Warzen am Fuß – Arten, Ursachen und Behandlung

Warzen (Verrucae) kommen am ganzen Körper vor, allerdings treten sie sehr häufig an den Füßen auf. Sie können an der Ferse, Fußsohle und an den Zehen entstehen. Es gibt verschiedene Warzenarten, die sich gerne im Fußbereich bilden und Schmerzen verursachen: Gewöhnliche Warzen, Dornwarzen und Mosaikwarzen.

Warzen am Fuß – Kurzübersicht

  • Definition: Fußwarzen treten an der Ferse, Fußsohle und an den Zehen auf. Dabei wird zwischen Gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen und Mosaikwarzen unterschieden.
  • Ursachen: Alle drei Arten von Fußwarzen werden durch Humane Papillomaviren ausgelöst.
  • Symptome: Die meisten Fußwarzen verursachen keine Beschwerden. Eine Ausnahme bilden Dornwarzen. Werden diese durch die Druckbelastung immer weiter in die Haut gedrückt, kann es zu starken Einschränkungen kommen.
  • Risiken: Unbehandelte Warzen am Fuß bergen generell ein großes Ansteckungsrisiko. Vor allem Barfußlaufen sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit kann schnell dazu führen, dass andere Menschen sich anstecken. Dementsprechend ist eine Behandlung auf jeden Fall ratsam.
  • Behandlung: Um Fußwarzen zu beseitigen, kommen unter anderem die Keratolyse (Hornhautlösung), Kryotherapie (Vereisung) oder Kauterisation (Verätzung) zum Einsatz.
  • Vorbeugung: Um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, sollten Handtücher und Kleidung zu Hause nicht geteilt und in Schwimmbädern, Sammelumkleiden, Gemeinschaftsduschen sowie Hotelzimmern nicht barfuß gelaufen werden.

Gewöhnliche Warzen

Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) werden auch Stachelwarze, gemeine Warze und vulgäre Warze genannt. Diese Warzenart ist die häufigste Ausprägung und kommt vor allem an den Händen und Füßen vor. Wie bei den meisten Warzen handelt es sich bei den Stachelwarzen um gutartige Hautwucherungen, die sich durch eine zerklüftete, raue Oberfläche auszeichnen und optisch an einen Blumenkohl erinnern.

Typisch sind kleine schwarze Punkte mittig der Wucherung, die durch Einblutung der Blutgefäße entstehen. Die Größe dieser Warzen kann von einem Stecknadelkopf bis zu einer Erbse schwanken. Mit fortschreitendem Alter verändert die Warze ihre Farbe in einen gelblich bis bräunlichen Farbton.

Der Krankheitswert dieser Warzenart ist meist gering und zeigt sich eher durch eine kosmetische oder auch psychosoziale Einschränkung. In der Regel verursachen sie kaum Schmerzen, außer es handelt sich um sogenannte Dornwarzen.

Dornwarzen

Dornwarzen sind eine Unterart der gewöhnlichen Warze und treten an der Fußsohle an Druckstellen wie dem Fußballen, der Ferse oder der Unterseite von Zehen auf. Aus diesem Grund werden sie auch Plantarwarzen (Verrucae plantares) oder Fußsohlenwarzen genannt.

Diese Warzenart ragt nicht, wie die meisten anderen Arten, aus der Haut heraus, sondern ist von einer dicken Hornhautschicht umgeben. Nachdem sie an Hautstellen entstehen, auf die kontinuierlicher Druck durch das eigene Körpergewicht ausgeübt wird, wird die Warze immer stärker in tiefere Hautschichten gedrückt. Dies erinnert an einen Dorn, der immer tiefer in das Gewebe vordringt.

Stößt die Hautwucherung letztlich auf einen Nerv, kann es zu starken Schmerzen und Beeinträchtigungen beim Gehen kommen. Durch den Druckschmerz wird von vielen Betroffenen eine Schonhaltung eingenommen, wodurch weitere Probleme entstehen können.

Mosaikwarzen

Mosaikwarzen gehören ebenfalls zu den Plantarwarzen, da sie ausschließlich an der Fußsohle auftreten. Sie sind deutlich kleiner als Dornwarzen und wachsen nicht in tiefere Hautschichten hinein. Ihren Namen haben die Mosaikwarzen aufgrund ihres gruppenartigen Auftretens. Die stecknadelkopfgroßen Warzen liegen dicht beieinander und bilden somit ein Muster, das an ein Mosaik erinnert. In der Regel verspüren Betroffene keine Einschränkungen.

Übersicht wichtiger Punkte zum Thema Fußwarzen
Um Warzen am Fuß vorzubeugen, sollte vor allem in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen nicht barfuß gelaufen werden. (Bild: leszekglasner/stock.adobe.com/eigene Bearbeitung heilpraxis.de)

Warzen an den Füßen – Ursachen und Ansteckung

Alle drei Warzenarten, die am Fuß vorkommen können, werden durch Humane Papillomaviren ausgelöst. Deshalb spricht man sowohl bei der gewöhnlichen als auch bei der Dorn- und Mosaikwarze von Viruswarzen. Es gibt verschiedene Typen der HP-Viren. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind hochansteckend!

Die Ansteckung mit diesem Virus erfolgt meist durch eine Schmierinfektion. Das bedeutet, dass der Krankheitserreger an einer Oberfläche haftet und von dort auf die nächste Person übertragen wird. Häufig erfolgt die Ansteckung im Schwimmbad, in Gemeinschaftsduschen oder in Umkleiden. An diesen Orten gehen viele Leute barfuß und verteilen somit den Erreger der Warzen.

Durch Kontakt mit infizierten Hautschuppen bildet sich nicht in allen Fällen eine Infektion, da das Immunsystem das Virus oftmals abwehren kann. Ist die Haut an den Füßen allerdings verletzt, zum Beispiel durch kleine Blasen oder eine falsche Nagelpflege, kann das Virus deutlich leichter eintreten.

Kinder sind sehr viel anfälliger für Warzen an den Füßen, da das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Ebenso sind Personen mit einer geschwächten Immunabwehr häufiger vom HP-Virus betroffen. Weiterhin haben Menschen mit Diabetes sowie Raucherinnen und Raucher ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Eine Ansteckung kann auch durch Autoinokulation entstehen. Das bedeutet, dass man sich am eigenen Körper mit dem Virus ansteckt. Wird an Warzen gekratzt können die Hände und Finger das hochinfektiöse Virus auch an die Füße verteilen. Aus diesem Grund sollte niemals an den Hautwucherungen gekratzt werden.

Fußwarzen entfernen

In der Regel sind Warzen harmlos und verschwinden nach circa ein bis zwei Jahren von alleine wieder. Die meisten Warzenarten führen zu keinerlei Einschränkungen, anders ist es jedoch bei Dornwarzen. Wird die Hautwucherung durch den ständigen Druck immer weiter in die Hautgedrückt, können erhebliche Einschränkungen auftreten.

Dazu kommt auch noch, dass eine unbehandelte Warze ein großes Ansteckungsrisiko für andere Personen darstellt. Vor allem Warzen am Fuß können durch Barfußlaufen sowohl im eigenen Haushalt als auch in der Öffentlichkeit zu weiteren Infektionen führen. Aus diesen Gründen ist es ratsam, Warzen an den Füßen zu behandeln.

Es steht eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten gegen Warzen zur Verfügung:

  • Vereisung,
  • Keratolyse,
  • Kauterisation,
  • Laser
  • und die chirurgische Warzenentfernung.

Kryotherapie (Vereisung)

Die Behandlung von Fußwarzen mit der Kryotherapie ist sehr verbreitet und bietet viele Vorteile. Die Vereisung kann entweder zu Hause mit freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke erfolgen oder von einem Arzt beziehungsweise einer Ärztin durchgeführt werden. Dem Mediziner oder der Medizinerin steht dafür flüssiger Stickstoff zur Verfügung, der eine Temperatur von -196°C erreicht und sehr wirksam ist.

Die Warze wird für wenige Sekunden diesen eisigen Temperaturen ausgesetzt. Dadurch stirbt das Warzengewebe ab und fällt innerhalb der folgenden Tage ab. Bei den Produkten aus der Apotheke werden durch den Wirkstoff Dimethylether nicht so tiefe Temperaturen erreicht und somit ist der Behandlungserfolg, vor allem bei hartnäckigen Warzen, geringer.

Die Behandlung der Warzen am Fuß kann nach einer zweiwöchigen Pause erneut durchgeführt werden. Bei sachgemäßer Durchführung kommt es zu keinen Nebenwirkungen und nur geringen, kurz anhaltenden Schmerzen während der Vereisung.

Eine Warze am Fuß wird mit flüssigem Stickstoff vereist.
Bei einer Vereisung (Kryotherapie) wird die Warze für mehrere Sekunden mit flüssigem Stickstoff in Kontakt gebracht. (Bild: Gordon Lau/stock.adobe.com)

Keratolyse (Hornhautlösung)

Bei der Keratolyse wird die Hornschicht am Fuß mit einer Säure (meist Salicylsäure) aufgeweicht und anschließend kann die Warze nach einer bestimmten Zeit langsam mit einer Feile oder einem Bimsstein abgetragen werden. Die Nebenwirkungen dieser Behandlungsform sind sehr gering und bei kontinuierlicher Anwendung ist der Behandlungserfolg dieser Therapie sehr groß. Die Behandlung ist jedoch langwierig und mühselig, da sie mehrmals täglich für viele Wochen erfolgen sollte.

Kauterisation (Verätzung)

Die Kauterisation wird mit einem Ätzmittel durchgeführt und sorgt dafür, dass die Oberfläche der Haut am Fuß und das Warzengewebe abstirbt. Bei der Warzenbehandlung durch Kauterisation werden die folgenden Wirkstoffe eingesetzt: Salicylsäure, Milchsäure oder Trichloressigsäure. Vor allem bei Dornwarzen, die unter der Hornhaut sitzen ist diese Behandlungsmethode oftmals erfolgreich. Der Vorteil dieser Behandlung ist die deutlich kürzere Dauer von nur durchschnittlich zehn bis vierzehn Tagen.

Warzen am Fuß entfernen mit Lasertherapie

Wenn es sich um eine sehr hartnäckige oder tiefsitzende Hautwucherung handelt, kann sich der Arzt oder die Ärztin für die Laserbehandlung entscheiden, da der Laser die Fußwarzen sehr effektiv entfernt. Häufig ist sie aber die letzte Wahl, wenn die vorher durchgeführten Behandlungsmöglichkeiten die Warze nicht entfernen konnten. Dies ist die teuerste Form der Behandlung und in der Regel werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen. Da beim Lasern der Hautschichten starke Schmerzen entstehen, findet die Lasertherapie unter Betäubung statt.

Chirurgische Warzenentfernung

Das sogenannte Ausschaben wird von einem Hautarzt beziehungsweise einer Hautärztin mit einer Kürette durchgeführt, allerdings wird die chirurgische Entfernung von Fußwarzen sehr selten angewendet. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten, jedoch ist diese Therapie mit vielen Nachteilen behaftet. Es kommt meist zu einer Narbenbildung und zu Schmerzen im Nachgang der Behandlung. Die Kosten werden nur in seltenen Fällen übernommen.

Warzen am Fuß – Prävention

Durch die hohe Ansteckungsgefahr sollten ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren:

  • Handtücher und Kleidung sollten nicht geteilt werden, um eine Ansteckung und Verbreitung des Virus im eigenen Haushalt zu vermeiden.
  • Im Schwimmbad, der Sammelumkleide oder Gemeinschaftsdusche sollten stets Badeschlappen getragen werden.
  • In Hotelzimmern ist es ebenfalls ratsam, Socken oder Schlappen zu tragen.
  • Auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achten, um das Immunsystem zu stärken.

    Autoren- und Quelleninformationen

    Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

    Autoren:
    Apothekerin Melissa Sörgel, Barbara Schindewolf-Lensch
    Quellen:
    • Robert Koch Institut (RKI): Humane Papillomviren (Abruf: 10.12.2020), RKI
    • Hamm, Henning: Viruswarzen - Kein Hexenwerk, in: Pharmazeutische Zeitung, 15/2010, PZ
    • Abeck, Dietrich; Tetsch, Larissa; Lüftl, Matthias; Biedermann, Tilo: Extragenitale kutane Warzen - Klinik, Diagnose und Therapie, in: Journal of the German Society of Dermatology, 17(6): 613-636, Juni 2019, Wiley Online Library

    Wichtiger Hinweis:
    Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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