Cannabis verbesserte die Motivation für Sport und die anschließende Regeneration

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Passen Cannabis und Sport zusammen?

Der Konsum von Marihuana macht schlapp und antriebslos, zumindest besagen das weit verbreitete Vorurteile. Forschende fanden jetzt allerdings heraus, dass acht von zehn Nutzern von Marihuana aus Staaten in den USA, in denen der Gebrauch von Cannabis legal ist, kurz vor oder nach dem sportlichen Training Cannabis konsumieren. Die meisten dieser Nutzer berichten davon, dass sich durch den Konsum ihre Motivation für das Training erhöht, die Bewegungsfreude verstärkt und die Regeneration verbessert wird.


Bei einer aktuellen Untersuchung der University of Colorado Boulder wurde festgestellt, dass die Mehrheit der Konsumenten von Marihuana durch den Gebrauch motivierter ist, Sport zu treiben und sich zusätzlich die Regeneration verbessert. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Frontiers in Public Health“ publiziert.

Wie wirkt sich der Konsum von Marihuana auf unsere Motivation für Sport und Bewegung aus? (Bild: rgbspace/fotolia.com)

Behindert Cannabiskonsum körperliche Aktivität?

Dies war eine der ersten Studien, welche die Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und körperlicher Aktivität untersuchte. Während viele Menschen davon ausgegangen sind, dass der Konsum die körperliche Aktivität behindert, zeigen die Daten ein anderes Ergebnis. „Es gibt ein Klischee, dass Cannabiskonsum dazu führt, dass Menschen faul im Bett liegen und nicht körperlich aktiv sind, aber die Daten deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist“, erklärt die Studienautorin Professorin Angela Bryan in einer Pressemitteilung der University of Colorado Boulder. Sie betont jedoch auch, dass sie auf keinen Fall den Gebrauch von Cannabis als Hilfsmittel für das Training empfiehlt.

Mehr Menschen mit Fettleibigkeit durch Marihuana?

Marihuana ist jetzt in zehn Bundesstaaten für die Verwendung in der Freizeit und in Dutzenden von Arzneimitteln zugelassen. Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie sich die zunehmende Akzeptanz im Bereich der öffentlichen Gesundheit beispielsweise auf die körperliche Aktivität und Fettleibigkeit auswirken kann. Einige Menschen haben bereits spekuliert, dass eine verstärkte Nutzung von Marihuana die Epidemie von Fettleibigkeit verschärfen könnte, indem der Konsum Bewegungsmangel fördert.

Marihuana beim Sport?

Der Konsum von Cannabis ist bei Sportwettkämpfen verboten, weil der Gebrauch eventuell die Leistungsfähigkeit verbessern kann. Angeblich verwenden sogenannte Ultrarunner manchmal Marihuana, um Übelkeit und Langeweile auf den langen Strecken zu bekämpfen. Epidemiologische Studien ergaben, dass Konsumenten von Cannabis tendenziell schlanker und weniger anfällig für Diabetes sind. Zusätzlich haben sie auch gesündere Blutzuckerwerte.

An der Studie nahmen 600 Konsumenten teil

In einem ersten Schritt befragten die Forschenden 600 erwachsene Cannabis-Konsumenten in Kalifornien, Colorado, Nevada, Oregon und Washington. Eine der gestellten Fragen war, ob sie Cannabis innerhalb einer Stunde vor oder vier Stunden nach dem Training verwendeten. Zweiundachtzig Prozent der Teilnehmenden beantworteten diese Frage mit einem Ja. Eine Folgefrage stellte fest, dass die meisten Menschen Marihuana häufiger nach dem Training verwendeten. 67 Prozent der Konsumenten gaben an, dass sie Marihuana vor und nach dem Training nutzten und 70 Prozent der Befragten erklärten, dass der Gebrauch ihre Freude an der Bewegung steigere. 78 Prozent sagten, dass der Konsum die Regeneration ankurbelt und 52 Prozent behaupteten, dass Marihuana ihre Motivation verstärkt.

Konsumenten bewegten sich mehr

Nur 38 Prozent der Teilnehmenden gab an, dass der Konsum ihre Leistung steigerte. In der Tat haben in der Vergangenheit einige kleine Studien gezeigt, dass die Leistung durch den Konsum möglicherweise eher absinkt. Konsumenten von Marihuana bewegten sich pro Woche etwa 43 Minuten mehr, verglichen mit nicht konsumierenden Menschen.

Wie beeinflusst Cannabis die körperliche Aktivität physiologisch?

„Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Cannabinoide die Schmerzwahrnehmung dämpfen, und wir wissen auch, dass die Rezeptoren, an die sich Cannabis im Gehirn bindet, den Rezeptoren sehr ähnlich sind, die auf natürliche Weise während des Hochs der Läufer aktiviert werden“, sagt Studienautorin Arielle Gillman. Theoretisch könne man sich vorstellen, dass die Menschen motivierter bleiben, wenn Schmerzen gelindert und ein künstliches sogenanntes Runner’s High ausgelöst wird, fügt die Expertin hinzu. Zusätzlich wirkt Cannabis wirkt entzündungshemmend, was die Genesung nach dem Sport unterstützen kann. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Umfrage Einschränkungen unterliegt, weil nur Personen untersucht wurden, die regelmäßig Cannabis konsumieren und sich auf Staaten konzentrierte, die Cannabis bereits legalisiert haben. Weitere Forschung zu diesem Thema wird an der University of Colorado Boulder bereits durchgeführt. (as)