Cajeput (Melaleuca) – Cajeputöl

Der auch als Myrtenheide bekannte Cajeputbaum (Melaleuca) ist bei uns als Heilkraut noch relativ unbekannt. In seiner südpazifischen Heimat hingegen kennt man die heilsame Wirkung von Cajeputöl schon lange und setzt es unter anderem zur Behandlung von Haut- und Atemwegserkrankungen sowie zur Schmerzbehandlung ein. Üblicherweise findet Cajeputöl dabei im Zuge der Aromatherapie oder Aromapflege Anwendung. Wie genau sich die Heilwirkung des Cajeputbaums gestaltet, wie man das Öl der Myrtenheide richtig nutzt und was es bei der Anwendung des Öls zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Steckbrief zum Cajeput:

  • Wissenschaftliche Name: Melaleuca
  • Pflanzenfamilie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
  • Volkstümliche Namen: Silberbaum-Myrtenheide, Cajeputbaum, weißes Holz
  • Herkunft: Australien
  • Anwendungsgebiete:
    • Atemwegserkrankungen
    • Hauterkrankungen
    • Schmerzbehandlung
    • Rheumakrankheiten
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter

Kräuterportrait: Der kleine Bruder des Eukalyptus

Myrtenheiden gehören zur Familie der nach ihnen benannten Myrtengewächse (Myrtaceae) und sind deshalb eng mit dem Eukalyptus verwandt, dessen Aroma dem des Cajeputöls sehr ähnlich ist. Auch wachsen beide Kräuter hauptsächlich in Australien und im Südpazifik.

Der Cajeputbaum im Speziellen ist vor allem in der Volksmedizin Indonesiens schon seit Langem als „weißes Holz“ bekannt und dient hier wie der Eukalyptus seit jeher zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Dabei werden vor allem zwei Arten des Cajeput medizinisch genutzt:

  • Australischer Teebaum (Melaleuca alternifolia)
  • Silberbaum-Myrtenheide (Melaleuca leucandendron)

Wissenswertes: Eukalyptusbaum und Cajeputbaum sind sich auch in ihrem Erscheinungsbild sehr ähnlich. Ein markanter Unterschied ist jedoch, dass Cajeput mit einer durchschnittlichen Wuchshöhe von zehn bis 15 Meter deutlich niedriger wächst als sein bis zu 95 Meter hoher Artgenosse Eukalyptus.

Im 17. Jahrhundert brachten holländische Seefahrer Teile des weißen Holzes erstmals mit nach Europa. Den meisten ist Cajeputöl allerdings erst seit Aufkommen der modernen Aromatherapie ein Begriff. Hier wird das Öl der Myrtenheide für Duftölräucherungen genutzt.

Darüber hinaus ist Cajeputöl ein wichtiger Bestandteil des sogenannten Tiger Balms, einer äußerst scharfen Salbe, die neben Cajeputöl auch Inhaltsstoffe wie Eukalyptus- und Pfefferminzöl sowie Kampfer und Levomenthol enthält. Sie gilt als Wundermittel gegen:

  • Erkältungskrankheiten,
  • Verspannungen,
  • Verletzungen,
  • und Zerrungen.

Auch im berühmten Olbasöl, das als eines der zuverlässigsten Naturheilmittel gegen Erkältung gilt, bildet Cajeputöl einen der Hauptbestandteile.

All diese heilsamen Wirkungen kann man auch dem reinen Cajeputöl zuschreiben, das üblicherweise durch Destillation aus den Blättern und Knospen des Cajeputbaums gewonnen wird. Etwa 100 bis 125 Kilogramm der Pflanzenteile ergeben dabei ca. einen Liter des Öls.

Cajeput-Blätterzweig
Das Cajeputöl wird aus den Blättern und Knospen gewonnen. (Bild: Virtexie/stock.adobe.com)

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die wichtigsten Wirkstoffe von Cajeputöl besitzen jeder für sich eine besondere Wirkung, die bei verschiedenen Gesundheitsbeschwerden eine gute Hilfe leisten. Gemeinsam dämmen sie zudem Symptome ein, die bei bestimmten Erkrankungen gerne in Kombination auftreten. Nachstehend ein kleiner Überblick hierzu.

Cineol

Der organische Pflanzenstoff 1,8-Cineol ist der Hauptwirkstoff des Cajeput und wird je nach Vorkommen auch als Eucalyptol oder Cajeputol bezeichnet. Es wird ersichtlich, dass sich die Ähnlichkeiten zwischen Eukalyptus und Cajeput auch in deren Inhaltsstoffen fortsetzen. Ungeachtet seiner Synonymbezeichnungen gehört Cineol zu den Monoterpenen. Dabei handelt es sich um eine besondere Gruppe von Pflanzenstoffen, die für ihre

  • desinfizierende,
  • schleimlösende,
  • entzündungshemmende,
  • immunstärkende,
  • aber auch belebende
  • und vitalisierende Wirkung

bekannt sind. 1,8-Cineol ist diesbezüglich ein wertvoller Inhaltsstoff in diversen Arzneimitteln gegen

Zusätzlich riecht Cajeputöl sehr stark nach Eukalyptus, was bei den genannten Gesundheitsbeschwerden zusätzlich belebend und erfrischend wirkt.

Terpineol

Der zweite, wichtige Wirkstoff des Cajeputöls ist Terpineol. Dem ebenfalls zu den Monoterpenen gehörenden Pflanzenstoff wird eine

  • krampflösende,
  • schmerzstillende
  • und entspannende Wirkung

zugeschrieben. Aus diesem Grund findet Melaleuca leucadendra auch gerne bei Beschwerden Anwendung wie

Cajeput- Öl in Wasser
Das Cajeputöl hat eine schmerzstillende und desinfizierende Wirkung. (Bild: Chattranusorn09/stock.adobe.com)

Insbesondere im Bereich der Schmerzbehandlung soll das Öl des Cajeputbaums noch besser wirken als das des Teebaums. Gerade schmerzhafte Harnwegsinfekte reagieren hier besonders gut auf die schmerzlindernde sowie desinfizierende Wirkung des Cajeputöls.

Übrigens: Die heilsamen Inhaltsstoffe von Cajeputöl werden in der Kosmetik auch zur Behandlung von Hautunreinheiten und entzündlichen Hautirritationen genutzt.

Aldehyde

Aldehyde bilden die dritte Wirkstoffgruppe des Cajeputöls. Ihr scharfes Aroma wirkt vor allem belebend und befreiend auf die Atemwege, weshalb sie ideal sind bei

  • verstopfter Nase,
  • verschleimtem Hals,
  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • Müdigkeit und Lethargie.
Inhaltsstoffe Wirkung
Cineol wirkt desinfizierend, schleimlösend, entzündungshemmend, immunstärkend, belebend und vitalisierend
Terpineol hat krampflösende, schmerzstillende und entspannende Wirkung
Aldehyde besitzen belebende und sekretfördernde Eigenschaften

Anwendung und Dosierung

Cajeputöl lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Dabei ist die richtige Dosierung aber sehr wichtig, da die Inhaltsstoffe im Kräuteröl sehr hochkonzentriert sind. Wichtige Hinweise zur Anwendung finden Sie nachstehend.

Erkältungstherapie mit Cajeputöl

Besonders häufig wird Cajeputöl zur Linderung von Atemwegs- und Erkältungsbeschwerden eingesetzt. Das ätherische Öl entfaltet sich hierbei besonders gut, wenn es im Rahmen einer Aromatherapie inhaliert wird. Hierfür geben Sie einfach fünf bis zehn Tropfen Cajeputöl in eine Schale mit heißem Wasser. Der ätherische Wasserdampf sollte bis zur vollständigen Genesung etwa drei Mal täglich inhaliert werden. Alternativ kann das Öl bei Erkältungsbeschwerden auch als aromatischer Wickel im Hals- oder Brustbereich zum Einsatz kommen.

Cajeput-Cajeputoel und Zweig
Cajeputöl wird verwendet zur Therapie von Atemwegs-und Erkältungsbeschwerden. (Bild: Virtexie/stock.adobe.com)

Cajeputöl als Umschlag bei Erkältung

Mischen Sie zehn bis 15 Tropfen Cajeputöl mit einer handflächengroßen Menge Trägeröl (z.B. Oliven-, Sesam- oder Jojobaöl) und reiben Sie Ihren Brust- und Halsbereich sorgfältig mit der Mischung ein.

Zur Unterstützung der Therapie können Sie noch ein erwärmtes Tuch oder eine Decke auf den Bereich legen. Die gleiche Ölmischung können Sie auch bei Ohrenschmerzen anwenden, indem Sie diese auf einen Wattebausch tröpfeln und diesen dann vorsichtig in den Gehörgang drücken und das Öl dort über Nacht einwirken lassen.

Tipp: Auch als Duftlampenzusatz wirkt Cajeput wahre Wunder. Zum Beispiel gegen vorübergehende Lernblockaden oder Konzentrationsschwächen. Träufeln Sie hierzu am besten fünf Tropfen Cajeputöl in Kombination mit fünf Tropfen Zitronenöl in den mit Wasser gefüllten Duftölständer.

Cajeput als Zusatz für Heilbäder

Ebenfalls gut für Atemwegserkrankungen und Erkältungsbeschwerden geeignet ist Cajeputöl als Zusatz für ein Aromabad. Selbst Harnwegsinfekte und rheumatische Beschwerden sollen gut auf die wärmende Aromapflege ansprechen, was die Anwendungsmöglichkeiten von Cajeputöl als Badezusatz weiter vergrößert. Fünf bis zehn Tropfen des Cajeputöls genügen auch hier für eine einmalige Anwendung. Das Öl kann vorab mit drei Esslöffel Trägeröl gestreckt werden, ehe man für ca. 20 Minuten in die wohltuende Aromapflege eintaucht.

Massageöl aus Cajeput

Im sportmedizinischen Bereich wird Cajeputöl zur Massage bei Muskelbeschwerden und Prellungen eingesetzt. Bei bestehendem Rheuma und auch bei Hautproblemen kann das Massageöl ebenfalls Linderung verschaffen.

Cajeput-Beinmassage
Cajeputöl wird unter anderem zur therapeutischen Massage bei Muskelbeschwerden und Prellungen verwendet (Bild: Robert Przybysz/stock.adobe.com)

Zubereitung des Massageöls
Für die Zubereitung nehmen Sie

  • eine Handvoll herkömmliches Massageöl,
  • drei bis acht Tropfen Cajeputöl,

vermengen beides miteinander und massieren es langsam in die betroffene Hautstelle.

Tipp: Das Cajeputöl wirkt während der Massage zusätzlich durchblutungsfördernd und krampflösend, wofür verspannte und stark beanspruchte Muskeln sehr dankbar sind.

Nebenwirkungen

  • In seltenen Fällen kann Cajeputöl zu allergischen Reaktionen führen, weshalb Sie bei auftretenden Beschwerden wie starkem Unwohlsein, Verschlimmerung der Atembeschwerden und Hautausschlag einen Arzt aufsuchen sollten.
  • Gerade die Verschlimmerung von Atembeschwerden kann im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Atemkrise führen.
  • Während sanfte Zusätze aus Cajeputöl durchaus auch in Pflegeprodukten für Babys zu finden sind, ist das reine ätherische Öl des Cajeputbaums für Säuglinge ungeeignet. Es ist zu scharf und könnte rasch zu den oben genannten allergischen Reaktionen führen.
  • Schwangere in der ersten Schwangerschaftshälfte sollten ebenfalls auf die Nutzung von Cajeput verzichten, da die erwähnten Nebenwirkungen eventuell vorzeitige Wehen auslösen könnten.

Studienergebnisse zum Cajeput

Dass Cajeput eine antibakterielle Wirkung hat, konnten Forscher bereits im Jahre 1992 in einer umfassenden Studie bestätigen. Dabei sprachen sich die Wissenschaftler sogar für eine Nutzung von Cajeputöl als Antibiotikum aus, was beweist, dass das Kräuteröl hervorragend zur Behandlung von bakteriell verursachten Atemwegserkrankungen geeignet ist. Auch ein hemmender Effekt auf die Ausbreitung von Grippeviren ist für Cajeput in einer weiteren Studie nachgewiesen.

Wie gut Cajeput bei Hautirritationen hilft, fand eine Studie aus Boston, Massachusetts heraus. Sie untersuchte das Heilpotential des Myrtenheidenöls bei Furunkulose und kam zu sehr positiven Ergebnissen.

Ähnlich sieht es beim entzündungshemmenden und schmerzstillenden Potential von Cajeput aus, das in einer koreanischen Forschungsreihe untersucht wurde. Alles in allem hält die Myrtenheide also, was sie verspricht.

Fazit

Cajeputöl ist ein bewährtes Heilmittel, das vor allem bei Atemwegserkrankungen und Schmerzsymptomen gute Dienste leistet. Doch auch Hautprobleme und Konzentrationsstörungen können mit dem Öl der Myrtenheide behandelt werden. Wichtig ist dabei aber eine vorsichtige Dosierung, denn die Inhaltsstoffe des ätherischen Öls sind äußerst scharf und ähneln in ihrer Zusammensetzung dem Eukalyptus. Beide Kräuter sind artverwandt und sollten aufgrund ihrer Inhaltsstoffintensität sehr maßvoll angewendet werden. Wer hierauf achtet, dem kann Cajeput aber zuverlässig helfen. (ma)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Miriam Adam
Quellen:
  • Jedlicková, Z.; Mottl, O.; Serý, V.: Antibacterial properties of the Vietnamese cajeput oil and ocimum oil in combination with antibacterial agents; in: Journal of hygiene, epidemiology, microbiology and Immunology, Volume 36, Issue 3, 1992, PubMed
  • Li, Xinghua & Duan, Songwei & Chu, Cordia et al.: Melaleuca Alternifolia Concentrate Inhibits in Vitro Entry of Influenza Virus into Host Cells; in: Molecules, 2013, MDPI
  • Feinblatt, H M.: Cajeput-type oil for the treatment of furunculosis; in: Journal of the National Medical Association, Volume 52, Issue 1, 1960, PubMed
  • Surh, Jeonghee; Yun, Jung-Mi: Antioxidant and Anti-inflammatory Activities of Butanol Extract of Melaleuca leucadendron L.; in: Preventive nutrition and food science, Volume 17, Issue 1, 2012, PubMed

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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