Ernährung hat einen stärkeren Einfluss auf die Knochenstärke als Sport

Alexander Stindt

Wie stärken wir unsere Knochen am effektivsten?

Forscher und Fitness-Experten stellen sich schon lange die Frage, ob Bewegung oder Ernährung einen größeren positiven Einfluss auf die Gesundheit der Knochen hat. Eine neue Studie versuchte jetzt eine Antwort auf diese Frage zu finden.


Die Wissenschaftler der University of Michigan stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die Ernährung einen größeren Einfluss auf die Knochenmasse und Knochenstärke hat als Sport. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigem Fachblatt „PLOS ONE“.

Für einen gesunden Knochenaufbau sind verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalzium und Magnesium, notwendig. (Bild: bit24/fotolia.com)

Mit Mineralien ergänzte Ernährung ist gut für die Knochen

Die Experten untersuchten die Auswirkungen von Mineralergänzungen und Sport bei Mäusen und bemerkten dabei überraschende Ergebnisse. Die spezielle Ernährung wirkte sich stärker positiv auf die Masse und Stärke der Knochen aus als sportliche Betätigung. Selbst nach der Beendigung des Trainings behielten die Mäuse die Verstärkung der Knochen bei, solange sie eine mit Mineralien ergänzte Ernährung zu sich nahmen.

Ergebnisse sind besonders wichtig für ältere Menschen

Eine längerfristige mit Mineralien angereicherte Ernährung führt nicht nur zu einer Zunahme der Knochenmasse und Knochenstärke, sondern auch zu der Fähigkeit, diese Zunahme nach dem Zeitraum des Trainings aufrecht zu erhalten, sagt Studienautor Professor David Kohn von der University of Michigan. Die Ergebnisse der Studie wurden an Mäusen erzielt, trotzdem wäre es für ältere Menschen einfacher ihre Knochen durch die Ernährung zu stärken, als wenn sie sich auch im hohen Alter sportlich betätigen müssen.

Ernährung kann auch ohne Training die Knochen stärken

Ein weiterer wichtiger Befund ist, dass die Ernährung schon ohne Training positive Auswirkungen auf die Knochen hat. Eigentlich erwarteten die Forscher, dass Bewegung zusammen mit einer normalen Ernährung größere Vorteile für die Knochenstärke ergibt, dies war allerdings nicht der Fall, sagt Professor Kohn. Die Daten deuten darauf hin, dass der langfristige Verzehr der mit Mineralstoffen angereicherten Nahrung vorteilhaft sein könnte, um den Verlust von Knochensubstanz und Kraft im Alter zu verhindern, selbst wenn Menschen kein sportliches Training machen, fügt der Experte hinzu. Eine Kombination von beiden Faktoren verstärkt diesen Effekt noch weiter.

Anteil von Kalzium und Phosphor bei der Ernährung wurde erhöht

Die meisten anderen Untersuchungen beschäftigen sich mit den Effekten von einem steigenden Anteil von Kalzium in der Nahrung, erläutert Professor Kohn. Die aktuelle Studie erhöhte den Gehalt von Kalzium und Phosphor bei der Ernährung und stellte fest, dass es vorteilhaft ist, beides zu erhöhen. Dies muss jedoch nicht heißen, dass Menschen jetzt unbedingt mehr Kalzium und Phosphor aufnehmen sollten, denn die Ergebnisse lassen sich nicht direkt von Mäusen auf Menschen übertragen. Aber sie geben den Forschern zumindest einen konzeptionellen Ausgangspunkt, erklärt der Professor weiter.

Mit Anfang 20 haben Menschen die beste Knochenmasse

Es ist bekannt, dass Menschen ihre beste Knochenmasse im Alter ihrer frühen 20er Jahre erreichen. Danach nimmt die Knochenmasse ab. Die wichtige Frage ist, wie man die Knochenmenge in jungen Jahren maximieren kann, so dass die Menschen, wenn der natürliche Rückgang einsetzt, einen besseren Ausgangspunkt haben.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Neben der Untersuchung von Knochenmasse und Knochenstärke führten Professor Kohn und seine Kollegen eine ganze Reihe von mechanischen Untersuchungen am Knochen durch, was wichtig ist, weil die Knochenmasse nicht immer mit der mechanischen Qualität des Gewebes übereinstimmt oder diese vorhersagt. Sie untersuchten die Mäuse nach acht Wochen Training und ergänzter Ernährung oder normaler Ernährung. Danach wurden die Mäuse nochmal nach weiteren acht Wochen ohne Training untersucht. (as)