Bananen – Inhaltsstoffe und Verwendung

Dr. Utz Anhalt
Obstbananen sind für uns so alltäglich geworden, dass wir ihre tropische Herkunft fast vergessen haben. Jeder Deutsche verzehrt pro Jahr um die 12 Kilo – als Smoothie, Nektar, als Chips oder roh. Die Äquatorfrucht gehört zu unserer Grundnahrung. Das hat gute Gründe: Die gelben Kraftpakete, auch Paradiesfeigen genannt, enthalten jede Menge Nährstoffe.


Vorab die wichtigsten Fakten zu den exotischen Früchten kurz zusammengefasst:

  • Die Beerenfrüchte stammen ursrprünglich aus Südostasien, gedeihen aber überall in Äquatornähe.
  • Koch- wie Süßbananen sind das drittwichtigste Nahrungsmittel der Welt.
  • Die Früchte bieten Energie, Mineralien und Vitamine.
  • Auch die Schalen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe.
  • Die Früchte sind zwar vor allem eine Nahrungsquelle, lassen sich aber auch gegen Durchfall und Verstopfung einsetzen.
Bananen sind gesunde Powerfrüchte. (Bild: nata_vkusidey/fotolia.com)

Inhaltsstoffe

100 Gramm des Obstes bieten 22,8 Gramm Kohlenhydrate, 2,6 Gramm Ballaststoffe, 1,1 Gramm Eiweiß und 0,3 Gramm Fett. Im Vergleich zu anderen Früchten haben sie viele Kalorien, pro 100 Gramm circa 90. Das entspricht einer kleinen Banane. Kalorienbomben sind Chpis. Denen fehlt das Wasser, und die Kalorien erhöhen sich auf 290 pro 100 Gramm.

Ebenso reich wie an Kalorien sind die Energiebolzen an Mineralstoffen und Vitamin. In größeren Mengen bieten sie Kalium und Magnesium, dazu Phosphor, Eisen und Zink. Mit dieser Masse an Mineralstoffen und Kalorien eignen sie sich ausgezeichent für Sportler und Menschen, die körperlich arbeiten: Wer durch den Wald joggt oder Steine schleppt, verbrennt erstens Kalorien, zwetens verbraucht er beim Schwitzen verstärkt Magnesium und Kalium. Fehlt es an beidem, erhöht sich das Risiko für Herzrhythmusprobleme.

Die süßen Gelben versorgen uns zwar mit weniger Vitaminen als zum Beispiel Heidelbeeren, erreichen aber respektable Level an Vitamin A, B6, C und K.

Gegen Verstopfung

Die „Feigen des Paradieses“ sind erst einmal eine gesunde Speise, keine Heilpflanze. Doch sie helfen gegen Probleme bei der Verdauung, und zwar sowohl gegen Verstopfung als auch gegen Durchfall. Bei Durchfall wirken sie, weil sie Pektin enthalten, einen Pflanzenstoff, der Wasser im Darm bindet. Die Früchte versorgen den Körper außerdem mit Magnesium, das ebenfalls hilft, die Verdauung auszugleichen. Zugleich regt Pektin die Verdauung auch an, hilft also gegen Verstopfung. Dafür eignen sich besonders stärkearme Früchte. Dabei gilt: Je reifer, umso besser.

Bananenbrei für die Verdauung

Reift die Banane, dann verwandelt sich die Stärke in Zucker. Dieser stellt dem Körper Energie schneller zur Verfügung, während die langkettigen Kohlenhydrate erst gespalten werden müssen. Die besten Zuckerspender sind dabei nicht die glatt gelben, sondern die mit (wenigen) braunen Flecken. Färbt sich bereits die ganze Schale bräunlich, verliert die Frucht indessen die Vitamine. Unreife Bananen sollten Sie nicht essen: Der Körper verwertet die Zellulose nur mit Mühe, das kann sogar Bauchschmerzen auslösen.

Grün oder gelb, reif oder unreif?

Unreife Bananen sollten Sie zwar nicht essen, die Früchte zum Nachreifen aber noch leicht grün kaufen. Abschließend lassen Sie das Obst einfach im Zimmer liegen. Kühlschränke sind nichts für Bananen: Unter 12 Grad Celsius verlieren diese Wärmeliebhaber an Aroma. Falls Sie ein Nachreifen verhinden möchten, belassen Sie die Temperatur zwischen 12 und 14 Grad Celsius.

Bei circa 13 Grad Celsius werden die Früchte übrigens auch aus Asien, Afrika und Amerika nach Europa gebracht. Vor Ort reifen sie dann in speziellen Kammern nach. Der Transport in unreifem Zustand und das Nachreifen ex-situ ist nicht nur praktisch, damit keine überreifen Früchte hierzulande ankommen. Es dient auch der Qualität: Bleiben die Früchte an der Staude, platzen sie und haften beim Essen wie Mehl im Mund.

Bananenbotanik

Die Bananenfrucht ist (so komisch sich das auch liest) eine Beere, die an Stauden wächst. Bisweilen sprechen wir von „Bananenbäumen“. Das ist biologisch falsch, denn die Pflanze entwickelt ihren Scheinstamm aus Blättern, die versteifen. Die Staude produziert einmalig Früchte, dann stirbt sie.  Aber nicht, ohne am Boden Schößlinge gebildet zu haben, die sich zu neuen Stauden auswachsen.

Der Scheinstamm ragt bis zu neun Meter in die Höhe. Die Blüten reifen drei Monate bis zur vollen Frucht (sogenannte „Finger“) heran und wachsen in den Büscheln der Pflanze in der Mitte der Staude. Die Früchte in ihren Schalen sind circa sechs bis 30 Zentimeter lang und bis zu fünf Zentimeter dick.

Bananen wachsen in Stauden zu je etwa 20 Früchten (Dieter Meyer/fotolia.com)

Warum ist die Banane krumm?

Die Antwort ergibt sich aus dem Wachstum der einzelnen „Finger“. Diese bilden sich aus den Blüten in der Mitte der Staude und strecken sich in Richtung der Sonne. Deswegen formen sie sich oft krumm – es gibt aber auch gerade Sorten.

Was bedeutet Banane?

Das Wort leitet sich ab vom arabischen Namen für Finger. Die circa 20 Früchte in einem Blütenstand wurden als „Hand“ bezeichnet, wobei die einzelnen Früchte die „Finger“ bilden.

Wissenswertes

  • Wir essen in Deutschland fast nur die Obstbanane (Süßbanane, Dessertbanane). In Afrika steht hingegen die Koch- oder Gemüsebanane im Zentrum. Diese lässt sich erst bei voller Reife roh essen. Ihr Geschmack erinnert an Kartoffeln, und sie dient als Beilage zu Fleischgerichten, in Eintöpfen und Suppen, wird gegrillt, gebraten, gebacken, gedämpft oder gekocht.
  • Indien produziert die meisten Bananen in der Welt. Wichtige Anbauländer sind auch die „Bananenrepublik“ Honduras, Costa Rica, Kolumbien und Ecuador.
  • Die Tropenfrüchte wachsen in einem Gürtel weltweit in der Nähe des Äquators.
  • Bananen gibt es in über 1000 Sorten, von diesen sind nur wenige in der EU zugelassen.
  • Unreife Früchte sind grün und ändern ihre Farbe bei der Reife. Die meisten werden gelb, es gibt aber auch blaue, violette und rote.

„Die Vögel haben sie gebracht“

Die Wildbanane stammt aus den Tropen Malaysias, Myammars und Thailands. Die Menschen in Myammar glauben, dass ihre Vorfahren von den Vögeln lernten, die (viel kleineren wilden) Bananenfrüchte zu essen. Jedenfalls verspeisten Südostasiaten die Leckerbissen bereits im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.). Kurz darauf verbreiteten sich die Pflanzen in Indien.

Die ersten Europäer, die in den Genuss der Südfrucht kamen, waren vermutlich Anhänger von Alexander, dem Großen, die 327 v.u.Z nach Indien vorrückten. Die späteren antiken Römer kannten sie ebenfalls.

Der Islam bringt die Banane

In größerem Ausmaß kam die Frucht erst im frühen Mittelalter mit der Ausbreitung des Islam ans Mittelmeer. Muslimische Händler verkauften die indischen Früchte auf den Märkten im heutigen Syrien, Libanon und Ägypten, arabische Bauern pflanzten sie in Mesopotamien an. Araber siedelten die Pflanzen auch in Ostafrika und auf Madagaskar an. Hier gediehen die Tropenfrüchte hervorragend, denn sie fanden Bedingungen wie in der alten Heimat vor.

In Afrika wuchs die Superfrucht im Tropengürtel von Kenia bis zur Elfenbeinküste, in Zentralafrika ebenso wie in den Feuchtwäldern des Kongobeckens. Die Früchte mutierten, und manche Sorten verloren ihre ursprünglichen schwarzen Kerne im hellen Fruchtfleisch.

Die europäische Expansion

Im 15. Jahrhundert brachen Spanier und Portugiesen auf, um sich die Welt zu unterwerfen, kurz darauf folgten ihnen Niederländer, Franzosen und Briten. Die Portugiesen siedelten die Paradiesfeigen auf den Kanarischen Inseln an, die spanischen und portugiesischen Eroberer in großem Ausmaß in Amerika. Die Bedingungen in Brasilien, Costa Rica, Kuba oder Venezuela entsprachen denen in Malaysia und Thailand.

Die Bananenrepublik

1873 veröffentlichte Jules Verne den Roman „In 80 Tagen um die Welt“ und begeisterte damit die US-Amerikaner für die Fruchtbananen. Im Buch pries er die Früchte als „gesund wie Brot und lecker wie Sahne“. Die Früchte waren zwar seit langem in Nordamerika bekannt, gelangten jedoch nur als rare exotische Delikatesse in den Handel, weil sie auf den langen Transporten verdarben.

1885 gründete Andrew Preston mit einem Partner die Boston Fruit Company. Seine Idee war, schnelle Dampfschiffe zum Transport zu nutzen, um so die Früchte auf die Märkte Neuenglands zu bringen, bevor sie faulten. Die Fruit Company war mehr als erfolgreich und überschwemmte die USA mit Unmengen an günstigen Bananen, ohne dass die Nachfrage nachließ. Im Gegenteil: Die Amerikaner verzehrten immer mehr davon.

Bananenhandel prägt Honduras bis heute. (Bild: weekender120/ fotolia.com)

Gegen 1900 gehörten der Boston Fruit Company riesige Bananenplantagen an der Küste von Honduras, und die Firma wurde der größe Arbeitgeber des Landes. Damit begann eine lange zerstörerische Geschichte zwischen amerikanischen Fruit Companies und dem Staat Honduras, die dem Land den Spitznamen „Bananenrepublik“ gaben.

Boston Fruit wurde zur United Fruit Company und berüchtigt für die Ausbeutung der Arbeiter, inszenierte Staatstreiche, um in Mittelamerika gefällige Politiker an die Macht zu bringen, und beging Steuerbetrug. Der Konzern bremste die Entwicklung von Honduras und etablierte eine Form von korruptem Beutekapitalismus. Während die Fruit Companies florierten, stürzte das Land in eine kontinuierliche Krise. United Fruit wurde der größte Frucht- und Zuckerkonzern der Welt.

Bis heute trägt Honduras die Folgen dieser kolonialistischen Ausbeutung: Schwache nationale Institutionen, politische Dysfunktion und Vetternwirtschaft, verbunden mit einer der höchsten Mordraten überhaupt. Die ungehemmte Gewalt von Gangs, die die Städte kontrollieren, zwingt tausende von Familien nach Norden zu fliehen, in die USA, wo die Border Control sie als „illegale Flüchtlinge“ verfolgt.

Bananenhände und Bananenfinger

Die Südfrucht gedeiht in Deutschland im Freiland nicht, denn sie benötigt viel Sonne, dauerhafte Temperaturen von über 27 Grad und reichlich Niederschläge. In Mitteleuropa ist es zu kalt dafür. Dazu brauchen die Stauden Schatten, sonst gehen die Früchte ein.

Eine Staude wächst zwei Jahre, bis sie Früchte trägt, dann stirbt sie. Die Mutterpflanze bildet Schösslinge, die Wurzeln schlagen und zu neuen Pflanzen werden. Aus diesen sprießen nach acht Monaten rote weibliche Blüten. Dazwischen wachsen die Früchte sowie eine einzige braune männliche Blüte. Circa 20 Bananen wachsen nebeneinander in einer „Hand“, eine Staude trägt bis zu 20 davon, also um die 300 Früchte.

Bananenhandel

Südostasien ist zwar die alte Heimat der Stauden, doch der größte Teil der Früchte stammt heute aus Afrika, Zentralamerika und den karibischen Inseln. Dort essen die Menschen auch am meisten davon. Nahezu vier Fünftel aller verzehrten Früchte sind Kochbananen, nicht die hierzulande fast ausschließlich gegessenen Süßbananen.

Kolumbien, Costa Rica, Honduras, Jamaika und Panama exportieren Süßbananen in die USA und nach Europa, Taiwan und die Philppinnen, während Brasilien, Thailand und afrikanische Ländern mit den Früchten den eigenen Bedarf decken. Am meisten Bananen führt Ecuador aus. Der Landesname bedeutet „Äquator“, und bessere Bedingungen, um die Früchte anzubauen, finden sich nirgendwo. Jeder vierte Werktätige ist in das Bananengeschäft involviert.

Das Brot der Welt

Koch- wie Süßbananen rangieren direkt hinter Reis und Getreide als wichtigstes Nahrungsmittel weltweit. In Afrika, Lateinamerika und Südostasien sind die Früchte die wichtigste Quelle für Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe, Stärke und Zucker.

Die Menschen in den Anbauländern nutzen nicht nur die Früchte: Die Blätter dienen als „Teller“, Fisch, Fleisch oder Reis lässt sich in sie einwickeln und dämpfen. Ein Tee daraus soll zudem gegen Entzündungen der Blase helfen. Sie halten die Sonnenhitze ab, im Regenwald ersetzen sie die Dachziegel, und sie dienen als Rohmaterial für Taue. Überreife Früchte verwenden die Menschen in den Anbauländern als Viehfutter, ebenso die Schalen.

Die Tansanianer stellen aus den Früchten ein alkoholisches Getränk her, in Asien, Afrika und Lateinamerika ist der Fruchtbrei ein Bindemittel für Kuchen, Brot oder Pasteten. In Südamerika sind gebratene Kochbananen zusammen mit Bohnen und Reis eine Grundnahrung. Die Kochbananen lassen sich auch zu Salat verarbeiten. Dazu werden sie erst gekocht, und dann mit Gewürzen, Zwiebeln und Dressing aufbereitet. Sie lassen sich aber ebenso backen und sind eine Basis für Aufläufe.

Durch den hohen Stärkegehalt lassen sich getrocknete Früchte zu Mehl verarbeiten, das ähnlich eingesetzt wird wie Getreidemehl.

Bananenschalen lassen sich vielseitig einsetzen. (Bild:Klaus Eppele/fotolia.com)

Zu kostbar für den Abfall

Wir schmeißen die Schalen meist weg, wenn wir die Früchte essen. Das ist eine Verschwendung, zumindest, wenn es sich um Bio-Bananen handelt. Die Schalen stecken voll mit Mineralien, sie enthalten Stickstoff, Schwefel, Kalium und Magnesium. Es handelt sich um Pflanzendünger ersten Ranges. Sie müssen nur die Schalen in kleine Stücke schneiden und diese Stücke neben den Wurzeln in die Erde ihrer Zimmerpflanzen stecken. Alternativ können Sie die Schalen auch in eine Gießkanne legen, mit Wasser auffüllen und das Gemisch ein paar Tage stehen lassen. Das ergibt einen guten Flüssigdünger.

Für einen Tee kochen Sie die Schalen drei Minuten lang auf, lassen die Flüssigkeit dann zehn Minuten ziehen und gießen dann ab. Dieser Tee enthält viel Magnesium und Tryptophan, dazu Kalium. Er reguliert den Blutdruck, entspannt und hilft beim Einschlafen.

Schalen gegen Stiche

Enzyme in den Schalen weichen die Haut auf. So lassen sich beispielsweise Splitter leichter herausziehen. Dafür legen Sie eine frische Bananenschale für einige Zeit mit der Innenseite auf die betroffene Stelle. Besagte Enzyme lindern auch Insektenstiche.

Schalen gegen Falten

Die Schalen sind auch eine kostenfreie Maske für die Augen. Sie enthalten Antioxidantien, die Falten entgegen wirken. Dafür legen Sie eine Stück Schale auf die Augenhaut und lassen sie dort zehn Minuten liegen. (Dr. Utz Anhalt)