Schienbeinschmerzen, Schmerzen am Schienbein

Schmerzen am Schienbein

Beschwerden am Schienbein

Ursache und Zusammenhänge von Schienbeinschmerzen.

Schienbeinschmerzen bzw. Schmerzen am Schienbein treten häufig bei einer Belastung durch Laufen oder nach langem Gehen auf. Sie werden medizinisch versucht zu kategorisieren und meist als Shin Splints oder mediales Tibiakantensyndrom bezeichnet. Dennoch sind diese Bezeichnungen nicht unumstritten.

Schienbeinschmerzen:
Synonyme
Beschwerden und Symptome bei Schienbeinschmerzen
Funktionelle Ursachen
Zusammenhänge

 

Synonyme

Shin splints, Tibiakantensyndrom, Schienbeinkantenschmerzen, Schmerzen an der Schienbeinkante, shinbone pain, cnemis pain, shin pain, shin muscle pain, Schmerzen am Schienbein, Schienbeinschmerzen.

Beschwerden und Symptome bei Schienbeinschmerzen

Es gibt eigentlich kaum Betroffene, die einen punktuellen Schmerz am Schienbein haben. Meistens klagen Menschen mit Schienbeinschmerzen über einen ziehenden Schmerz, der entlang des Schienbeines läuft und bei Belastung auftritt, bzw. sich verstärkt.

Funktionelle Ursachen für Schienbeinschmerzen

Grundsätzlich ist sehr wenig Platz im Unterschenkel zwischen den einzelnen Muskeln. Dadurch kann es natürlich bei einer Schwellung oder einer Bewegungseinschränkung dort schnell zu Beschwerden kommen. Am Schienbein selbst setzen auch Muskeln an und es verläuft hier ein Nerv, der abgeklemmt werden kann. Er entspringt aus dem Ischiasnerven und kann auf dem gesamten Weg schon abgeklemmt und gereizt werden. Gerade im Gesäss gibt es Engstellen, an denen der Ischiasnerv schon komprimiert werden kann. Oberhalb der Kniekehle teilt er sich und die Nervenanteile des Schienbeins laufen am Wadenbeinkopf aus der Kniekehle nach vorne. Hier ist es also wichtig, bei einer Orthopädie- oder einer Osteopathie- Untersuchung Rückenschmerzen oder Kreuzschmerzen mit anzugeben. Oder auch Vorerkrankungen wie Bandscheibenvorfall oder Wirbelgleiten.

Auch am Wadenbeinkopf und im anschliessenden Verlauf zwischen den Muskeln am Schienbein kann der Nerv abgedrückt werden. Vermutet werden neben Abklemmungen durch harte Muskeln im Gesäss (Ischiasnerv) (oftmals mit Gesäßschmerzen) oder am Schienbein auch solche durch Zink- Leim- oder Gipsverbände, die neben einer Schmerz- aber auch eine Taubheitsproblematik auslösen können. Denkbar sind auch ungewohnte Belastungen des Unterschenkels, speziell der vorderen Strukturen am Schienbein, durch Laufen mit neuem ungewohntem Schuhwerk, Spikes oder durch den Vorderfußgang. Natürlich können Belastungen auch in langen Wegstrecken mit kontinuierlicher ungewohnter Anspannung der Muskeln bestehen. Immer wieder ist ein Thema, dass Senk- oder Spreizfüsse für eine Überbelastung verantwortlich sein könnten.

Durch die Belastungen benötigt der Bereich am Schienbein mehr Blut aus den Arterien. Wenn der Rückfluss behindert ist, kann es zu einem Rückstau und Beschwerden kommen. Gerade bei längerem Training können die Muskeln so an Masse zulegen, dass auch sie Gefässe abklemmen können.

Ziehende Schmerzen neben der Schienbeinkante können auch von Verklebungen der Gleitschichten der Muskeln, den Faszien, herrühren. Diskutiert werden Ablagerungen oder kleine Verletzungen im Fasziengewebe, die zu den Verklebungen führen und das Gleiten der Muskeln verhindern können. Aber auch die Muskelansätze und die sensible Knochenhaut können gereizt werden und Schmerzen verursachen.

Zusammenhänge

Wichtig ist es, den Unterschenkel im Zusammenhang mit dem ganzen Bein zu sehen. Das Gang- und Laufbild und das Schuhwerk sollten in die Analyse miteinbezogen werden, wie dies bei Konzepten der Körperarbeit beispielsweise dem nach der Biochemikerin Dr. Ida Rolf Rolfing oder auch Strukturelle Integration geschieht. So können ungewohnte Belastungen und Spannungen erkannt werden. Die Benutzung des Fußes hat natürlich einen Einfluss auf die Muskelarbeit und Spannungsverhältnisse im Unterschenkel. Die Verbindungen der versorgenden Nerven sollten bis in das Becken zurückverfolgt und auf mögliche Abklemmungen untersucht werden. (tf)