlichen Verlauf von EBV-Infektionen beantworten können.“ (siehe Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Ebenfalls vermutete Zusammenhänge mit dem Auftreten von Morbus Hodgkin (einem bösartigen Tumor des Lymphsystems), Multipler Sklerose, Malaria, Brustkrebs und Fibroadenomen der Brust (gutartigen Verwachsungen) werden momentan weiter untersucht.

Diagnostik

Eine medizinische Herausforderung stellt die chronische Belastung mit dem Virus dar, weil die Symptome zeitversetzt auftreten und mit konventionellen diagnostischen Mitteln unzureichend erkannt werden können. Feinenergetische Messungen, zum Beispiel mit Elektroakupunktur oder Bioresonanzverfahren, zeigen hingegen virale Belastungen beim Menschen an, ohne dass diese in klinischen Laboruntersuchungen nachgewiesen werden können, außer in Form der durchgemachten Krankheit. Auch die Dunkelfeldmikroskopie kann eine entsprechende Belastung offenbaren.

Die naturheilkundliche Perspektive: Chronisch virale Belastung erzeugt unterschiedliche Krankheitsbilder

Angenommen wird eine Umwandlung des ursprünglichen Erregers in eine sogenannte Slow-Virus-Version, welches chronische Symptome erzeugen kann, die dem akuten Bild der Viruserkrankung nicht mehr entsprechen. Das Epstein-Barr-Virus, welches häufig mit den genannten Messverfahren diagnostiziert wird, wird hier beispielsweise mit dem Krankheitsbild des Chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) assoziiert, mit körperlicher Schwäche, chronischen Kopfschmerzen, Depressivität, neurologischen Problemen der Augen Beeinträchtigungen und der Denkfähigkeit sowie einer allgemeinen Infektanfälligkeit. Das Epstein-Barr-Virus stellt dabei jedoch nur eine Teilursache dar. Voraussetzung für Ausbruch und Art der Störung hängen vielmehr von der Grundbelastung der Betroffenen ab, die auf Faktoren wie Übersäuerung, Übereiweißung, Schwermetall- und Umweltbelastungen, Störherden (v.a. Zähne), Mangel an Spurenelementen und der Konstitution des Betroffenen basiert.

Konventionelle Therapie

Bei einer Erkrankung mit dem Virus und bei Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers empfiehlt die konventionelle Medizin Schonung, bei langanhaltenden Verläufen mit Schwellung der Milz (wegen der Gefahr eines Risses) und der medikamentösen Therapie von (eher selten) auftretenden Komplikationen, nämlich Entzündungen anderer Organsysteme wie zum Beispiel:

  • des Herzmuskels (Myokarditis),
  • der Augen,
  • der Nieren (Nephritis),
  • der Leber (Hepatitis),
  • des Gehirns (Enzephalitis),
  • der Lunge (Pneumonie)
  • oder krankhafter Veränderungen des Blutes (Thromobozytopenie, Agranulozytose).

Behandlung in der Naturheilkunde

In akuter Form ist die Mononukleose naturheilkundlichen Maßnahmen gut zugänglich. Je nach therapeutischer Richtung werden physikalische Maßnahmen, Heilpflanzen, homöopathische Medikamente und Präparate aus Bakterien und Pilzen eingesetzt, um die Selbstheilungskräfte zu unterstützen, Symptome zu lindern und das Immunsystem zu stärken.

Ziel der Therapie ist nicht in erster Linie die Vernichtung der Viren

Die Therapie zielt entsprechend nicht auf die Vernichtung der Viren ab, sondern auf eine Veränderung des inneren Milieus (Blut, Gewebe, Darm, Zellatmung), um eine weitere Entwicklung der Viren zu stoppen und das Immunsystem zu stärken. Wichtige Stützpfeiler hierbei sind eine andauernde Ernährungsumstellung sowie die Gabe von (pflanzlichen) Medikamenten, Mineralien, Vitaminpräparaten, eventuell die Sanierung des Darmes, des Gebisses durch den Zahnarzt, der Stärkung geschwächter Organe und vieles mehr – immer im Hinblick auf die Konstitution der Betroffenen.

Lakritzwurzel (Süßholz) wirkt antiviral und findet sich in vielen Kräutertees. (Bild: arunsri/fotolia.com)

Zusätzlich können natürlich Kräuter mit antiviraler Wirkung eingesetzt werden, wie zum Beispiel:

Der Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra; auch bekannt als Basis für Lakritz) wird eine hohe Wirkung gegen Herpesviren zugeschrieben, zu denen das Epstein-Baar-Virus gehört. Echinacea dagegen ist nicht nur antiviral, sondern stärkt auch das Immunsystem.

Die Naturheilkunde und ganzheitlich ausgerichtete Ärzte verweisen auch im Zusammenhang mit chronisch-viralen Infektionen darauf, dass sinnvollerweise bereits prophylaktisch Entgiftungsorgane und Immunsystem gestärkt werden müssen, um akute und chronische Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus und weiteren häufig gefundenen Viren wie dem Herpes Zoster-Virus, Herpes simplex-Virus, Masernviren, dem Zytomegalievirus, dme Parotitisvirus oder Influenzaviren zu vermeiden.

Synonyme Bezeichnungen für das Virus und die Erkrankungen

EBV, Humanes-Herpes-Virus 4, HHV 4, Kissing Disease, Kusskrankheit, Morbus Pfeiffer, Pfeiffersches Drüsenfieber, infektiöse Mononukleose, Monozytenangina, Mononucleosis infectiosa. (tf, jvs, fp, ok; aktualisert 22.08.2018)