Großer Rückruf wegen Listerien-Bakterien: Auch Käse von Edeka betroffen

Listeriose Gefahr durch kontaminierten Käse aus Frankreich

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt derzeit vor gefährlichen Listerien Bakterien, die in dem französischen Käse „Itche Bai“ enthalten sein könnten. Im Rahmen von Eigenkontrollen des Herstellers wurde das gesundheitsschädliche Bakterium Listeria monocytogenes gefunden, welches die Krankheit Listeriose auslösen kann. Bei bestimmten Risikogruppen können Listerien schwere, mitunter sogar tödliche Krankheitsverläufe auslösen.


Wie das Verbrucherschutzportal „lebensmittelwarung.de“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit berichtet handelt es sich bei dem betroffen Produkt um den Käse „Capitoul Itche Bai Mix Schaf/Ziege 4,5 Kilogramm“ des französischesn Herstellers „Les Fromageries Occitanes“. Aus Gründen des vorsorglichen Verbraucherschutzes ruft der Hersteller die betroffene Charge zurück, da eine Kontamination mit dem gefährlichen Keim nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Listeriose wird durch Stäbcehnbakterien der Gattung Listeria monocytogenes verursacht. Häufig sind Tiefkühlprodukte, Wurst oder Käse von einer Kontamination betroffen. (Bild: Sagittaria/fotolia.com)

Welche Produkte sind betroffen?

Laut dem Hersteller ist nur das Produkt „Capitoul Itche Bai Mix Schaf/Ziege 4,5 Kilogramm“ mit den Chargennummer 2018115126 und 2018116127 sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum 25. und 26. Juli 2018 betroffen. Des Weiteren erkennt man den betroffenen Käse an dem Identitätskennzeichen FR 31.582.001 CE. Das Produkt wurde in Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vertrieben. Unter anderem konnte man es bei dem Edeka-Lieferservice „Bringmeister.de“ bestellen. Aufgrund des Gewichtes ist es wahrscheinlich, dass dieses Produkt auch als Aufschnitt über Käsetheken verkauft wurde.

Schwache Konzentration

Wie der Hersteller mitteilt, lagen die Keime bei den Proben nur in geringer Konzentration vor, die sich noch im Rahmen gesetzlicher Vorgaben bewegten. Bei gesunden Personen seien keine Erkrankungsfälle zu erwarten. Trotzdem rät der Hersteller von dem Verzehr ab, da das Bakterium bei bestimmten Risikogruppen eine gefährliche Listeriose auslösen kann. Die Ware kann in dem Geschäft, in dem es eingekauft wurde, zurückgegeben werden.

Welche Risikogruppen sind insbesondere betroffen?

Säuglinge, Kleinkinder, immungeschwächte oder ältere Menschen, frisch Operierte, Personen, die unter Diabetes leiden sowie Krebspatienten und Aidskranke sind besonders durch eine Listeriose gefährdet. In seltenen Fällen können die Bakterien eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Neben den oben genanten Gruppen sollten auch Schwangere besonders Acht geben, da eine Infizierung beim Ungeborenen schwere Krankheitsverläufe verursachen kann, die im Extremfall tödlich enden.

Wie erkennt man eine Listeriose?

Listeriose hat eine lange Inkubationszeit von bis zu 70 Tagen, was den Rückschluss auf das konsumierte Produkt erschwert. Personen, die den Käse verzehrt haben und bei denen sich in den kommenden zwei Monaten Listeriose-Anzeichen zeigen, sollten dringend einen Arzt aufsuchen. Zu den typischen Symptomen zählen:

Häufige Vorfälle in letzter Zeit

Das häufig vorkommende Bakterium Listeria monocytogenes stellt für die meisten Menschen keine große Gefahr dar. In manchen Fällen können die Bakterien jedoch Infektionskrankheiten auslösen, die mitunter sogar tödich enden können. Erst kürzlich gab es einen europaweiten Listerien-Skandal im Tiefkühl-Gemüse, der mindestens neun Menschenleben forderte. (vb)