Fitness: Protein aus Pilzen ermöglicht deutlich besseren Muskelaufbau

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Myko-Protein hilft besser als Whey-Protein beim Muskelaufbau

Viele Sportler nehmen mit ihrer Ernährung sogenanntes Whey-Protein (Molke-Protein) zu sich, welches den Muskelaufbau fördern soll. Forschende stellten jetzt fest, dass Myko-Protein den Muskelaufbau nach dem Training stärker stimuliert als tierisches Milch-Protein.


Bei einer aktuellen Untersuchung der University of Exeter wurde festgestellt, dass Myko-Protein eine effektivere Proteinquelle für den Muskelaufbau nach dem Training darstellt als einige tierische Proteine. Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Konferenz des European College of Sport Science (ECSS) vorgestellt.

Viele Menschen nehmen nach dem Sport Proteinpulver zu sich, um Regeneration und Muskelaufbau zu verbessern. (Bild: ExQuisine/fotolia.com)

Raten des Muskelaufbaus wurden verglichen

In der Studie wurde die Proteinverdauung untersucht, indem die Forschenden zwanzig jungen und gesunden Männern nach ihrem Training Milch-Protein oder Myko-Protein (Protein aus Pilzen) zur Verfügung stellten. Später wurde die erzielten Raten des Muskelaufbaus der Teilnehmenden gemessen.

Ist Myko-Protein eine effektivere Proteinquelle?

Tierische Proteine, wie sie beispielsweise in Milch enthalten sind, stellen eine hervorragende Quelle für das Muskelwachstum dar. Daher bieten sie einen nützlichen Vergleich für das Testen anderer Proteinquellen, berichten die Forschenden. Die aktuellen Ergebnisse zeigten, dass sich bei denjenigen, die ein bestimmtes Molkeprotein (Milk6-Protein) zu sich nahmen, die Muskelaufbau-Raten um bis zu 60 Prozent erhöhten. Demgegenüber erzielten Teilnehmende, welche Myko-Protein nutzten, mehr als doppelt so hohe Muskelwachstumsraten. Dies zeigt, dass Myko-Protein eine effektivere Proteinquelle zur Förderung des Muskelwachstums darstellt.

Myko-Protein ermöglicht Proteinaufnahme aus nicht tierischen Quellen

„Diese Ergebnisse sind sehr ermutigend, wenn wir den Wunsch einiger Personen berücksichtigen, Proteinquellen zu wählen, die nicht aus Tieren stammen, um die Aufrechterhaltung der Muskelmasse oder Anpassungen beim Training zu unterstützen“, erklärt Dr. Benjamin Wall, Professor für Ernährungsphysiologie an der University of Exeter in einer Pressemitteilung. „Unsere Daten zeigen, dass Myko-Protein die Muskeln in den Stunden nach dem Training zu einem schnelleren Muskelwachstum anregen kann, verglichen mit einem typischen tierischen Vergleichsprotein (Milch-Protein)“, fügt der Experte hinzu. In einer Welt, in der viele Menschen aus Umwelt- oder Gesundheitsgründen versuchen, ihren Fleischkonsum einzuschränken, ist es erfreulich, dass es ein alternatives Protein gibt, das nicht tierisch ist und somit auch Teil einer fleischfreien Ernährung sein kann und dennoch ein außergewöhnlich starkes Muskelwachstum ermöglicht.

Viele Menschen nehmen zu wenig Protein zu sich

Jüngste Untersuchungen haben ergeben, dass die aktuellen Empfehlungen für die Proteinaufnahme zu niedrig sind. Forschende haben errechnet, dass der Mindestproteinbedarf in einigen Populationen um 30 bis 50 Prozent zu gering sein könnte. Die British Nutrition Foundation empfiehlt, Myko-Protein bereits als eine effektive Proteinquelle, sowohl für den Alltag als auch für Sport und Bewegung. In Großbritannien stammt beispielsweise jedoch rund ein Drittel des gesamten Proteinverbrauchs aus Fleischprodukten. Und es ist bereits bekannt, dass die zunehmende Fleischaufnahme schwerwiegende Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt hat. Die Nutzung von alternativen Proteinquellen ist daher durchaus ratsam. Myko-Protein scheint eine sinnvolle Alternative darzustellen. (as)

Autor:
Alexander Stindt
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