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Neue deutsche Rekordmarke: Über eine Milliarde Euro Gesundheitsausgaben täglich

Alfred Domke
Verfasst von Alfred Domke, Redakteur für Gesundheits-News
19. Februar 2018
in News
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Gesundheitsausgaben in Deutschland bei über einer Milliarde Euro pro Tag

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben eine neue Rekordmarke erreicht: Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wurde im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag überschritten. Experten zufolge könnten die Kosten für das Gesundheitswesen durch einfache Maßnahmen massiv reduziert werden.

Gesundheitsausgaben je Einwohner bei über 4.300 Euro im Jahr

Laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) haben die Gesundheitsausgaben in Deutschland im Jahr 2017 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag überschritten. Für 2017 prognostizierten die Statistiker einen Anstieg der Gesundheitsausgaben gegenüber 2016 um 4,9 Prozent auf 374,2 Milliarden Euro. Von 2015 zu 2016 hatten sie sich demnach um 3,8 Prozent auf 356,5 Milliarden Euro oder 4.330 Euro je Einwohner erhöht. Dies entsprach einem Anteil von 11,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Wie es in der Mitteilung heißt, ist die höhere Wachstumsrate für 2017 auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat.

Behandlung von Zivilisationskrankheiten verschlingt viel Geld

Fachleuten zufolge fällt ein Großteil der Gesundheitsausgaben hierzulande auf die Behandlung sogenannter Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Rückenbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Auch die Folgeerkrankungen von Diabetes verursachen erhebliche Kosten.

Viele Zivilisationskrankheiten seien „oft lebensstilbedingt und damit eigentlich vermeidbar – hervorgerufen durch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Stress“, berichtete die Techniker Krankenkasse (TK) in einer älteren Mitteilung.

Ausgaben könnten durch einfache Maßnahmen gesenkt werden

Auch in wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass viele Zivilisationskrankheiten durch einen gesünderen Lebensstil zurückgedrängt werden könnten – und dies für geringere Ausgaben sorgen würde.

So berichteten Forscher aus den USA über eine Studie die zeigte, dass regelmäßige Bewegung die Kosten des Gesundheitswesens stark senken kann, da diese zur Erhaltung der kardiovaskulären Gesundheit beiträgt.

Hierzulande sei laut der TK ein bundesweites Engagement für die Gesundheitsförderung erforderlich. Allerdings sind die Anreize im Gesundheitssystem grundlegend falsch gesetzt, kritisierte die Krankenkasse.

„Denn im Finanzausgleich (dem sogenannten Morbi-RSA) werden Kassen finanziell bestraft, wenn sie sich zum Beispiel darum kümmern, dass sich die Zuckerkrankheit eines Versicherten nicht verschlechtert“, so die TK.

Und: „Finanziell attraktiv ist es hingegen, möglichst viel Krankheit zu dokumentieren. Denn je mehr Krankheiten eine Kasse bei ihren Versicherten nachweisen kann, umso mehr Geld erhält sie aus dem Gesundheitsfonds.“

Kosten werden vor allem von den Beitragszahlern getragen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland werden primär von Staat, Privathaushalten und Unternehmen finanziert.

Laut dem Statistischen Bundesamt waren die größten Finanzierungsquellen 2016 die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer mit 112,4 Milliarden Euro, die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber mit 81,6 Milliarden Euro sowie staatliche Transfers in Höhe von 51,8 Milliarden Euro.

Die Gesundheitsausgaben umfassen sämtliche Güter und Leistungen mit dem Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, die Kosten der Verwaltung sowie Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen sowie Ausgaben für den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen sind darin nicht enthalten. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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