Diäten: Hartnäckige Ernährungsmythen verhindern erfolgreiches Abnehmen

Essen und Abnehmen: Populäre Ernährungsmythen

Manchmal ist es wie verhext: Trotz regelmäßiger Bewegung und einem streng eingehaltenen Ernährungsplan will es mit dem Abnehmen einfach nicht klappen. Dies kann auch damit zu tun haben, dass man auf die falschen Tipps setzt, schließlich sind zahlreiche Irrtümer über die Ernährung weit verbreitet.


Sei es, weil man etwas zu viel überflüssige Pfunde auf den Rippen hat, sich fitter fühlen möchte oder etwas Gutes für die Gesundheit unternehmen will: Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihr Gewicht reduzieren wollen. Regelmäßige Bewegung kann hier helfen, denn Sport vertreibt nicht nur den ständigen Hunger, sondern dabei werden auch zahlreiche Kalorien verbrannt. Allerdings hilft Sport allein nicht gegen Übergewicht. Ganz wesentlich ist die richtige Ernährung. Hier sind bedauerlicherweise verschiedene Ernährungsmythen im Umlauf, die dazu beitragen, dass es mit der Gewichtsreduktion oftmals nicht so richtig klappt. Wir klären über einige populäre Irrtümer auf.

Wenn es mit dem Abnehmen nicht so richtig klappt, kann dies auch damit zu tun haben, dass Sie weit verbreiteten Irrtümern über die Ernährung aufgesessen sind. (Bild: adrian_ilie825/fotolia.com)

Idee der Trennkost

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Eiweiß und Kohlenhydrate nicht zusammen verzehrt werden dürfen, wenn man sein Gewicht reduzieren will.

Diese Theorie geht auf den New Yorker Arzt William Howard Hay zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Diät entwickelte, bei der vor allem eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig bei einer Mahlzeit gegessen werden dürfen.

Der Mediziner aus den USA bekämpfte mit der „Trennkost“ seine eigene Nierenkrankheit. Er war auch davon überzeugt, dass diese Ernährung dazu beiträgt, Übergewicht zu bekämpfen, da der menschliche Körper seiner Meinung nach die beiden Nährstoffe nicht gleichzeitig verdauen könne und zu einer Übersäuerung des Körpers führe.

Experten wie etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) meinen jedoch, die Trennkost-Theorie sei wissenschaftlich nicht haltbar. Der menschliche Körper könne Kohlenhydrate und Proteine problemlos zusammen verdauen.

Warum sich solche Diäten dennoch oft zum Abnehmen eignen, hängt laut anderen Fachleuten damit zusammen, dass ihr Speiseplan eine insgesamt ausgewogene und kalorienreduzierte Ernährung vorsieht.

Kohlenhydrate als Dickmacher?

Zwar hat sich in wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt, dass Low-Carb besser abschneidet als Low-Fat, wenn es darum geht, sein Gewicht zu reduzieren.

Wichtig ist hier jedoch, die „guten“ von den „schlechten“ Kohlenhydraten zu unterscheiden.

Problematisch sind insbesondere jene chemisch einfach aufgebauten Kohlenhydrate, die in Weißbrot oder Softdrinks vorkommen sowie in allen Produkten mit Industriezucker, etwa Fruchtjoghurts oder vielen Cerealien.

Diese führen zu stark schwankenden Blutzuckerwerten, die häufig Heißhungerattacken auslösen. Zudem baut der Organismus dadurch schnell Körperfett auf.

Komplexe Kohlenhydrate, wie beispielsweise in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, muss der Körper bei der Verdauung erst aufspalten, sodass sie langsamer und gleichmäßiger ins Blut übergehen.

Das hat zur Folge, dass der Blutzuckerspiegel nicht so stark schwankt und das Sättigungsgefühl deutlich länger anhält.

Außerdem enthalten solche Nahrungsmittel Ballaststoffe, die die Verdauung anregen.

Hilft Fasten beim Entschlacken?

Eine Möglichkeit, die zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung beitragen kann, ist das sogenannte Intervallfasten. Dabei verzichtet man an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Stunden auf Essen.

Zudem zeigte sich in wissenschaftlichen Untersuchungen, dass Fasten auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat und etwa bei Bluthochdruck, bei Diabetes Typ 2 und bei Magen-Darm-Erkrankungen helfen kann.

Als Entschlackungskur diene Fasten laut manchen Fachleuten jedoch nicht.

So hält zum Beispiel der Ernährungsmediziner und Diabetologe Prof. Andreas Pfeiffer nicht viel von dem Entschlackungseffekt beim Fasten. Und nach Auffassung der DGE gibt es Schlacken gar nicht.

Der menschliche Körper leiste die Entgiftungsarbeit ohnehin von allein. So verweisen Experten auf den Prozess der Autophagie, mit dem Zellen eigene Bestandteile abbauen und verwerten.

Das reicht von fehlgefalteten Proteinen bis zu ganzen Zellorganellen. Die Zelle entledige sich schädlicher Stoffe und schleuse sie aus und erzeuge somit eine Art Selbstentgiftungsmechanismus.

Vollkornbrot statt Cola

Weit verbreitet ist auch die Annahme, dass es egal sei, in welcher Form man Kalorien zu sich nimmt – es müssten nur einfach weniger sein, wenn man abnehmen will.

Dass man weniger Kalorien zuführen muss, als man verbraucht, ist im Grunde genommen das Prinzip jeder Diät. Doch obwohl eine Kalorie immer die gleiche Energiemenge hat, macht es sehr wohl einen Unterschied, ob sie aus einer süßen Limonade oder einem Vollkornbrot stammt.

Denn wenn die Kilokalorien beispielsweise aus einer Cola aufgenommen werden, sättigen sie deutlich schlechter. Zudem bleiben Flüssigkeiten kürzer im Magen und werden schneller verdaut. Des Weiteren lassen süße Getränke den Blutzuckerspiegel stark schwanken.

Dies sind die Gründe, warum ein Cola-Konsument bald wieder Hunger bekommt und es im Vergleich zu einem Vollkornbrot-Esser – trotz der gleichen aufgenommenen Energiemenge – viel schwerer hat, sein tägliches Kalorienlimit einzuhalten.

Hüftspeck kann nicht gezielt abtrainiert werden

Dass neben der richtigen Ernährung auch regelmäßige Bewegung wichtig ist, um sein Gewicht zu reduzieren, dürfte den meisten klar sein.

Doch Sport allein wird nicht ausreichen, um Problemzonen wegzutrainieren. Daran sind unter anderem unsere Gene Schuld, denn diese bestimmen, wo der Körper bevorzugt Fett speichert und welche Speicher er als letzte angreift.

Daher kann beispielsweise Hüftspeck nicht gezielt abtrainiert werden.

Auch Polster an Bauch, Oberschenkeln und Gesäß halten sich deswegen auch noch nach noch so speziellen Übungen hartnäckig.

Allerdings kann Sport dabei helfen, problematische Partien durch den Aufbau von Muskeln optisch etwas zu straffen. (ad)